Der Nationalpark Hohe Tauern feiert und der Geier fliegt

Seit 25 Jahren gibt es das Schutzgebiet auch in Tirol. Jubiläumsaufmarsch in Kals.

Es war ein langer und steiniger Weg bis zum Nationalpark Hohe Tauern. Mehr als 20 Jahre lang wurde in Tirol diskutiert, gestritten und verhandelt, vorwiegend entlang der Konfliktlinie Naturschutz versus Tourismus und Energiewirtschaft. 1981 wurde der Nationalpark in Kärnten aus der Taufe gehoben, kurz später folgte Salzburg, doch erst 1991 beschloss der Tiroler Landtag den Beitritt zum länderübergreifenden Schutzgebiet in den Hohen Tauern, der dann 1992 auch vollzogen wurde.

Zum Jubiläum des Nationalparks marschierte in Kals neben Schützen und Musik auch viel politische Prominenz auf. Fotos: Expa/Groder

Dieses Tiroler Jubiläum wurde am 15. September in Kals mit großem politischem Andrang, einer Geierfreilassung und einer neuen Einrichtung gefeiert: Das Besucherzentrum Glocknerwinkel wurde eröffnet, „landesüblich“ also mit Schützenaufmarsch vor dem Landeshauptmann, Landeshymne, gespielt von der Kalser Trachtenkapelle unter Martin Gratz, Salve und Schnapsl. Neben Landeshauptmann Günther Platter fand sich auch der zuständige Lebensminister Andrä Rupprechter am Fuß des Großglockners ein.

Minister Andrä Rupprechter und Schützenkommandant Rupert Huter bei einem zentralen Tiroler Brauch: dem Begrüßungsschnapsl.
Kalser Kinder besingen den „Glanz der Hohen Tauern“.

Kalser Schülerinnen und Schüler intonierten mit der Musikkapelle den Nationalparkmarsch „Im Glanz der Hohen Tauern“ aus der Feder von Hansl Klaunzer, bevor Langzeit-Nationalparkdirektor Hermann Stotter das Mikrofon ergriff und die Geschichte seiner Wirkungstätte Revue passieren ließ. Stotter ging auch auf das neue Besucherzentrum ein, das geplant von Stefan Thalmann die „Big Five“ des Nationalparks – Bartgeier, Steinadler, Murmeltier, Gämse und Steinbock – inszeniert, aber auch den „König“ in das richtige Licht rückt: Aus einem schlichten Raum mit großer Glasfront blickt man wie in ein Schaufenster in Richtung Großglockner. Zwei Millionen Euro an EU-Förderung flossen in dieses Projekt.

Die Kalser Trachtenkapelle unter der Leitung von Martin Gratz vor dem neuen Besucherzentrum.

Neben dem neuen Besucherzentrum wurde auch der Parkplatz neu gestaltet und ein Servicegebäude mit WC-Anlagen errichtet. Pfarrer Ferdinand Pittl wünschte für all das Gottes Segen herbei, bevor der Landeshauptmann das Wort ergriff und den Nationalpark als Erfolgsgeschichte pries: „Er ist der größte Nationalpark im gesamten Alpenraum sowie eines der größten Schutzgebiete in Mitteleuropa und steht als Symbol für ein einmaliges Miteinander von Naturschutz, sanftem Tourismus und Landwirtschaft.“ Sprach's und ein Sonnenstrahl brach durch die Wolkendecke, die bis dahin hartnäckig über dem Ködnitztal lag. Landwirtschafts- und Umweltminister Rupprechter teilte Platters Einschätzung und unterstrich neben dem Erholungswert und Schutzgedanken auch die wissenschaftliche Bedeutung und „Wissensvermittlung auf höchstem Niveau“.

Die „Big Five“ werden im Besucherzentrum inszeniert, hier zu sehen im Hintergrund. Davor Bundesminister Andrä Rupprechter, die Kalser Bürgermeisterin Erika Rogl, Landeshauptmann Günther Platter und Nationalparkdirektor Hermann Stotter.

Während der Feierlichkeiten kreiste ein stiller Beobachter hoch über dem Tal. Ein Bartgeier namens „Lea“ wurde kurz vorher, abseits des Rummels, in der Nähe der Lucknerhütte freigelassen. Wir zeigen in den nächsten Tagen ein Video von dieser Aktion. Das Bartgeiermännchen wurde im Mai 2015 im Kalser Dorfertal als Jungvogel ausgewildert, hatte sich aber bei einer Kollision – vermutlich mit einer Oberleitung – schwer verletzt und war dadurch flugunfähig geworden. In der italienischen Provinz Sondrio wurde Lea gefunden und eingefangen, in der Bartgeierzuchtstation in Haringsee bei Wien anschließend wieder aufgepäppelt und nun zurück in die freie Wildbahn entlassen.

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17 Postings bisher
Ornithologe vor 4 Tagen

@Resus Lieber Resus! Ist dir eigentlich aufgefallen, was der honorable EU-Kommissionspräsident Jean Claude Juncker kürzlich - in einem TT-Interview - sinngemäß von sich gegeben hat, als er wieder einmal beim „Stanglwirt“ auf Urlaub war? Die einzigen, die sich bei Natura2000 in Tirol wirklich auskennen und seriös agieren würden, wären die Bürgermeister in den betroffenen Regionen! Dass er den früheren Kalser Bgm. damit nicht gemeint hat, hat er allerdings nicht explizit erwähnt.

Dieses bemerkenswerte Statement beweist aber, dass man in Brüssel bis in höchste Stellen hinauf genau weiß und registriert hat, was sich in Osttirol/Tirol bei den unglücklichen Nominierungsversuchen mit dem „Feigenblatt Isel“ wirklich abgespielt hat. Nach diesem starken Tobak müssten doch vor allem bei Frau Felipe und ihren „Restgrünen“ alle Alarmglocken laut klingeln, wenn der EU-Präsident himself den Hammer der Rechtsstaatlichkeit in den Himmel schwingt...!

Kilian1990 vor 5 Tagen

Herr Haidenberger, selten so etwas Naives und Realitätsfremdes gelesen wie diese Posting. Wenn etwas nur im Geringsten mit Naturschutz zu tun hat, wird es von den Grünen in den Himmel gelobt. Politik für Pflanzen und Tiere und für den Klimaschutz halt, aber ohne Konzepte für die Wirtschaftsentwicklung, für Arbeitsplätze oder für Betriebsansiedelungen.

"Er gewinnt laufend an Bedeutung, als Freiraum für Erholung und Naturbegegnung, als regionaler Arbeitgeber, als Ort der Bildung und Forschung, als Alleinstellungsmerkmal und Tourismusmagnet", haben Sie geschrieben.

Die Bedeutung als regionaler Arbeitgeber sehe ich nicht, als Tourismusmagnet nur am Rande. Als Freirauf für Erholung und Naturbegegnung, Ort der Bildung und Forschung - mag schon sein. Aber diesen Freiraum gibt es dort, wo kein Nationalpark ist, auch. Und als Ort der Bildung und Forschung kommt der Nationalpark den Einheimischen am wenigsten zugute.

    senf vor 4 Tagen

    Kilian@ hast du da was verpasst, oder gehst du mit der schweissbrille durch die gegend? natürlich ist der nationalpark für die region auch eine wirtschaftseinrichtung, denn durch ihn sind ja über die 25 jahre enorme investitionen besonders in der infrastruktur für den tourismus getätigt worden. glaubt man der tätigkeitsbroschüre des np, die ja alle haushalte der nationalparkgemeinden erreicht, dann werden alljährlich rund 2 mio € für die aufgelisteten maßnahmen ausgegeben. natürlich bleibt nicht jeder cent in der region, denn es wäre vermessen zu glauben, dass die region sämtlich leistungen für alle aufgaben erbringen kann. du solltest dir die frage stellen, wass denn in der iselregion passiert wäre, hätte man den nationalpark verhindert. köll wusste damals genau, dass das schutzgebiet kommt und hat natürlich - zu recht - hoch gepockert, sodass viel noch heute geld fließt. immerhin kann er jetzt weiterhin den großteil des tvb-budget für die winter-infrastruktur nutzen, auch im glauben, dass dadurch die kassen klingeln.

    meinemeinung@ dein letzter absatz geht wohl ins leere: kals hat in der np-geschichte eine sonderstellung, das hat überhaupt nichts mit stotter zu tun, sondern mit den kalser "weibern", denen es ja zu verdanken ist, dem jahrzehnte langen kraftwerksgeplänkel ein ende zu setzen. und wenn auch du aufgepasst hast, dann hast du sicher gemerkt, dass sehr wohl in der ganzen nationalparkregion und auch in lienz fleissig investiert wurden. man denke dabei an den wasserschaupfad umbalfälle, die kleinen ausstellungen in verschiedenen orten, die lehr-und wanderwege, die almen- und schutzhütten und vor allem auch in der inzwischen recht attraktiven touristischen infrastruktur im tal, für die es laufend sonderförderungsprogramme gibt und geben wird.

    haidenbergers posting ist verständlich, er ist ja das regionale sprachrohr der grünen nationalpark-kuratoriumsvorsitzenden. hoffentlich entwachsen auch seine schüler den kinderschuhen so gut.

      Ma St vor 4 Tagen

      Senf, da werden aber die Rechnungshöfe in Innsbruck und Wien für Landes- und Bundesmittel bzw. Luxemburg für die EU-Mittel beim Nationalpark ihre Freude haben, wenn die Tiroler Parkverwaltung ihre (nicht mehr übersehbare) Bevorzugung nur einer, von gesamt 10 Osttiroler Nationalparkgemeinden im Veranstaltungs-und Förderbereich, mit „den Kalser Weibern“ und deren Meriten begründet...

      Hoffe doch stark, dass das nicht eine „offizielle“ (hinter vorgehaltener Hand ohnehin mehr oder weniger kolportierte) Begründung ist? Denn dann müsste man sofort die Frage stellen, ob Senf auch ein Kalser Produkt ist ( ich kenne eigentlich nur Defregger Senf in unserer Region...) und was es z.B. dann mit den „Prägratner Weibischn“ auf sich hat, sind die vielleicht gar nichts? Ich habe immer gemeint, „brave Mädchen kommen in den Himmel , böse Mädchen kommen aber überall hin!“ Gilt das jetzt plötzlich nicht mehr, bei der generösen Verteilung von „Nationalparkgeschenken“ aus unser aller Steuermitteln?

      Ah, jetzt weiß ich wieder, wie‘s läuft und in den letzten Jahren offensichtlich gelaufen ist: die braven „Glockner-Mädels“ bekommen alles, was sie sich wünschen, denn sie waren es ja, die „dem jahrzehntelangen Kraftwerksgeplänkel ein Ende gesetzt“ haben...Deshalb werden sie auch von uns allen belohnt und hat „Kals in der Nationalparkgeschichte eine Sonderstellung...“, wie du zu wissen glaubst ?

      Die „Golden Girls“ aus Virgen bekommen den einen oder anderen „Weg der Sinne“, damit müssten sie doch eigentlich zufrieden sein? Und die armen Prägratner „Felsenkinder-Mädels“ bekommen weiterhin gar nichts, denn ihre Väter und Vorväter waren ja so böse und bei weitem nicht so „Nationalpark-freundlich“, wie die so reich an Kraftwerken, Erschließungsstraßen und „Schischaukeln“ gesegneten KalserInnen! Wie lange glaubst du Senf, werden sich die Menschen in der Iselregion noch so „verschaukeln“ und sich das gefallen lassen? Politisch ist diese einseitige und ständige Bevorzugung von „Kals über alls“ in allen Bereichen sowieso ein „Vollholler“, um die Sache auf ihren Kern zu bringen, aber „die da oben“ werdens schon wissen...

      senf vor 3 Tagen

      ma st@: interessant, was und wie du da interpretierst. kals war halt einmal das zünglein an der waage und hat dem kraftwerksgeplänkel ein ende gesetzt, zuerst die weiber, dann die volksbefragung, dann der rückhalt aus der region und damit meine ich deine mädel, auf die du ja nicht vergessen hast. man muß nicht aus kals sein, um die dinge und behauptungen zu wissen, so wie z. bsp auch, dass die schischaukel kals auf initiative von köll II entstanden sein soll. es dürfte für die nationalparkorganisation eine leichtigkeit sein, ihre förderungen über die 25 jahre aufzuzählen und nach gemeinden zu ordnen. gefühlsmäßig sehe ich da matrei ganz vorne im bug lachen, denn dort ist ja die verwaltung mit viel personal angesiedelt. kals dürfte da sogar weit dahinter liegen. aber egal: fördergelder werden immer dahin fließen, wo kreativität sitzt und aktivitäten stattfinden.

Thomas Haidenberger vor 5 Tagen

Alles Gute zum 25. Geburtstag!

Die „Schwangerschaft“ war deutlich überlang und von vielfältigen Komplikationen geprägt. Es folgte eine schwere Geburt, bei der die Kalser Frauen wertvolle Hebammendienste geleistet haben. Die Kinderzeit war auch nicht immer leicht und unbeschwert, so manche „Stiefväter“ hatten ihre liebe Not damit, das anfangs gar nicht geliebte Kind anzunehmen und zu seiner Entwicklung beizutragen.

Allen Schwierigkeiten zum Trotz ist der Nationalpark Hohe Tauern den Kinderschuhen entwachsen. Seine Talente und Stärken entfalten sich. Er gewinnt laufend an Bedeutung, als Freiraum für Erholung und Naturbegegnung, als regionaler Arbeitgeber, als Ort der Bildung und Forschung, als Alleinstellungsmerkmal und Tourismusmagnet. Nicht nur dem Geburtstagskind ist zu gratulieren, sondern allen, die dazu beigetragen haben, dass es sich so gut entwickeln konnte und nun die Entwicklung unserer Region vorantreibt.

Großer Dank an alle Beteiligten für ihre Ideen. Hohe Anerkennung für die Ausdauer und die Kraft all jener, die sich dafür eingesetzt haben, das anvertraute Kind auch bei manchmal recht heftigem Gegenwind voranzubringen und zu dem zu machen, was es heute ist und in Zukunft immer stärker werden wird: Ein Grund zum Stolz und zur Identifikation mit dem eigenen Umfeld, ein kräftiger Motor für eine positive und nachhaltige Entwicklung unseres Bezirks und der benachbarten Regionen.

    anton2009 vor 3 Tagen

    ​ @Thomas H. schreibt... "dass es sich so gut entwickeln konnte und nun die Entwicklung unserer Region vorantreibt". ... Der NP hat nicht die Entwicklung unserer Region vorangetrieben, eher verhindert bzw. gebremst!

MeineMeinung vor 6 Tagen

Bei Landeshauptmann Günther Platter hat man wirklich den Eindruck, dass ihm vor allem auch die touristische Weiterentwicklung des Nationalparks ein sehr großes Anliegen ist. Dies hat er nicht nur durch gewählte Worte bei dieser Jubiläumsfeier in Kals oder die Anstellung der neuen Nationalparkmarketingbeauftragten bewiesen, sondern auch durch die Einrichtung eines neuen Sonderförderungsprogrammes in der gesamten, schon bisher bestehenden Natura2000 = Nationalparkregion in Osttirol, zu der ja auch die Nationalparkgemeinden St. Veit und Hopfgarten in Defereggen gehören.

Die neue NP-Einrichtung „Glocknerwinkel“ ist wirklich sehr gelungen und schön geworden , wobei es nur recht und billig ist, wenn der Nationalpark s e i n e Besuchereinrichtungen und Parkplätze in den Hauptzugangstälern ( Ködnitztal etwa 80.000 Besucher pro Jahr, Innergschlöss etwa 100.000, Umbalfälle etwa 48.000, Jagdhausalmen und Stallersattel etwa 45.000 oder Debanttal etwa 28.000) auch s e l b s t finanziert, so wie in den meisten anderen Nationalparks der Welt.

Was aber im Tiroler Anteil absolut noch fehlt, ist ein NP-Besucher- und Erlebniszentrum a la Mittersill, das mit über 100.000 Besuchern p.a. das derzeitige Nationalparkhaus in Matrei - immerhin Sitz der Nationalparkakademie und des drei Bundesländer überschreitenden Nationalparkrates - mit knapp 20.000 Besuchern im bisher besten Jahr, noch weit hinter sich lässt: Direkt an der Felbertauernstrasse, mit über 1,2 Millionen PKW und zahlreichen Bussen pro Jahr, gäbe es dafür ideale Voraussetzungen!

Und etwas wäre noch gut, für eine (noch) bessere Akzeptanz des Nationalparkes in Osttirol: Wie wäre es z.B., wenn die Verwaltung derartige Feierlichkeiten nicht immer nur in Kals abhalten würde (dorthin scheint nicht nur der NP-Direktor gute verwandtschaftliche Beziehungen zu haben) oder in Matrei (wo heuer schon Frau Felipe die neue Dauerausstellung eingeweiht hat) , sondern vielleicht auch mal in Prägraten (dort wäre es besonders notwendig) , in Virgen, St. Veit, St. Jakob oder gar einmal im Talboden, z.B. in Dölsach oder Iselsberg-Stronach, das wär doch was?

    Randnotiz vor 4 Tagen

    Was du noch vergessen hast, Meine Meinung ist: Die Kalser Glocknerstraße, die der Gemeinde Kals heute so viele Maut- und Parkplatzeinnahmen sowie alljährlich tausende BesucherInnen ins Ködnitztal an den Fuß des Grossglockners bringt, hätte es ohne das Kraftwerksprojekt Dorfertal nie gegeben: Sie war eine „Vorleistung“ der früheren Studiengesellschaft Osttirol und späteren Osttiroler Kraftwerksgesellschaft mit Sitz in Matrei, so schauggs aus! Das waren nicht die schlechtesten und dümmsten Bevölkerungsvertreter, die beiden Vorgänger von Klaus Unterweger im Kalser Bürgermeisteramt, Stefan Schneider und Sepp Bergerweiss...“Der Nationalpark“ hätte eine derartige Straße nie gebaut oder ermöglicht, ebenso wie die Grünen, die heute selbst eine neue Felbertauernstrasse nie zulassen würden!!! Ähnlich verhält es sich mit den Kleinwasserkraftwerken, die die weitblickende Familie Oberlohr, auch am Fuße des Grossglockners erbaut hat...

      senf vor 4 Tagen

      randnotiz: du solltest auch auflisten, was die studiengesellschaft mit dem kraftwerksprojekt über den planungszeitraum von 70 jahren in kals und der gesamten region für ihre Entwicklung alles verhindert hat, weil politisch ja jegliche investition von diesem vorhaben abhängig gemacht wurde. im nachhinein betrachtet hat die studiengesellschaft ja eine fehlinvestition getätigt, für die die kalser im grunde nicht verantwortlich sind, auch wenn sie heute den nutzen daraus haben :-) und endlich, nach fast vierzig jahren den längst fälligen parkplatz mit nationalparkgeld kundenfreundlich gestaltet haben.

      du solltest den grünen nichts in den mund legen, die haben ohnehin nichts zu sagen. erinnere dich lieber, wer in erster linie gegen das plöckentunnelprojekt gemäckert hat.

Kilian1990 vor 6 Tagen

Danke steiner245 für die aufklärung. Einladung habe ich nicht gesehen. Sorry wenn ich dadurch jemandem umrecht getan habe.

VirgentalerIn vor 6 Tagen

In der gestrigen Kleinen Zeitung konnte man lesen, wie es sich damals, in den Jahren 1990/1991 wirklich zugetragen hat, beim entscheidenden Durchbruch in den harten Verhandlungen, zwischen den meisten Osttiroler Nationalparkgemeinden und dem Land Tirol: Andreas Köll war damals ein junger Bürgermeister, der - u.a. beraten von Politprofis wie LA Leo Gomig - bereits im ersten Jahr seiner Amtszeit eine freie und geheime Volksbefragung in Matrei in Osttirol durchführte: 74% der befragten Matreier BürgerInnen lehnten damals einen international anerkannten Nationalpark ab und die Stimmung in den anderen Gemeinden war durchaus ähnlich, vor allem im Virgental und Defereggental.

Als man nach Prägraten auch in Virgen eine Volksbefragung abhalten wollte und die Gespräche selbst im Defereggental zu scheitern drohten, trafen sich der damals gleichermaßen noch relativ junge Naturschutzlandesrat Ferdinand Eberle und der Matreier Bürgermeister zu „Geheimverhandlungen“, wie Eberle heute berichtet: Und wer, wenn nicht er als der, noch mit Abstand glaubwürdigste Zeitzeuge aus diesem zähen und manchmal auch nächtelangen Ringen, sagte kürzlich bei einem, zwischenzeitlich schon wieder legendären „Hoangascht“ am vergangenen Freitag beim „Rauter“ in Matrei: „Der Nationalpark wäre gescheitert, hätte es nicht ein Vier-Augen-Gespräch zwischen mir und Andreas Köll gegeben. Ich verlangte von ihm, seinen Widerstand aufzugeben und nur mehr realistische Forderungen zu stellen. Ich rückte dafür mit der Marie heraus...“ Per Handschlag seien zuerst 250 Millionen Schilling für ein wirtschaftliches Entwicklungsprogramm besiegelt worden, aus denen dann sogar 300 Millionen geworden sind.

Der Gemeinderat von Matrei stimmte sodann einem Nationalpark „Tiroler Prägung“ - in Verbindung mit diesem ersten Sonderförderungsprogramm in Tirol überhaupt - als Ausgleich für wirtschaftliche Nutzungsverzichte - zu: Die Iselregion musste ja schon damals, im Unterschied zu vielen Nordtiroler Regionen, „mehr oder weniger freiwillig“, auf ein Gletscherschigebiet am Grossvenediger - für welches LA Gomig mit dem späteren Landesrat Kranebitter bereits eine Aufschließungsgesellschaft gegründet hatte, verzichten. Auch das endgültige „Aus“ für ein Speicherkraftwerk „Dorfertal-Matrei“ war kurz zuvor - gegen den Willen der Landeshauptleute Wallnöfer und Partl - von Wirtschaftsminister „Bobby“ Graf in Wien verkündet worden...

Heute ist es wohl noch zu früh darüber zu urteilen, wie sich die Iselregion mit Kraftwerk, Gletscherschigebiet UND einem, immer noch sehr großen Nationalpark entwickelt hätte, wenn man z.B. nur Prägraten mit Hintertux vergleicht? Aber vielleicht ist es wirklich langfristig und nachhaltig besser so, wie es gekommen ist...

Dass der Nationalpark - der vor allem touristisch noch immer etwas schwächelt - aber nicht zu einem Mühlstein für eine der noch wenigen Abwanderungsregionen Tirols geworden ist, verdankt man heute nur so kompromissbereiten Pionieren der damaligen Zeit, wie Ferdinand Eberle, Leo Gomig oder Andreas Köll! Nicht zu denken, was ohne dieses, natürlich durch den Nationalpark ausgelöste Entwicklungsprogramm, vor allem ohne den intensiven Ausbau des Wintertourismus geworden wäre? Keine Schischaukel „Matrei-Kals“, kein Moutainresort „Gradonna“ und andere Qualitätsbetriebe, keine geordnete, auch mit diesen Programmen nur schwer finanzierbare Abwasserentsorgung, fast keine Betriebsansiedelungen und kommunalen Infrastrukturen....

Man braucht nicht weit in manche Alpenregionen von Frankreich oder Norditalien fahren um zu sehen, wie menschenleer einstmals besiedelte Gebirgstäler werden können, wenn es dort „nur“ mehr Nationalparks, Wölfe und Bären gibt...

Derartige Jubelfeiern wie in Kals, sollten daher vielleicht manchmal auch dazu dienen, sich in der schwierigen Disziplin der Selbstreflexion zu üben und nicht nur unkritische Legendenbildungen zu verbreiten, die mit der „wahren Geschichte“, wie sie gerade der Zeitzeuge und „Macher“ des einzigen Nationalparks in Tirol, Ferdinand Eberle, zu erzählen weiß, nicht das Geringste zu tun haben...

    foschtgiehner vor 3 Tagen

    @ Virgentalerin: Der Eberle Ferdinand war schon ein „großes Schlitzohr“ in den Nationalparkverhandlungen, aber ein liebenswertes, das sich bereits damals mit einem Andreas Köll in bester Gesellschaft befand. Dieser betont oft den außergewöhnlichen Scharfsinn, die unglaublich rasche Auffassungsgabe und unmittelbar darauffolgende Problemlösungskompetenz, aber auch Handschlagsqualität Eberles, wenn er noch heute „mit Hochachtung „ von dessen aktiver Zeit spricht.

    Eine Geschichte aus diesen turbulenten Tagen, Wochen und Monaten ist besonders bezeichnend für den „strategischen Erfolg“ mancher eingesetzten „Mittel“ bei der Nationalparkwerdung in Tirol und hat sich diese damals im Defereggental tatsächlich so zugetragen: Als auch in St. Jakob, St. Veit und Hopfgarten der Widerstand immer größer wurde, und selbst dort, nach einem langen Tag und einer noch viel längeren, vorhergehenden Nacht, die Verhandlungen endgültig zu scheitern drohten, verfasste der damalige Büroleiter Eberles und heutige „Sozialhofrat“ Dr. Johann Wiedemair, der als gebürtiger Villgrater und anerkannter Verwaltungsjurist in dieser Kombination ja auch nicht gerade von „schlechten Eltern“ war, eine geradezu euphorische „ Jubelmeldung“ an die heimischen Medien. So konnte man eines schönen Tages z.B. in der ORF Tirol-Mittagslandesrundschau - zum großen Erstaunen aller näher Beteiligten - hören: „Durchschlagender Erfolg für Ferdinand Eberle in dessen langwierigen Verhandlungen in Osttirol geglückt! Einem Nationalpark steht auch in Tirol nichts mehr im Wege...“

    Leider leben die früheren Defregger Bürgermeister Rudl Obkircher und Hubert Veider nicht mehr, aber deren Zeitgenossen Alt.-Bgm. Armin Ladstätter aus St.Jakob, oder die legendäre Amtsleiterin Ottilie Stemberger aus St.Veit, könnten sogar „eidesstattlich“ bezeugen, dass es sich damals genau so abgespielt hat! Ferdinand Eberle sagt heute dazu nur mehr schelmisch: „Das hat der Hans damals - ohne mein Wissen als Landesrat - völlig eigenständig getan, aber er hat es doch gut gemacht, oder...?“

steiner345 vor 6 Tagen

@Kilian1990: In der Einladung stand "Begrüßung Bürgermeisterin Erika Rogl" und nichts anderes. Gott sei Dank wurde die Begrüßung nicht missbraucht (was leider manchmal vorkommen soll). Grußworte sind dann noch dazu länger als Festreden! Das freut dann jeden Teilnehmer. 😡

Kilian1990 vor 7 Tagen

schöne feier, keine frage! aber was aufgefallen ist, war, dass die bürgemeisterin ziemlich daneben war. rede ohne aussage ... oje oje oje

bitte ein bisschen mehr inhalt frau bgm. und weniger historie ....

    Mottinger vor 6 Tagen

    @ Kilian1990: Die Rede vi da Bürgermoaschterin isch it sou letz geweisn, oba vielleicht hiet se bi da Begrüßung it in grünen Klubobmann Mair extra begriassn gsollt? Sie hot jo a it gsogg, FPÖ- Nationalrat Gerald Hauser oder ÖVP- Bundesrot Andreas Köll? Partei-Werbung bi sou oana Veronstoltung geht schun gor it, vor allem it fa die Grian, obwohl dei's derzeit woll am meischtn brauch'n kinnetn...

    Wer hot eppa dei Reide gschriebm? Vielleicht die Christine Brugger? Donn wa des mit da Begriassung und da Historie jo eh olls klor: Betonung da Grünen und Heiligsprechung ve ihr'n frian Chef Untawega, und be die Zeitzeug'n koan Oanzign ve dei erwähnen, dei wos domols wirklich dabei geweisn hent, 1989 bis 1991...

      Resus vor 4 Tagen

      Frau Rogl wäre gut beraten, nicht alles zu glauben, was ihr von ihrem Vorgänger und langjährigen Chef als Historie einfach so vorgekaut worden ist: Mag sein, dass Klaus Unterweger seinerzeit als Bauernfunktionär, mit manchen Kalser und Matreier Frauen dazu beigetragen hat, das Speicherkraftwerk Dorfertal zu verhindern, vielleicht auch ein Gletscherschigebiet in Prägraten. 20 Jahre später hat er aber sowohl als Bürgermeister (am Dorferbach), wie auch privat (für den Spöttlinghof) selbst zwei (!) Wasser-Kraftwerke gebaut und versucht, über die Gemeinde sogar noch ein drittes (!) zu bauen, mitten im schönsten Tamariskenwald (im Bereich Haslach)!

      Dort ist es ihm (vorerst) gelungen, ein laut Brüssel verpflichtend einzurichtendes Natura- 2000- Gebiet zu verhindern: Soviel zu dessen Glaubwürdigkeit als „Nationalparkpionier und Naturschützer...“ Den Prägratnern und Virgern hat er eine ähnliche Entwicklung per Wasserkraft aber nicht gegönnt. Weitblickender Kalser Bürgermeister in der intensivsten Nationalpark-Diskussionsphase in Osttirol (bis 1992) war jedoch nicht Unterweger, sondern Josef Bergerweiß, ein bis zuletzt glaubwürdiger Verfechter eines vernünftigen Kompromisses zwischen Kraftwerk und Nationalpark. Vor allem war dieser auch stets ein prononcierter Befürworter einer Schischaukel Kals-Matrei, etwas, was man von Herrn Unterweger wahrlich nicht behaupten kann!

      „Gschichtlen“ ohne seriösen Faktencheck einfach zu übernehmen, machen diese noch lange nicht zu überprüfbarer Geschichte, vor allem nicht dann, wenn von absolut glaubwürdigen Zeitzeugen schon nach 25 Jahren manche Archive geöffnet werden: Letztendlich siegt immer die Wahrheit, trotz aller (grüner) Verschleierungstaktik...