„Bei uns geht’s manchmal sehr chaotisch zu.“

Roman Wagner aus Lienz studiert Journalismus und PR an der FH Joanneum in Graz.

Aufmerksame Dolomitenstadt-LeserInnen merken bereits, dass in der heutigen Heimwehfolge ein nicht ganz Unbekannter vorgestellt wird: Unser Kollege Roman Wagner zählt schon seit einiger Zeit zu unserem Team der freien Journalisten und liefert regelmäßig Beiträge für dolomitenstadt.at. Wir haben uns in einem kleinen Café in der Lienzer Innenstadt getroffen, um über sein Studium zu plaudern.

Roman war immer derjenige, der sich am meisten auf die Schularbeiten in Deutsch gefreut hat, deshalb erkannte er schon früh sein Interesse am Journalismus. Das für ihn passende Studium hat er dann schlussendlich in der Steiermark gefunden. „Die FH Joanneum bietet mir die Möglichkeit, mich sowohl im Journalismus- als auch im PR-Bereich weiterzuentwickeln. Diese Kombination ist einzigartig in Österreich und ich habe so auch einen Plan B, falls ich keinen Job als Journalist finden sollte.“

„Mein Studium ist manchmal sehr chaotisch“, schmunzelt der Nachwuchsjournalist. Chaotisch? Das muss er uns jetzt aber genauer erklären: „Man wird manchmal einfach ins kalte Wasser geworfen und dann muss man verschiedene Aufgaben mit viel Kreativität und Individualität lösen. Dabei geht es oft sehr chaotisch zu, vor allem unter Zeitdruck.“

Roman Wagner, gezeichnet von Linda Steiner.

Wenn Roman von seinem Studium erzählt, leuchten seine Augen und seine Freude kann man förmlich spüren. „Das eindeutig Coolste bisher war der zweiwöchige Aufenthalt in Schladming bei den Special-Olympics“. Roman interviewte richtige Stars, wie beispielsweise Arnold Schwarzenegger oder Joe Kelly. „Ich bekomme teilweise die Chance, Personen zu interviewen, die ich sonst wahrscheinlich nie zu Gesicht bekommen würde.“

Um diese besondere Fachhochschule besuchen zu dürfen, gab es jedoch einige Hürden zu bewältigen. „Zuerst mussten wir eine Online-Bewerbung verfassen, dann gab es noch einen schriftlichen Aufnahmetest und ein mündliches Bewerbungsgespräch. Vor allem der Test war extrem intensiv. Einen ganzen Tag lang mussten wir Wissens- und Verständnisfragen beantworten und zusätzlich noch ein PR-Konzept und ein Portrait eines Familienmitgliedes erstellen.“ Nach dreiwöchigem Zittern kam dann endlich die Zusage. Roman hatte sich gegen 300 Mitbewerber und Mitbewerberinnen durchgesetzt und bekam einen von nur 42 Studienplätzen.

Der Abschied von Osttirol fiel Roman sehr leicht. „Meine Geschwister leben auch in Graz und ich bin am Anfang fast jedes Wochenende nach Hause gekommen, dann war der Abschied nicht wirklich schwer.“ Jedoch vermisst er die Osttiroler Berge manchmal sehr. „Der Schlossberg ist für mich kein wirklicher Berg, sondern viel mehr ein Hügel. Vor allem im Frühling, wenn die Wanderzeit beginnt, wäre ich öfters gern in Osttirol.“

Durch die Fachhochschule konnte Roman aber relativ schnell neue Freundschaften in Graz knüpfen. „Das Bootcamp in der ersten Woche half dabei sehr. Wir wurden in kleine Gruppen gegliedert und konnten uns so besser kennen lernen, da entstand dann gleich ein intensiver Zusammenhalt.“

An die große Spitze der Medien will Roman jedoch nicht. „Ich finde es genauso spannend bei regionalen Medien, wie dolomitenstadt.at, zu arbeiten. Ich muss nicht ganz an die Spitze der Weltmedien.“ Er sieht seine Zukunft also in Osttirol und will auch später wieder zurückkommen, um hier alt zu werden.

Wir wünschen weiterhin alles Gute und wer weiß: Vielleicht zählt Roman schon bald zu den besten Journalisten in Osttirol.


In der Serie „Heimweh?“ porträtieren wir junge Menschen aus Osttirol, die außerhalb des Bezirkes studieren oder eine andere Ausbildung absolvieren.

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1 Posting bisher
Soeh vor 3 Monaten

Der Bericht über Roman veranlasst mich, dem Dolomitenstadt-Team für die regelmäßigen Portraits unserer jungen OsttirolerInnen zu danken. Es ist doch super wie junge Leute wie Roman ihren erfolgreichen Weg gehen. Alles Gute für Roman und alle anderen porträtierten und noch nicht portraitierten jungen Leute!