Haidenberger bewirbt sich um ein Landtagsmandat

Die Tiroler Grünen stellen sich für den Urnengang im Februar 2018 auf.

Die richtigen Rückschlüsse aus dem Wahldebakel auf Bundesebene ziehen und den Blick nach vorne richten, so lautet derzeit die Devise bei den Tiroler Grünen. Dafür haben sich die Grünen nach eigenen Anaben in den vergangenen Wochen intensiv mit den hunderten Rückmeldungen auseinandergesetzt, die ihnen über alle möglichen Kanäle geschickt wurden. „Da ist viel konstruktive und spannende Kritik dabei, die wir sehr ernst nehmen“, erklärt der Geschäftsführer der Tiroler Grünen, Thimo Fiesel.

Bei den Tiroler Grünen rauchen die Köpfe. Nach der historischen Schlappe auf Bundesebene soll die Landtagswahl neuen Aufwind bringen. Foto: gruene tirol

Optimistisch stimme ihn die Stimmung in der Landespartei. In den letzten Tagen sei nach dem Frust ein regelrechter Ruck durch die Partei gegangen, der sich auch in den Sitzungen widerspiegle. „Unser Sitzungszimmer ist fast aus allen Nähten geplatzt. Alle wollen dazu beitragen, dass wir bei der Landtagswahl erfolgreich sind und die Grünen weiterhin ein gewichtiges Wort in Tirol mitzureden haben“, so Fiesel.

Am 11. November findet in Igls eine Landesversammlung statt, die für alle Tirolerinnen und Tiroler offen ist. Dort wird die Landesliste für die Landtagswahl gewählt. Die bisher eingegangenen Kandidaturen sind auf der Website der Tiroler Grünen nachzulesen. Auch Thomas Haidenberger steht auf der Liste. Der Iselsberger Lehrer war Grüner Kandidat für die Nationalratswahl, bei der die Grünen mit einer historischen Schlappe aus dem österreichischen Parlament flogen. Ob Haidenberger an aussichtsreicher Stelle für den Landtag gereiht wird, entscheidet die Landesversammlung. Nicht auf der Liste steht bislang die grüne Landesrätin Christine Baur.

Bei der Nationalratswahl gab es für Thomas Haidenberger nur einen Blumentopf. Jetzt steht der Lehrer aus Osttirol auf der Liste von Bewerbern für ein grünes Landtagsmandat. Foto: Expa/Gruber
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6 Postings bisher
Churchill vor 2 Wochen

Die Grünen haben sich meiner Meinung nach zu sehr zu Social Justice Warriors entwickelt, um in der breiten Bevölkerung noch Anklang zu finden. Das Ergebnis der NRW sehe ich als Bestätigung dessen.

Eine Rückbesinnung auf grüne Kernthemen, wie Umweltschutz, Bio und parlamentarische Kontrolle würde dieser Partei sicherlich nicht schaden. Und anstatt sich tatsächlich für ein Ende der Gender-Pay-Gap einzusetzen debattiert man lieber sprachliche Spitzfindigkeiten, zerwirft sich gleichermaßen mit der eigenen Parteijugend wie mit den langjährigen und altgedienten Parteimitgliedern (Gabriele Moser, Peter Pilz) und bedient nur noch das Bobo-Clientel in den Großstädten, vor allem jenes der Wiens Innenstadtbezirke.

Und dann kommt noch dazu, dass die gegen Pilz vorgebrachten Vorwürfe der sexuellen Belästigung (welche aufgrund des "übereilten" Rücktritts sicherlich schwer wiegen dürften) der grünen Führungsriege bekannt waren, diese totgeschwiegen wurden und Pilz sogar im Rahmen eines Vorzugsstimmenwahlkampfes als Zugpferd eingespannt werden hätte sollen? Das Image der "Saubermann"-Partei haben sie spätestens damit auch verspielt.

Und Felipe, die in Tirol ohnehin nicht den stärksten Rückhalt hat, machte sich dann auch noch auf, die Geschicke der Grünen auf Bundesebene in die Hand zu nehmen.

Summa summarum: Ein Trauerspiel, wie es im Buche steht.

    spitzeFeder vor 2 Wochen

    Unterschrieben.

    Was ich zu Felipe - die mir sehr sympathisch war - noch hinzufügen möchte: Nach dem missglückten Ausflug auf die Bundesebene hat sie dieselbe schneller verlassen als Ratten ein sinkendes Schiff.

    Wirklich, ein Trauerspiel ... 😢

bergfex vor 2 Wochen

......Haidenberger bewirbt sich um ein Landtagsmandat.... Aus dem Nationalrat ist nichts geworden ? Zum Schluss bleibt nur mehr ein Gemeindemandat oder weiterhin in der Schule den Kindern das Grüne beibringen.

Kilian1990 vor 2 Wochen

Die Grünen haben auch in Tirol Politik gemacht, die an den wirklichen Bedürfnissen des Großteils der Bevölkerung vorbeigeht. Politik für Minderheiten sozusagen - Universitätsprofessoren, Mitarbeiter von NGOs, Studenten. Alles Menschen eben, die mehr vom Staat herausnehmen, als sie beitragen. Das Nationalratswahlergebnis hat gezeigt, was der Großteil der Wähler davon hält. Lösungen für die wirklichen Probleme - Arbeitsplätze, Stärkung des Wirtschaftsstandorts, Migrations- und Integrationsfragen, sozialer Ausgleich - haben die Grünen eben nicht. Vom Desaster, das Felipe rund um Natura 2000 verursacht hat, will ich erst gar nicht reden. Es wird meiner Meinung nach arschknapp, dass die Grünen wieder in den Tiroler Landtag kommen.

    Dreieck vor 2 Wochen

    Zweifellos haben Univ.Prof.s ein genauso eingeschränktes Blickfeld wie Otto Normalverbraucher. Sind halt auch nur Menschen. Ich behaupte aber, dass sie sich dieses Problems sehr viel eher bewusst sind als ein Otto Normalverbraucher. Manche behaupten ja, an den heutigen Unis ist kritisches Denken fehl am Platz - kritischer als im Landtag oder bei anderen Abnick-Vereinen aber vermutlich schon. Ist auch nicht schwer. Zahlen übrigens durch ihr hohes Einkommen auch mehr Steuern als Otto Normalverbraucher. Nur wegen dem "mehr herausnehmen als einzahlen". Überraschenderweise ist es auch noch gar nicht verboten, Politik für eine Bevölkerungsminderheit zu machen - das machen sogar die meisten Parteien.

    senf vor 2 Wochen

    killian: hast du nicht auch das gefühl, das die angst vor den grünen umgeht? leider von leuten, die keine ahnung von politischen und verwaltungssystemen haben. aber es ist halt das einfachste, fehler oder unangenehmes jemand in die schuhe zu schieben. natura 2000 ist keine erfindung der grünen, die natur- und umweltschutzgesetze der länder und des bundes samt vollzug ebenso nicht. wenn diese bestimmungen jemand nun in seinen interessen nachteile bringen, dann ware es immer die grünen, diese bösen, die ja nur engstirniges denken haben, wie du hier ja andeutest. deshalb merke dir, dass sämtliche landes und bundesgesetze von regierungsparteien gepastelt und beschlossen werden. ich bin kein grüner, nein, aber ich bestaune menschen, die mut haben, sich für etwas einzusetzen, das keine laute stimme hat, und sich auch für unser dasein wichtig ist. allerdings muss er von der sache überzeugt sein. ein brugger oder und viele andere nutzen die grüne plattform leider nur als selbstdarsteller fur sich, man kann ja als abgeordneter gutes geld einsacken und wenn man davon satt wird, wirds bald leiser. herr haidenberger kommt mir vor, als sei er photovoltaiklobbist, er verstrikt sich im detail und kommt damit nicht an, weil der bezirk lienz mit alternativenergie gut im rennen liegt. virgen und die oberländer zeigen es ja längst auf. haidenbergers motivation sollte sich im bedürfnis eines gesunden und lebenswerten lebensraumes finden. herrn retter schätze ich als ehrlich und objektiv ein, denn als biologielehrer liegen ihm funktionierende ökosysteme am herzen. was sonntagsredner aus der ferne motiviert, kann ich leider nicht erkennen, wahrscheinlich viele andere auch nicht. freue mich auf rege diskussion!