Pepo Winkler und Hermann Unterdünhofen rebellieren

Aufsichtsräte kandidieren mit eigener Liste bei TVB-Wahl: „Wir kommen mit Theurl nicht weiter.“

Der Hotelier Josef „Moar Pepo“ Winkler und Hermann Unterdünhofen, Geschäftsführer des Golfclubs in Lavant, treten mit einer eigenen Liste zur TVBO-Wahl am 18. Dezember an. Sie kandidieren mit ihrer Liste in den Stimmgruppen 2 und 3, nicht aber in der Stimmgruppe 1. Die entsprechenden Kandidatenlisten seien auf dem Weg zur Tourismusbehörde, erklärte Josef Winkler im Gespräch mit dolomitenstadt.at am 16. November.

Am kommenden Montag oder Dienstag wird offiziell bekanntgegeben, wieviele Listen sich tatsächlich um die zwölf Aufsichtsratsmandate bewerben. Winkler hält auch eine Kandidatur einer Gruppe rund um Liftkaiser Heinz Schultz noch für möglich. Schultz hat eine starke Position in der Stimmgruppe 1, hält sich gegenüber den Medien aber bedeckt.

Hermann Unterdünhofen und Josef „Pepo“ Winkler treten mit einer gemeinsamen Liste bei der TVBO-Wahl kurz vor Weihnachten an.

Das gemeinsame Antreten von Winkler und Unterdünhofen ist in verschiedener Hinsicht bemerkenswert und auch ein Sittenbild für die immer verworrener werdende Situation im Tourismusverband Osttirol. Dort regieren seit Jahrzehnten Obmann Franz Theurl und der Matreier Bürgermeister Andreas Köll als starke Männer, die maßgeblich bestimmen, was mit dem Neun-Millionen-Euro-Budget des Verbandes geschieht.

2012 gab es einen ambitionierten Versuch, diese Alleinherrschaft zu beenden. Das „Team Osttirol“ wurde gegründet, mit vielen Wirtschaftstreibenden aus dem Bezirk. Einer von ihnen war auch Josef Winkler. Er zog für die Opposition auf einem Ticket der Stimmgruppe 1 dann auch in den Aufsichtsrat ein. „Ich musste in den letzten fünf Jahren erkennen, dass man mit Franz Theurl nichts weiterentwickeln kann. Er hat Verdienste, aber wir kommen mit Franz einfach nicht weiter.“ So denke auch sein Mitstreiter Hermann Unterdünhofen, der ebenfalls schon bisher im TVB-Aufsichtsrat saß, allerdings für Theurls Liste. Jetzt marschieren die beiden passionierten Golfspieler gemeinsam gegen den viel kritisierten Langzeit-Obmann.

Pikant wird das Ganze, weil Josef Winklers Sohn Thomas, Hotelier in Tristach, sich vor Kurzem zum Kronprinz von Franz Theurl erklären ließ. Winkler junior wollte eigentlich mit einer eigenen Liste die jungen Osttiroler Touristiker um sich scharen und so das System-Theurl aushebeln. Jetzt glaubt er offenbar an eine Reform von innen. Das hält sein Vater für schwierig: „Deshalb versuche ich es mit einer eigenen Liste. So kann ich auch meinen Sohn unterstützen. Wenn ich kein Mandat kriege, hab ich mich zumindest bemüht. Alle schimpfen und wählen dann doch wieder Theurl.“

Das Unterfangen von Winkler und Unterdünhofen ist aus mehreren Gründen schwierig. Zum einen wäre da noch das Team Osttirol, das auch heuer wieder antritt und als einzige Gruppierung bisher transparent auf einer eigenen Website seine Kandidatenlisten veröffentlicht. Die Platzhirsche Franz Theurl und Andreas Köll sind als exzellente Wahlkämpfer bekannt, die seit Wochen durch den Bezirk touren und zumindest in der Stimmgruppe 1 keine Gegner haben dürften.

Durch das Kurienwahlrecht und zwei fix gesetzte Bürgermeister – die ihre Stimme wohl Theurl und Köll geben – kann nur ein exzellentes Ergebnis in der Zweier- und Dreier-Kategorie zu einer Aufsichtsratsmehrheit führen. Doch hier ist Mobilisierung schwierig. Mehr über Wahlarithmetik und Seilschaften im TVBO demnächst!

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8 Postings bisher
senf vor 3 Wochen

wort des jahres: seifenblasenplatzerbums 🌬. 🌬.

Franz Brugger vor 3 Wochen

Das sieht wohl eher nach einem taktischen Manöver aus. Stimmgruppe 1 scheint THEURL zu gewinnen, dank der (unwürdigen) politischen Taktiererei dieser Unternehmen.

In Stimmgruppe 2 gilt es nun wohl, Stimmen für die bestehenden Mitbewerber, Team OSTTIROL und eine eventuell noch auftretende Liste auszudünnen.

Es scheint unglaubwürdig, wenn die "Abteilung GOLF", die doch in den letzten Jahren vorzüglichst bedient wurde (maße mir da keine Bewertung an) jetzt feststellt, dass man mit THEURL keinen Staat macht.

Frage an die beiden: Wen würde sie dann im AR sitzend, als Vorstand und Vorsitzender des AR wählen? THeurl oder den neuen Kronprinz Winkler?

    senf vor 3 Wochen

    lieber franz, hast mit deiner analyse fast ins herz getroffen. es kommt aber noch viel dicker, wirst sehen.

bergfex vor 4 Wochen

Hat Theuerl überhaupt noch Zeit für seinen Job bei der Bank oder ist er schon in Pension ?

Kilian1990 vor 4 Wochen

In Osttirol gibt es viele gute Hoteliers, Wirte, Betreiber von Pensionen, excellente Köche, die teilweise selber Spitzenrestaurants betreiben. Aber im Tourismusverband sind mehr Schwachköpfe unterwegs, als vernünftig denkende und fähige Menschen. Nichts gegen Aufbruch und Neubeginn, aber auch bei den neuen Listen scheint es personell nicht viel besser auszuschauen, als bei den bestehenden Strukturen. Der Tourismusverband ist ein aufgeblasener Apparat, wo viel Geld unsinnig ausgegeben wird. Der Verband gehört abgespeckt.

attiler vor 4 Wochen

".. so kann ich meinem Sohn helfen" also weiß hoffentlich jeder was davon zu halten ist. Hoffentlich gehen viele vorallem auch diejenigen die Frustriert sind zur Wahl, damit wirklich eine Änderung passiert. Und hier der Tipp und wie auch beschrieben " ...... das Team Osttirol .. einzige Gruppierung die Transparent ist"

mischmaschin vor 4 Wochen

Sorry, aber so einen Schwachsinn habe ich überhaupt noch nicht gehört oder gelesen - bei der letzten Wahl gegen Theuerl anzutreten, nach kürzester Zeit zu ihm überzulaufen, sich 5 Jahre mit hunderttausenden füttern zu lassen und jetzt zur Erkenntnis gelangen, dass das keinen Sinn hatte und wieder gegen Theurl anzutreten ist doch wohl das tiefste was ich je gesehen habe...