Das Leben als Oppositionsführer ist in Lienz derzeit beschwerlich. Kurt Steiner hat das wieder einmal bemerkt. Foto: Brunner Images

Das Leben als Oppositionsführer ist in Lienz derzeit beschwerlich. Kurt Steiner hat das wieder einmal bemerkt. Foto: Brunner Images

Kurt Steiner bittet Blanik zum Tanz – und rutscht aus

Konzept- und kopflos machte die Lienzer ÖVP einen Antrag zur „Anregung“.

Sollte mich je beim Schwimmen im Tristacher See ein Krampf erwischen, dann werde ich mir wünschen, dass Kurt Steiner am Ufer sitzt. Seit meiner Jugend ist er für mich der Inbegriff des Retters, zumindest wenn man kurz vor dem echten Ertrinken ist. Sein Versuch, den wirtschaftlich versinkenden Hochstein mit einem Vorstoß im Lienzer Gemeinderat zu retten, ging am 28. März allerdings so krachend in die Hose, dass für die ganze ÖVP-Truppe auf der Oppositionsbank nur noch eines blieb: ein mitleidiges Lächeln der übrigen Anwesenden.

Der VP-Vizebürgermeister hatte es schon im Boulevard angekündigt. Er werde 125.000 Euro Zuschuss der Stadt Lienz für den Hochstein beantragen, plus ein Beschneiungswasser-Geschenk im Wert von 40.000 Euro. Gesagt – getan. Vermutlich hatte Steiner in der Gemeinderatssitzung das Gefühl, er schießt einen Elfer auf das leere Tor. Den Hochstein retten, das ist populär! Sowas kann gar nicht schiefgehen. Doch der Ball hatte keine Luft und im Tor stand Elisabeth Blanik. Es wurde ein politisches Debakel mit Anlauf für die Lienzer ÖVP.

Mühelos parierte Blanik den Angriff mit ein paar einfachen Argumenten. Erstens sei der Fortbestand des Hochsteins für den kommenden Winter bereits beschlossene Sache, inklusive aller damit verbundenen Kosten. Warum also weitere 125.000 Euro Zuschuss beschließen?

Zweitens sei Steiners Annahme, dass der Mehrheitseigentümer TVBO wie angekündigt seinerseits 150.000 Euro zur Verlustabdeckung am Stadtberg locker machen werde, eine Rechnung ohne den Wirt sprich die Aufsichtsbehörde. Erst wenn Gerhard Föger grünes Licht für Franz Theurl & Co. gebe, könne man überhaupt über dieses Thema nachdenken.

Drittens seien sowohl die Bürgerbeteiligungsgruppe der Stadt (unter VP-Ausschussvorsitz!) als auch die Tourismusberater von Kohl & Partner im Auftrag des TVBO am Erarbeiten von Hochstein-Konzepten. „Warten wir doch erst einmal ab, welche Vorschläge es gibt und reden wir dann über deren Finanzierung,“ schlug Blanik vor.

Was allen einleuchtete, auch Kurt Steiners eigener Fraktion, in der sich plötzlich Verlegenheit breit machte. Es wurde getuschelt und beraten. „Braucht ihr eine Sitzungsunterbrechung?“, fragte die Bürgermeisterin mit Mitleid in der Stimme. Die ÖVP nahm dankend an und zog – als alle wieder auf den Plätzen saßen – den groß angekündigten Antrag zurück. Der oft so bullige Steiner wirkte fast zerbrechlich, als er erklärte: „Wir möchten das nur als Anregung deponieren.“

Im Wasser kann Kurt Steiner zum Retter in der Not werden. Auf dem politischen Parkett wirkt er tollpatschig. Vor allem dann, wenn er Elisabeth Blanik zum Tanzen auffordert.

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7 Postings bisher
Stille vor 9 Monaten

Eines muss man Blanik lassen, sie schafft es, es so aussehen zu lassen, als ob das Chaos am Hochstein nichts mit ihr zu tun habe! Tarnen und täuschen!

    unholdenbank vor 9 Monaten

    Das Chaos am Hochstein hat auch nichts mit Blanik zu tun. Den unnötigen Osttirodler und die kombinierte Bahn der 1.Sektion hat die ÖVP gegen die Stimmen der SPÖ und der Grünen mit Hilfe der FPÖ 2009 erbarmungslos durchgedrückt - warumauch immer. Die meisten Lienzer haben damals über dieses überteuerte Projekt den Kopf geschüttelt. Wenn jetzt die echte Rechnung dafür präsentiert wird ist es ungeheuerlich, dies der Bürgermeisterin und der SPÖ umhängen zu wollen. Die finaziellen Schwierigkeiten sind auf dieses "Wahlgeschenk" von BGM Dr. Hibler zurückzuführen.

      karli8 vor 9 Monaten

      Offensichtlich ist aber gerade der böse Osttirodler dafür verantwortlich, dass der Hochstein im Sommer wenigstens einen positiven Cashflow aufweist. Das Chaos am Hochstein rührt wohl eher daher, dass niemand Entscheidungen treffen will und sich eben auch speziell die Bürgermeisterin immer wieder für ganz viel Bürgerbeteiligung ausspricht, um sich um unliebsame Entscheidungen zu drücken. Das einzige was sie bisher perfekt umgesetzt hat, ist die Eigendarstellung der Partei.

      unholdenbank vor 9 Monaten

      =====> karli8 Ja, wer glaubt denn dieses Märchen. Nach LBB aus 2009 müssten pro Jahr 120.000 Fahrgäste fahren, um ein positives Ergebnis von lächerlichen 4.000.- !!!!!! € zu erwirtschaften. Der Osttirodler müsste demnach, gerechnet auf 7 Monate (April-Oktober) an ca. 200 Betriebstagen jeden !!! Tag 600 Fahrgäste haben. Kein Schlechtwetter, keine Betriebsstörung, nur wenn alles gutgeht. 600 Fahrgäste bedeuten in 8 Betriebsstunden (sind es auch nicht immer, meistens nur von 10 – 16 Uhr) 75 Rodler - d.h. pünktlich alle 48 Sekunden ein Schlitten!!! Hast Du, karli8, das schon erlebt? In diesen 48 Sekunden eingeschlossen muss eine Unterweisung durch das Betriebspersonal stattfinden und genügend Abstand gehalten werden. Würde man mit dem Rodler noch Geld verdienen wollen und gar die Investitionskosten hereinbringen, müssten es für 72.000.-€ pro Jahr Überschuss immerhin schon 130.000 Fahrgäste sein. Da kann sich jeder ausrechnen, dass diese euphemischen Zahlen der LBB nicht stimmen können. Und zur Eigendarstellung der Partei: Was ist denn der missglückte Antrag/Anregung der ÖVP anderes als Eigendarstellung – allerdings diesmal wirklich missglückt. Kurt Steiner, der Rächer der Enterbten!

bergfex vor 9 Monaten

Man sollte vielleicht zuerst über "Machbares & Unmachbares" nachdenken.

beobachter52 vor 9 Monaten

Die Frau Bürgermeisterin und die SPÖ LIenz bedanken sich bei dolomitenstadt.at für die Gratis-Werbung!

    chiller336 vor 9 Monaten

    die zeiten der övp sind schon lang vorbei, da brauchts keine werbung mehr für die spö ... die tanzeinlage sagt eh alles