OLALA: Der Charme der Zirkusluft – neu interpretiert

Österreichpremiere von „Certes!“ am 27. Juli in der Lienzer Dolomitenhalle.

Die französische Artistengruppe Cirque L’Enjoliveur schenkt Olala den alten Charme von Zirkusluft neu interpretiert. Über 100 Vorstellungen haben Anaïck van Glabeke, Olivier Grandperrin, „Pepe“, Erik Jankowsky, Livi und Nicolas Burnier  mit ihrem Stück „Certes!“ in den letzten vier Jahren bereits gegeben. Für Olala haben sie ihr kleines Zirkuszelt nun zum ersten Mal außerhalb von Frankreich aufgestellt. Heute, am 27. Juni um 20:00 Uhr findet am Ebner Feld hinter der Dolomitenhalle die Österreichpremiere von „Certes!“ für das Lienzer Olala Publikum statt.

„Certes!“ bedeutet „sicher, gewiss, zugegebenermaßen“ und wird auch im Französischen meistens mit dem kleinen Wort „aber“ verbunden. Und damit relativiert „Certes!“ die Welt oder unsere Vorstellungen davon. Die fünf Künstler im Zelt, zwei Musiker und drei Akrobaten, spielen mit den Ideen von Realität, stellen sie in Frage, überraschen mit neuen Blickwinkeln und geben damit allen Emotionen Raum.

Sie lassen alte Zirkustraditionen wieder aufleben, interpretieren sie aber völlig neu. Sie verzichten auf die klassischen roten Pappnasen und zitieren stattdessen tragische Helden der französischen Literatur wie Cyrano de Bergerac und bedeutende Schriftsteller wie Molière. Ein klassischer Dressurakt kommt vor, doch die Pferde fehlen. Anstatt lautem Trommelwirbel werden große Musikthemen von J. S. Bach bis zu Nat King Cole gespielt. „Certes!“ bezaubert laut Aurélie Lagatta, die Frau des Regisseurs, die uns Einblick in ihre faszinierende Zirkuswelt gewährt, vor allem durch Leichtigkeit und Eleganz.

„Das Stück erzählt von Liebe, Poesie, Freiheit und dem Zusammenleben von Menschen und das ist genau das, worum es auch uns acht Menschen geht, wenn wir von März bis September zusammen mit diesem Zirkuszelt unterwegs sind. Es ist diese Verbundenheit untereinander und jene mit dem Publikum, die uns so wichtig ist. Das Zirkuszelt ist der nötige Rahmen für diese Nähe und Intimität. Alle Gefühle haben darin Platz. Ohne dieses Zirkuszelt wären unsere Vorstellungen und damit diese Arbeit nicht möglich.“

„Es geht uns um das Abenteuer, Kunst zu leben und mit unserem Publikum zu teilen.“

Aurélie Lagatta, die selbst Kunstgeschichte studiert hat,  genießt dieses „pure“ Leben, das auch durch den Rhythmus von Nomadenleben im Sommer und Sesshaftigkeit im Winter, wenn kaum oder keine Zirkusvorstellungen möglich sind, noch verstärkt wird. „Niemand von uns ist wirklich an finanziellem Reichtum interessiert. Es geht uns um das Abenteuer, Kunst zu leben und mit unserem Publikum zu teilen.“

Und auch Flo, der LKW-Fahrer der Gruppe, der zufällig bei dem Gespräch im gemeinsamen Küchenwaggon vorbeikommt, könnte sich zur Zeit keine schönere Arbeit vorstellen. „Das Schönste ist dieser gelebte Respekt vor dem anderen. Jeder hat seine Aufgabe und seinen Platz. Jeder wird gebraucht, jeder teilt. Die Truppe wird zur Familie. Wir arbeiten zusammen, essen zusammen, erleben zusammen Gemeinschaft und Freiheit.“

Dieses Familiengefühl beschränkt sich dabei nicht nur auf ihr Team. „Die Zirkuswelt in Frankreich ist klein. Jeder kennt jeden. Seit sich der Zirkus in den achtziger Jahren von den klassischen Themen wie Tierdressur gelöst hat, ist er künstlerisch vielseitiger geworden und bietet wieder mehr Raum für „Schönes, Elegantes, Reines.“ Im Grunde arbeiten wir alle zusammen. In der Zirkuswelt herrscht Harmonie trotz aller Unterschiede.“

Im Stück ist alles bis auf Millimeter genau geplant. Und doch ist nichts Routine. Fotos: Daniel Michelon

Die scheinbar mühelose Harmonie zwischen den Akrobaten und Musikern im Zirkusfeld muss allerdings hart erarbeitet werden. Anaïck trainiert drei Stunden pro Tag nur am Seil, Livi beginnt seinen Arbeitstag am Klavier täglich um 09:00 Uhr. Im Stück ist alles bis auf Millimeter genau geplant. Und doch ist nichts Routine. Jeder muss sich ständig auf den anderen neu einstellen, verlassen und anpassen.

Die Frage, ob dieses enge Zusammenleben nicht auch anstrengend werden und zu angespannten Situationen führen kann, scheint Aurélie zu überraschen. „Ich wüsste nicht wieso. Natürlich sind wir nicht immer einer Meinung, aber da geht es dann meistens um unsere verschiedenen Ansichten in Bezug auf Musik, Kunstgeschichte, Künstler, … gestern zum Beispiel zu Leonardo da Vinci und einige seiner Arbeiten, aber ansonsten …“

„Manchmal muss man etwas sehen, um es zu glauben. Aber manchmal muss man an etwas glauben, um es zu sehen.“ Lassen wir uns also überraschen! „Certes!“ wird sicher für alle Altersgruppen ein magisches Eintauchen in die romantische, spannende, emotionsgeladene Welt im Zirkuszelt.

Ort der Veranstaltung: Ebner Feld hinter der Dolomitenhalle Lienz. Zugang über Passage zwischen Schwimmbad und Dolomitenhalle
Eintritt: 10 / 7 Euro.

Alle OLALA-Acts und Attraktionen mit Zeit und Ort auf einen Blick finden Straßentheaterfans im OLALA-Veranstaltungskalender von Dolomitenstadt!


Mach mit beim Dolomitenstadt-Liveticker! OLALA fotografieren und ein tolles iPhone SE gewinnen, mit 4K-Kamera, neuestem Betriebssystem, schnellem A9-Chip und 32 GB Speicher!

Ein Posting verfassen

Sie müssen angemeldet sein, um ein Posting zu verfassen.
Anmelden oder Registrieren