Walter Hopfgartner (links), Leiter des Flussbauamtes im Bezirk und der Aineter Bürgermeister Karl Poppeller erläutern das Hochwasser-Schutzprojekt "Aineter Welle". Foto: Dolomitenstadt/Gander

Walter Hopfgartner (links), Leiter des Flussbauamtes im Bezirk und der Aineter Bürgermeister Karl Poppeller erläutern das Hochwasser-Schutzprojekt "Aineter Welle". Foto: Dolomitenstadt/Gander

Wellenreiter aufgepasst: Die Aineter Surfwelle ist wieder da!

Im Einklang mit Natura 2000 werden Hochwasserschutz und Wildwasserspaß kombiniert.

Ein riesengroßer Bagger schaufelt unermüdlich Material aus dem trockengelegten Flussbett hin und her, ein Lkw nach dem anderen liefert Steine herbei, manche sind fünf, sechs Tonnen schwer. Seit über einem Monat wird auf einer großen Baustelle in Ainet hart gearbeitet, mitten im Natura 2000-Flussjuwel Isel. Hier sieht man gut, dass selbst Eingriffe direkt im Fluss möglich sind. Nun ist die Arbeit beendet und es gibt sie wieder: die legendäre „Aineter Welle“!

In manchen Wildwassersportforen ist heute noch von der Surfwelle in Ainet als Höhepunkt einer Kajaktour auf der Isel zu lesen. Aber diese Flussstufe war in die Jahre gekommen und trotz mancher Sanierungsversuche verdiente sie die Bezeichnung „Surfwelle“ schon lange nicht mehr.

Eigentlich handelt es sich bei der „Aineter Welle“ um eine Sohlschwelle, die das untere Ende der Aufweitung „Ausschotterungsbecken Weiherburg“ bildet. Im Lauf der Jahre hatte sie nicht nur als Surfwelle ihre Attraktivität verloren, sondern auch ihre eigentliche Funktion als Schutz der seitlichen Ufersicherungen und als Widerlager der Schlaitner Brücke großteils eingebüßt.

Vor einigen Wochen sah die Baustelle noch so aus. Man erkennt gut die ohne Beton ausgeführte Befestigung von Flussbett und Uferböschung. Foto: Revital

Die Sanierung der Sohlschwelle mit Baukosten von 90.000 Euro war aus Sicherheitsgründen dringend notwendig, betont Walter Hopfgartner, Leiter des Flussbauamtes im Bezirk. Die wasser- und naturschutzrechtliche Bewilligung durch die BH Lienz wurde problemlos erteilt. Die vom Aineter Bürgermeister Karl Poppeller vor wenigen Jahren geäußerten Befürchtungen, durch die Natura 2000-Nominierung würde der Bau von Hochwasserschutzmaßnahmen in der Gemeinde erschwert werden, haben sich also nicht bewahrheitet.

Ziel der Sanierungsmaßnahme ist es, ohne Verwendung von Beton, durch Sicherung des Kolkes im Unterwasser (Nachbettung) und mit einem stabilen Aufbau der Rampe, den weiteren Zerfall zu verhindern und die Tiefenerosion zu unterbinden.

Auf Anraten von Adventure-Camp-Boss Walter Heugenhauser wurden aus Graz die Wave-Builder Marcel Bloder und Michael Strömer mit ins Boot geholt, um gemeinsam mit Flussbauamt, den Landschaftsplanern der Firma Revital und der Gemeinde Ainet nicht nur eine funktionierende Sohlschwelle, sondern gleichzeitig eine coole Surfwelle entstehen zu lassen. Nicht nur Wassersportfreaks aus Osttirol sind schon sehr gespannt, ob letzteres auch gelungen ist. Das wird sich nämlich erst zeigen, wenn „das Wasser kommt“.

Oberhalb der neuen Sohlschwelle wurde die Flusslandschaft der Isel schon vor Jahren aufgeweitet. Auch diese Maßnahme kombiniert Natur- und Hochwasserschutz. Foto: Revital

Mit dem Konzept „Entwicklungsperspektiven Vorderes Iseltal“, das im Jänner 2016 der Öffentlichkeit vorgestellt wurde, hat das Ganze übrigens nichts zu tun. Karl Poppeller weiß von keinem Fortschritt diesbezüglich zu berichten. „Das Projekt sei ins Stocken geraten“, sagt der Koordinator und Bürgermeister von Schlaiten, Ludwig Pedarnig. Daran sei allerdings nicht Natura 2000 Schuld: „Es fehlt nicht an Visionen, sondern an Betreibern und an Geld.“


„Aineter Welle“
Sanierung Sohlschwelle Isel – Hochwasserschutzmaßnahme
Bauherr: Gemeinde Ainet
Ausführung: Bundeswasserbauverwaltung BBA-Lienz
Baukosten: 90.000 Euro
Förderung: 70% Bund, 30 % Gemeinde (TVBO wird Gemeindeanteil mitfinanzieren)

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