Sind wir schon da? Willkommen in Osttirol!

Erst großes Tamtam, dann Totenstille – Wo bleiben die „Eingangsportale“?

Fotograf Peter Gruber ist nicht einfach daran vorbeigefahren. Er hat vor ein paar Tagen ein seltsames – irgendwie trauriges – Kapitel der hiesigen Willkommenskultur im Bild festgehalten und an dolomitenstadt.at geschickt. Fährt man von Kärnten auf der B100 nach Osttirol, dann markiert in Nikolsdorf ein hässlicher Betonsockel die Bezirksgrenze, derzeit umfunktioniert zum Gedenkstein, auf dem Grablichter an ein Unglück erinnern. Dieses Bild sagt viel.

Vom Willkommensgruß zum Ort der Trauer. Hier beginnt Osttirol. Foto: Expa/Gruber

Jahrzehntelang saß auf diesem Sockel eine Holzkonstruktion und begrüßte im Älplerdesign die Ankommenden. Dann verrottete die Botschaft und mit viel Tamtam wurde vor bald drei Jahren der kreative Ersatz präsentiert, gläserne Skulpturen des Osttiroler Bildhauers Georg Planer – deren künstlerische Qualität hier nicht zur Diskussion steht. Wir haben Planer und sein Werk in einem Magazinbeitrag gewürdigt.

Kunst ist eine Sache, Information (meist) eine andere. Was immer an dieser Landesgrenze angeschraubt, aufgetürmt, gebaut oder gemalt wird, es sollte in erster Linie klarstellen, dass hier Osttirol beginnt. In Regionen, die weniger bemüht an ihrem Ego arbeiten, reicht dafür meist ein großes Schild.

In Osttirol musste es Kunst sein. Drei breite Wege führen in den Bezirk, also sollten drei Portale aufgestellt werden. Es ist bei einem geblieben, das steht an der Felbertauernstraße, sieht besonders nachts und wenn die Sonne durchscheint hübsch aus – und wird wohl ein Einzelstück bleiben.

Die einzige ihrer Art. Georg Planers Glasskulptur am Südportal des Felbertauerntunnels. Foto: Expa/JFK

Das gläserne Künstlerportal hat 70.000 Euro gekostet. Niemand glaubt ernsthaft daran, dass der TVBO oder gar das Land für noch zwei liegende Glasfrauen 140.000 Euro locker machen werden. Es offenbart sich einmal mehr, was so oft typisch ist für die realen Ausprägungen der „Marke Osttirol“. Hochtrabend sind die Pläne der Touristiker, kühn die Visionen der Vordenker – und niemand ist in der Lage, ein ansprechendes Schild an der Bezirksgrenze aufzustellen, auf dem steht: „Willkommen in Osttirol“.

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26 Postings bisher
Na Servas vor 3 Monaten

das wichtigste Wort fehlt meines Erachtens bei diesem "Kunstwerk" > WILLKOMMEN (und zusätzlich in zumindest 3-4 Sprachen)... das hat ja Gerhard Pirkner in der headline dieses Artikels schon aufgezeigt !

senf vor 3 Monaten

bin schon gespannt, ab wann das portal nun tatsäch aufmerksamkeit auf reisende erregen wird und ich bin auch schon neugierig, ob die begrüßung mit oder ohne dem tirollogo zusätlich zum osttirollogo kommt, denn man fährt ja von kärnten nach tirol. auf der gegenüberliegenden fahrbahn heisst das land kärnten auf einer schlichten tafel die einreisenden seit jahren willkommen.

Kurgan vor 3 Monaten

Es ist ja schön, wenn immer von 70.000 Euro die Rede ist, und es stimmt ja auch, dass das Kunstwerk so viel gekostet hat, aaaaaber: die Kosten für die tiefen Grabungsarbeiten, das sehr massive Fundament und die geeigneten Anschlüsse waren auch nicht günstig. Wenn man gewissen Stimmen glauben kann, kamen da nochmal 30.000 dazu.

Und wie will man beispielsweise in Nikolsdorf, dem Gailtal oder am Iselsberg das Portal elektronisch anschließen? Da muss man ganz schön graben. ;-)

Aber all solche Dinge hätte man vielleicht im voraus bedenken "können". Doch wenn ein ehemaliger Osttiroler Boulevard-Schreiber das in seiner kleinen Zeitung fordert, fangen Franz und Frömmel eben gerne an zu hudeln.

...symbolic... vor 3 Monaten

Herr Pirkner, danke für den Bericht, der wieder mal zeigt, wie bei uns mit Geld umgegangen wird, bzw. wie einfach nichts weitergeht. Ich hätte auch wieder schlichte, der Osttiroler Natur entnommene Materialien verwendet, da brauchts keine 70.000€ Skulpturen, damit hätte man alle sechs(!) großen "Eingänge" nach Osttirol ausstatten können. Naja, es muss leider immer ein wenig mehr und besser sein, auch wenn man es sich gar nicht leisten kann. Die alten Portale hatten doch etwas einzigartiges und waren ein schöner Blickfang. So sollten auch die neuen wieder aussehen, auch im Gailtal, am Iselsberg oder am Staller Sattel.

Innovator vor 3 Monaten

Wenn der verwendete Serpentin wenigstens aus Osttirol käme! Er stammt nämlich aus Ligurien oder Lecco, aus Italien also und grüsst die Gäste. Das nenne ich regionale Wirtschaftsinteressen vertreten!

Gerhard Pirkner vor 3 Monaten

Liebe Leserinnen und Leser, ich habe gerade erfahren, dass in ca. einem Monat, jedenfalls vor der Hauptsaison, genau das aufgestellt wird, was einige im Forum hier fordern: ein schlichtes und informatives Portal mit dem Gruß: "Willkommen in Osttirol". Franz Theurl hat mich informiert, dass die Firma Plankensteiner bereits vor Wochen beauftragt wurde und derzeit an der Umsetzung arbeitet.

    Franz Brugger vor 3 Monaten

    Dann wird man ja überrascht werden, wie das aussieht und was transportiert wird.

    Allein die Ankündigung beweist dass die "Liegende Mutter (Osttirol)-ERDE" ein werbemäßiger Luxus, oder um es direkt zu sagen, ein Fehlsschluß war.

Sepele vor 3 Monaten

Der TVB ist nicht mal in der Lage die versprochenen Portale aufzustellen. Nicht gehaltene Versprechen kennen wir zwar von Theurl und Co.! Anscheinend steckt man das Geld lieber großen Liftunternehmnern in den A....!

thomas78 vor 3 Monaten

Kann sein, dass ich jetzt als Kulturbanause abgestempelt werde aber das Kunstwerk am Felbertauern mit der aufgebahrten Frau passt nicht zu Osttirol. Ich glaube sowieso, dass die meisten die Skulptur gar nicht als liegende Frau erkennen (und das ist gut so). Oder geht es nur mir so. Gerade für Osttirol gehört meiner Meinung nach etwas aufgestellt, dass die gebirge Landschaft reflektiert. Schließlich haben wir die höchsten Berge Österreichs auf unserem kleinem Fleck zu bieten. Und auf dieses nicht unwesentliches Faktum gehört der Durchreisende oder Anreisende bei allen Einfahrten nach Osttirol aufmerksam gemacht. Und wenn es nur ein Symbole aus gespitzen Lärchenrundlingen oder gekonnt in Szene gesetzte Steinplatten aus dem Glocknergestein Serpentin ist, aber es hat was mit der Region zu tun. Ich kenne viele sog. Einfahrten in div. Tourismusregionen und Destinationen im Alpenraum aber keine werden so stiefmütterlich behandelt wie diese vor den Toren Osttirols, das mit Nationalpark, Großglockner, Landschaftsschutzgebiet Lienzer Dolomiten, dem noch intakten Iselfluss bzw. dem Karnischen Kamm, einem der schönsten Höhenwege der Ostalpen, soviel wunderbare Landschaft und Natur zu bieten hat.

    bb vor 3 Monaten

    Sind die Lienzer Dolomiten wirklich offiziell Landschaftsschutzgebiet? Das wäre jedenfalls wünschenswert und höchst angemessen - finde ich

      thomas78 vor 3 Monaten

      Also beim Blas Bründl stand immer eine Tafel, also geh ich davon aus aber ob das wirklich offiziell ist, ist wieder eine andere Frage...

    spitzeFeder vor 3 Monaten

    thomas78, kann Ihnen inhaltlich zustimmen, bis auf: "Glocknergestein Serpentin". Soweit ich weiß, wird Serpentin in Prägraten am Großvenediger abgebaut. 😉

      thomas78 vor 3 Monaten

      Abgebaut in Prägraten aber der Berg besteht aus Serpentin. Aber vielleicht hab ich auch nur gefährliches Halbwissen 😁

nibo1966 vor 3 Monaten

​https://img.geocaching.com/cache/log/large/3e82de90-1951-458c-b079-944e2dde58b3.png unter obigen link kann man die "Willkommen Tafel" in Arnbach sehen. Seit über 40 Jahre besuche ich das schöne Osttirol, aber die Skulptur am Felbertauern ist mir noch nie aufgefallen, das ursprüngliche "alte" Schild hat seine Aufgabe absolut erfüllt.

    Franz Brugger vor 3 Monaten

    Stimme zu, am Tag fällt die "Skulptur" kaum auf, in der Nacht etwas mehr.

    Zudem halten nur die Wenigsten Rast, und im Vorbeifahren nimmt man NICHTS wahr.

senf vor 3 Monaten

wir schreiben das jahr 2017 und das kommende jahr gilt dem 50 jahrjübiläum der FAG, lese ich im bezirksblatt. damals, kurz nach der straßeneröffnung haben kluge köpfe nach und nach an den hauptzugangsstraßen in den bezirk lienz vier einheitliche und auffällige begrüßungsportale errichten lassen, die meiner meinung nach die tourismusdestination osttirol gut verkörpert haben. es waren grafiker und praktiker am werk und keine künstler. wohlgemerkt!

die einfach gestalteten portale mit den zu einer pyramide aufragenden lärchenrundlingen samt piktogramme haben die mächtige gebirgkulisse, die tradition und moderne des bezirks im süden ideal verkörpert und mit der betonklammer sollte wohl die einheit osttirols signalisiert werden. heute erinnert das noch stehende portal am stallersattel zwar noch ein wenig an die flower power zeit, es hat aber immer noch seinen reiz, auch wenn der zahn der zeit längst daran nagt. die portalreste (bericht Pirkner) an der drautalbundesstraße in nikolsdorf wiederspiegeln hingegen trefflich die heutige tourismussituation - es gibt anscheinden nichts mehr zum zusammenhalten! . vielleicht hätte man mit wenig aufwand und kosten die über vier jahrzehnte dahinlotternden portale modern auffrischen sollen. "willkommen in tirol" als willkommensgruß auf den rundlingen und zum tirollogo zusätzlich das osttirollogo auf einen etwas breiteren betonbalken hätte locker gereicht, um den besucher trotz hoher fahrtgeschwindigkeit im vorbeifahren auf die tourismusdestination osttirol aufmerksam zu machen. . kopf und konzeptlos, finde ich das osttirolsymbol mit der gestorbenen frau am felberteuern - südportal. hier wurde mit viel geld eine situation geschaffen, die es in nächster zeit sicher nicht zuläßt, an den anderen drei bedeutenden verkehrswegen einheitlich die gäste zu begrüßen zu können. . übrigens: die stelen in matrei für matrei sind recht gut gelungen, allerdings hätte ein kleineres format auch gereicht :-)- aber das ist halt gekonnt matreierisch. hoffentlich gibt es nicht zu viele nachahmer im bezirk mit über 30 gemeinden.

feodora vor 3 Monaten

Die Glasskulptur sieht besonders nachts kein bißchen hübsch aus sondern richtig gruselig, als wäre die Frau gerade gestorben und ihre Seele fährt in den Himmel!

anton2009 vor 3 Monaten

Erst beim wiederholten Male beim Vorbeifahren ist mir das "Kunstwerk" aufgefallen. Einfach eine Farce, so unsere Gäste beim Eintritt in unser schönes Osttirol zu begrüßen! Eine große Tafel mit "Herzlich willkommen in Osttirol" würde reichen und käme wesentlich günstiger. Aber dem Franz Theuerl ist eben nichts zu teuer - ist ja eh das Geld der Zwangsmitglieder!

    Pflanzerl vor 3 Monaten

    Es ist in erster Linie das Geld der Bewohner und Touristen, die die Zwangsabgabe in Wirklichkeit zahlen. Die Zwangsmitglieder heben das Geld nur ein.

      anton2009 vor 3 Monaten

      Stimmt leider nicht ganz - auch Unternehmer die im Entferntesten mit dem Tourismus zu tun haben zahlen ihren Zwangsbeitrag! ZB Autohändler) Anders verhält es sich bei den Nächtigungsabgaben; das sind aber nur indirekt Zwangsabgaben!

christoph03 vor 3 Monaten

Da sieht man wieder die wichtigen dinge in osttirol! Ihr lieben Herren und Damen da oben: Auf die kleinen Dinge kommts an und nicht auf schischaukeln, alpincoaster und andere sündhaft teuren Unterhaltungen! 70.000 f an sautrog was niemand sieht f das reicht das Geld! *kopfschüttel* Und dann meinen wie toll Sie Ihre arbeit doch machen! Jeder normale Betrieb wäre schon längst Pleite!!! Ein umschwung schadet nie!!!

thomas78 vor 3 Monaten

Danke Herr Pirkner für diesen Beitrag. In den vergangenen Jahren hab ich immer wieder mal daran gedacht, was wohl an den Osttiroler Eingangsportalen aufgestellt wird bzw. warum da noch immer nichts steht... Jetzt weiß ichs...

nit schlecht vor 3 Monaten

Doch, in Matrei gibt's schon vier, eins am Felber von Georg Planer, nach einem Entwurf von Dr. Peter Raneburger, finanziert von FAG, Nationalpark und TVB. Dazu gibt es noch drei besonders gelungene von Dr. Peter Raneburger an den Ortseingängen von Matrei, sogar in ständig beleuchteter Ausführung. Dem Matreier Bürgermeister ist dabei sogar noch eine gute Finanzierung gelungen, mit je einem Viertel von Gemeinde, TVB, FAG und Nationalpark, nit schlecht, oder?😎

    MelissaM vor 3 Monaten

    Ein gutes Beispiel für die Allüren des Matreier Dorfkaisers. Schön protzig und bezahlt von den anderen, weil die eigene Kasse leer ist. Nit schlecht, kommt allerdings drauf an, aus welcher Perspektive. 😟

      Zuckerpuppe vor 3 Monaten

      Ich kann dieses negative Geplänkel gegen AK nicht mehr hören. Die Matreier haben ihn mehrheitlich gewählt und basta. Und was das Ganze mit den Willkommenstafeln zu tun hat, verstehe ich schon überhaupt nicht. Matrei hat sehr tolle Tafeln, eine Wertschätzung gegenüber allen, die hin oder auch vorbeifahren und wenn sie andere bezahlt haben umso besser - und nein - ich bin keine Matreierin! Keine Willkommenstafeln sind ein Armutzeugnis.

    chiller336 vor 3 Monaten

    nun man muss ihm lassn, dass er wenigstens was fürs willkommen der gäste tut - woher auch immer er das geld hat. ich für meinen teil halte den preis von 70.000 euro für eine dieser glasskulpturen schon seeehr überzogen - des ginge sicherlich auch günstiger