„Meine bessere Hälfte ist immer bei mir“

Simon Holzer aus Kals studiert Biologie an der Universität Innsbruck.

Simon Holzer ist 21 Jahre alt und kommt ursprünglich aus Kals. Ich habe mich mit unserem heutigen Heimweh-Kandidaten in einem kleinen Café in der Innenstadt von Innsbruck getroffen, um über sein Studium zu plaudern.

Simon, erzähl mal, was genau studierst du?
Ich studiere im zweiten Semester Biologie. Das Studium dauert insgesamt sechs Semester, also drei Jahre bis zum Bachelor und danach könnte ich noch das Masterstudium angehen, welches noch weitere zwei Jahre dauern würde. Aber da bin ich mir noch nicht sicher, ob ich das machen werde.

Wie würdest du dein Studium in drei Worten beschreiben?
Interessant, vielschichtig und anstrengend.

Was gefällt dir an deinem Studium besonders?
Die vielen Facetten, die man von dem eigentlich „einfachen“ Fach sieht und lernt.

Hilft dir eigentlich dein Schulwissen jetzt für dein Studium?
Ja und nein, teilweise hilft mir das Vorwissen schon, aber im Studium vertieft man die Themen mehr, als in der Schule.

Gab es für dein Studium ein Aufnahmeverfahren?
Ja es gab einen Aufnahmetest. Es waren circa 400 Anmeldungen und es wurden Grundwissensfragen sowie Verständnisfragen gestellt.

Simon Holzer, gezeichnet von Linda Steiner.

Wieso hast du dich für Innsbruck als Studienort entschieden?
Ursprünglich wollte ich nach Wien, um die Ausbildung zum Tierarzt zu machen, aber leider wurde ich dort nicht aufgenommen. Danach standen für mich zwei Alternativen zur Auswahl: Entweder Innsbruck oder Graz. In Graz hätte es für mein Studium kein Aufnahmeverfahren gegeben, aber trotzdem habe ich mich für Innsbruck entschieden, weil meine Schwester und viele meiner Freunde hier wohnen. Außerdem hatte ich Glück bei der Wohnungssuche, denn im Gebäude, wo meine Schwester wohnt, wurde eine Wohnung frei und somit war der Entschluss, mein Studium in Innsbruck zu beginnen, schnell gefasst.

Wie war der Abschied von Osttirol und der Schritt in ein neues, selbständiges Leben für dich?
Naja, ich bin schon irgendwie traurig, dass ich nicht mehr daheim wohne, aber ich bin nur unter der Woche in Innsbruck, deshalb bleibt mir ja der Wohnort in Osttirol immer noch. Meine Schwester und meine Freunde erleichterten mir den Anfang in Innsbruck sehr.

Hast du schnell Anschluss in der neuen Stadt gefunden oder war es für dich schwer neue Freunde zu finden?
Am Anfang, wo ich noch keinen meiner Studienkollegen gekannt habe, war’s schon ein bisschen komisch. Aber das hat sich dann, durch einen Zufall, schnell geändert. Ich habe einige kennengelernt, die auch in Wien den Aufnahmetest zum Tierarzt gemacht haben, und so habe ich dann schon nach kurzer Zeit Anschluss gefunden.

Hast du schon Vorstellungen, wie dein beruflicher Weg nach dem Studium aussehen wird?
Nein, eigentlich noch nicht. Ich weiß noch nicht, in welche Richtung ich gehen will. Im fünften Semester muss man sich in meinem Studium spezialisieren, danach kann ich wahrscheinlich mehr dazu sagen.

Hast du manchmal Heimweh?
Nein, eigentlich nicht, weil ich davon ausgegangen bin, dass ich in Wien studiere und dann natürlich nicht jedes Wochenende nach Hause kommen kann. Von Innsbruck kann ich jederzeit heimfahren und außerdem wohnt meine Schwester auch hier, somit ist meine „bessere Hälfte“ immer bei mir.

Hast du noch einen starken Bezug zu Osttirol?
Auf jeden Fall! Ich fahre ja jedes Wochenende nach Hause, weil mich in Innsbruck am Wochenende nichts hält. Meine Familie und meine besten Freunde sind in Osttirol und nicht zu vergessen meine Tiere. Wir haben einen kleinen Stall daheim und da will ich meinem Papa ein bisschen unter die Arme greifen. Ich bin sehr froh, dass ich jedes Wochenende daheim verbringen kann.

Kannst du dir vorstellen, wieder nach Osttirol zurück zu kommen?
Leider sind die Jobaussichten in Osttirol nach meinem Studium nicht besonders gut. Aber wenn ich mich auf die Mikrobiologie spezialisiere, könnte ich zum Beispiel in der Milchindustrie oder im Klärwerk arbeiten. Grundsätzlich könnte ich mir schon vorstellen, meine Zukunft in Osttirol zu verbringen, aber mal sehen, wohin es mich treibt.

Wir sind gespannt und wünschen weiterhin viel Erfolg!


In der Serie „Heimweh?“ porträtieren wir junge Menschen aus Osttirol, die außerhalb des Bezirkes studieren oder eine andere Ausbildung absolvieren. Du studierst oder machst eine andere Ausbildung außerhalb Osttirols? Wir porträtieren dich! Schicke uns ein paar Zeilen über dich an redaktion@dolomitenstadt.at und eine(r) unserer jungen Redakteure bzw. Redakteurinnen wird sich melden.

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