Der Schneemangel machte in der Vorsaison und im Dezember auch Obertilliach zu schaffen. Foto: Expa/Gruber

Der Schneemangel machte in der Vorsaison und im Dezember auch Obertilliach zu schaffen. Foto: Expa/Gruber

Schwächster Saisonauftakt seit Bestehen des TVBO

Mehr als 13 Prozent Minus. Obertilliach und Lavant verlieren stark. Nur St. Jakob hält sich.

Es ist ein bitterer Saisonauftakt, den die Osttiroler Tourismustreibenden hinnehmen müssen. Der Osttiroler Tourismusverband (TVBO) verliert 19.755 Nächtigungen, ein weiterer Rückgang gegenüber dem schon von Einbußen geprägten Vorjahresergebnis von über 13 Prozent. Schneemangel, eine ungünstige Feiertagslage mit dem 24. Dezember an einem Samstag sowie die Pause im Welt-Cup tragen mit zu dem Ergebnis bei. Mit 128.483 Nächtigungen im November und Dezember legt Osttirol den schwächsten Saisonanfang seit Bestehen des TVBO hin.



Besonders starke Verluste von in Summe 8.598 Logisnächtigungen sind im Gebiet der Ferienregion Hochpustertal zu beklagen, gefolgt von der Region Lienzer Dolomiten, die etwas über 6.640 Nächtigungen einbüßt. Der prozentuale Rückgang ist mit über 20 Prozent für die Talbodengemeinden am höchsten. Die Tauernregion verliert rund 3.555 Nächtigungen. Einzig die Ferienregion Defereggental verliert im Vergleich zu den anderen Regionen mit einem Minus von 540 Nächtigungen marginal, vor allem Dank St. Jakob im Defereggen, das als einziger Osttiroler Ort leicht zulegen kann.

Der Zuwachs in St. Jakob ist laut Osttirol Werber Bernhard Pichler vor allem einem gelungenen Ski-Opening zu verdanken. Obertilliach, das im letzten Jahr mit seinem besten Ergebnis in die Saison startete, verliert am stärksten gegenüber dem Vorjahr. Dort schlägt sich die prekäre Schneelage besonders nieder, weil der Biathlon-Ort nicht wie im letzten Jahr für Profiteams als Trainingslager in Frage kam.

Betrachtet man die Dezemberzahlen, so verliert Obertilliach über 3.800 Nächtigungen, Lienz knapp 1.200, Matrei 1.814. Schmerzlich auch der Verlust in der Golf-Gemeinde Lavant, die ihr Vorjahresergebnis halbiert.

Kals am Großglockner geht einmal mehr mit den meisten Nächtigungen in die Saison, wobei die Glocknergemeinde zwar auch Nächtigungen verliert, dafür aber bei den Aufenthalten zulegen kann. Die größten Zugewinne bei den Ankünften gehen auf das Konto von St. Jakob.

Im Lienzer Talboden führt der TVBO die Rückgänge auf die Verschiebung des Skitourenfestivals wegen Schneemangels auf das letzte Jänner-Wochenende und auch auf die Welt-Cup-Pause zurück. Im letzten Jahr gelang der Region eine schwarze Null zum Saisonstart.

Häuser höherer Kategorien kommen glimpflicher davon als Privatvermieter und Zwei-Stern-Betriebe. Als Lichtblick in der durchwachsenen Statistik erscheint bei den starken Rückgängen an Nächtigungen das Halten der Gästeanzahl in den Hauptherkunftsmärkten Deutschland und Österreich. Hoffnung schöpft man seitens der Osttirol Werbung auch im Hinblick auf die Jännerergebnisse. Schon jetzt verzeichneten einige Häuser bessere Zahlen als im Vorjahr.

Franz Theurl, Obmann des TVB-O, kommentiert die Ergebnisse so: „Die Saisonvorbereitungen liefen an sich gut, aber als der Schnee ausblieb, blieben auch die Gäste aus. Wir setzen nun unsere Hoffnungen stark auf den Sonnenskilauf im Februar und März, die die Bilanz ausgleichen könnten. Noch etwas mehr Naturschnee würde sehr helfen.“

Osttirol ist mit seinen Verlusten nicht allein. Der landesweite Schneemangel fordert einen hohen Tribut. Tirol verliert insgesamt in den ersten beiden Saisonmonaten über 540.000 Nächtigungen. Nur einige wenige Verbände kommen ohne Verluste davon. Einmal mehr kommt es auch zu einer Verringerung der Nächtigungsdauer.

Detailstatistik Nächtigungen November/Dezember 2016 Osttirol

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10 Postings bisher
anton2009 vor 1 Jahr

Da wurden € 25.000,-- an einen mir unbekannten deutschen Schifahrer für eine Aufschrift auf seinem Schihelm bezahlt. So wird sinnlos Geld verpulvert! Werbewert = Null Komma Josef!

Zuckerpuppe vor 1 Jahr

Ich kenne keinen der beiden Vorstandsmitglieder des TVB persönlich, aber die Erderwärmung und den ausbleibenden Schnee kann man ihnen jetzt wirklich nicht in die Schuhe schieben. Einerseits kümmern sie sich angeblich zu wenig um die Schipisten und Radstrecken, andererseits werden aber scheinbar nur Projekte präferiert, wo es ums Schi- oder Radlfahren geht - ja wie denn jetzt? Ich lese hier immer wieder negatives über die Herren, warum macht es dann nicht einfach einmal einer besser? Vielleicht gibts ja jemanden, der alles auf Vordermann bringen kann! Ich ergreife wahrlich keine Partei für die Herren, aber aus der Hüfte schiessen finde ich halt auch nicht okay.

    chiller336 vor 1 Jahr

    zum thema radweg seh ich keine fehler, zum thema schibetrieb schon sicher. das kontra und kontra entsteht einfach dadurch, dass zb für ein weltcuprennen alles in bewegung gesetzt wird für unsummen - man hört bis zum heutigen tag nicht, wieviel uns der weltcup kostet und der sogenannte werbewert is eher fürn hugo, denn sonst gäbs diese probleme mit unseren schigebieten gar nicht - und das tägliche geschehen in unserem sogenannten wintertourismus wird achtlos zur seite geschoben. vielleicht sollte man die alten herrn in den ruhestand schicken und diesen posten des tourismusobmanns/frau mit jungen leuten besetzen, die sicherlich über mehr weitblick verfügen und kreative ideen einbringen als die altgedienten mit ihren eingefahrenen ablaufmustern ... denn für die zukunft der nächsten generation muss spätestens heute schon der grundstein gelegt werden

...symbolic... vor 1 Jahr

Und da will man tatsächlich weiter auf einen Schigebietsausbau in Sillian setzen? Alternativen sind gefragt, das Schifahren kann man sich bald nicht mehr leisten, wir Osttiroler müssen auf unsere vielfach noch unberührte Natur und Bergwelt setzen. Der gestresste (Stadt-)Mensch wird immer mehr auf Abschalten und Ruhe setzen, das ist unsere Chance, denn wir haben noch die Basis dafür, nutzen wir das endlich und bewerben dies dementsprechend. Finde den Slogan "Wir haben Nichts, kommen Sie zu uns" wirklich genial, dies sollte professionell umgesetzt werden, es wird sich lohnen, denn das wird dann nichts mehr mit wenig oder viel Schnee zu tun haben!

senf vor 1 Jahr

hast recht hellixx, dann hören wir wieder die gewohnten sprüche: "dank unserer gezielten und verstärkten marketingstrategie, der zusätzlich ausgerollte teppich mit großartigen auftritten am markt, unsere überzeugung des gastes für die destination osttirol als radeldorado, dank giro d'italia, der etappe der österreich-radrundfahrt über den großglockner und dem weltcuprennen auf dem hochstein mit dem unbezahlten millionen-werbeeffekt haben zu dieser erfreulichen nächtigungssteigerung in osttirol geführt ... ". , na, wer denkt denn da schon daran, was ein jahr zuvor war.

    chiller336 vor 1 Jahr

    millionen werbeeffekt? kann mir mal wer erklären wo der geblieben is? .... man sollte mal veröffentlichen, wieviel an öffentlichen geldern FÜR den weltcup hineingepulvert werdn. wäre der werbeeffekt nur annähernd gut, dann hätte lienz diese probleme mit den bergbahnen wohl eher nicht. und dass bei zwei vorstandsmitgliedern genau deren lieblingssportarten gepusht werden - radfahren und schifahren - zeigt genau das interesse für andere möglichkeiten - nämlich so gut wie keines

helliixx vor 1 Jahr

Trotzdem etwas postitives aus dem satten Minus - nächstes Jahr sind diese Zahlen Ausgangspunkt - also Dezember 2017 sattes plus wahrscheinlich!?

fb vor 1 Jahr

Es zeigt sich, dass Buchungen nicht ausschließlich von der Arbeit, Werbung des TVBO abhängen.

Also ist es nicht fair, die konkrete Situation Franz Theurl anzulasten.

Umgekehrt ist es aber auch nicht richtig, den Zuwachs der Sommerbuchungen dann zur Gänze den Aktivitäten des TVBO oder der Osttirol Werbung zuzuschreiben.

Entwicklung von Konzepten Wintertourismus in Verbindung globaler Erwärmung: Nach wie vor fahren, Gott sei Dank, viele Leute auf Schiurlaub, deswegen muß man sich auch auf dieses Segment konzentrieren. Man hört aber wiederholt von Betrieben, dass schon jetzt Gäste nicht jeden Tag auf den Bretteln stehen.

Es müssen daher die Betriebe Alternativen für die Gäste entwickeln, der TVBO könnte dann Aktivitäten bündeln und vermarkten.

    chiller336 vor 1 Jahr

    ja des wundert mich nicht ... bei tageskartenpreisen von fast 50 euro - nur fürs schifahrn ohne essen und trinken ... des leisten sich heute ja eigentlich nur mehr gutbetuchte leute. ich bin einer, der immer noch den teuro in schilling umrechnet - was bleibt sind ca 630 schilling für eine tageskarte .... früher hätt des so gut wie niemand für eine tageskarte bezahlt ...

hallo vor 1 Jahr

Wenn die Verantwortlichen des TVB rechtzeitig die Zeichen der Zeit erkannt hätten (globale Erwärmung), hätte man vielleicht mit richtigen Werbemaßnahmen den Verlust abfedern und neue Märkte bearbeiten können. Neue Gäste hätten rechtzeitig angesprochen werden können. Aber Herr Theurl sucht natürlich die Fehler nicht bei sich und seinen Freunden. Sind die Verantwortlichen noch tragbar?