Fast zwei Drittel der Wohnungen in Lienz wurden von öffentlichen Bauträgern errichtet. Foto: Dolomitenstadt/Pirkner

Fast zwei Drittel der Wohnungen in Lienz wurden von öffentlichen Bauträgern errichtet. Foto: Dolomitenstadt/Pirkner

Quadratmeterpreis für eine Eigentumswohnung in Tirol?

Derzeit laut Remax-Immospiegel im Schnitt 3.094 Euro – in Osttirol aber nur 1.857 Euro.

Vor Kurzem haben wir über die Dynamik des Immobilienmarktes in Tirol berichtet. Diesmal geht es um die konkreten Wohnungspreise. Laut Remax-Immospiegel kostete eine Eigentumswohnung in Tirol im Jahr 2017 durchschnittlich 216.416 Euro. Bei Preisvergleichen auf dem Wohnungsmarkt sind Durchschnittswerte allerdings wenig erhellend, weil sie nichts über die Größe, die Lage und die Ausstattung von Eigentumswohnungen aussagen.

Entsprechend groß ist die Bandbreite, aus der dieser Preis errechnet wird. Für Innsbruck-Stadt wird beispielsweise ein Preis von durchschnittlich 220.000 Euro pro Eigentumswohnung im Jahr 2017 ausgewiesen. In Kitzbühel sind es 351.478 Euro (!), in Osttirol nur 151.295 Euro. Allerdings sind Stadtwohnungen meist kleiner als Wohnungen in ländlichen Gegenden. Aussagekräftiger ist der Quadratmeterpreis. Hier führt Innsbruck-Stadt vor Kitzbühel, Osttirol markiert auch in dieser Statistik das untere Ende, wie die folgende Grafik zeigt (auf die Balken klicken, um konkrete Werte anzuzeigen!):



Generell wird die Wohnungssituation in Osttirol von den Gemeinnützigen Wohnbaugesellschaften geprägt, vor allem auch in der Stadt Lienz, dem dynamischsten Wohnungsmarkt im Bezirk. Die Stadt Lienz hat aktuell 6.356 Haushalte. Nur rund ein Drittel aller Wohneinheiten sind nicht einer Genossenschaft oder der Stadt selbst zuzurechnen. Willi Lackner präsentierte bei der Gemeinderatssitzung am 26. März als Obmann des Wohnungsausschusses einige Zahlen dazu, die wir hier grafisch aufbereiten. Insgesamt gehen derzeit 3.924 Wohnungen im Stadtgebiet auf das Konto öffentlicher Bauträger, mit folgender Verteilung:



Größter Player auf dem gemeinnützigen Wohnungsmarkt in der Stadt Lienz ist die Baugenossenschaft Frieden, gefolgt von GHS, WE und OSG. Von den oben erwähnten 3.924 Wohnungen sind 1.418 Mietwohnungen, 600 Mietkaufwohnungen, 1.840 Eigentumswohnungen und 66 Dienstwohnungen.

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6 Postings bisher
F_Z

Was würde gegen eine Verzehnfachung der Grundsteuer B sprechen? Mit ordentlichen Rabatten für Firmen (nach Anzahl der Mitarbeiter) und gemeldete Hauptwohnsitze (nach Zahl der Meldungen). Das wäre eine Vermögenssteuer die direkt den Gemeinden zugute kommt. Und extragroße bzw. leerstehende Immobilien würden dadurch teurer werden.

senf

frin@: der wohnungsmarkt ist ein seh komplexes thema und daher voller sachzwänge. hier toben sich spekulanten und geldgeier aus. ähnlich wir auf bauernhöfen hat sich die familienstruktur geändert, es geht in richtung singlewohnung. auf 80m2 leben nicht mehr 4 bis 5, sondern nur mehr 1 bis 2 menschen. ich kenne einige, die ihr geld in lienz in anlagevermögen investieren und ihre kaufwohnungen dann sinnteuer weitervermieten. viele dieser "investoren" leben vernab von lienz. ich finde die idee eines lienzer schülerheimes fur junge leute daher sehr vernünftig, um diesen spekulanten vorzugreifen. jeder studierende in innsbruck weiss, wie schwer es ist, eine passende bleibe für die unizeit zu bekommen. lienz als aufstrebende schul- und unistadt braucht daher solche einrichtungen. frin, ich bin schon dafür, alte wohnobjekte durch neue wohnsiedlungen zu ersetzen, denn nur die wenigsten altbauten lassen sich sinnvoll und kostengetecht sanieren. vor allem im energieverbrauch und für den idealen nutzungszweck.

F_Z

In Lienz gibt es also 6356 Haushalte. 2011 (letzte Zählung der Statistik Austria) gab es in Lienz 6759 Wohnungen - davon waren 103 Freizeitwohnsitze. Davon ausgehend das die Anzahl der Wohnungen gestiegen ist, sollten da wirklich einiges leer stehen....

OsttiRules

Interessant wäre für Osttirol der Vergleich zwischen Lienz und Umgebung. Neubauwohnungen in Lienz der Baugenossenschaft Frieden sind z.B. mit 4.500 EUR/Quadratmeter auf dem Markt.

frin

2/3 der Wohnungen werden also von den Genossenschaften zur Verfügung gestellt und Friedenwohnungen mit dem größten Anteil bekommt man häufig nur über die Stadt.

~300 Lienzer Familien sind auf der Gemeinde Lienz gemeldet, welche dringend eine Wohnung benötigen. In Lienz wurde und wird in den letzten Jahren unheimlich viel gebaut, trotz rückläufiger Einwohnerzahlen. Vor etwas über 10 Jahren hatten wir den letzten Einwohnerhöchststand und jeder hatte ein Dach übern Kopf, obwohl es den Süden der Stadt der nun mit Wohnungen zugepflastert wurde und wird noch nicht gab.

Was passiert hier bitteschön?, immer mehr Wohnungen trotz rückläufiger Einwohnerzahlen und Lienzer Familien finden trotzdem nur schwer eine passende Wohnung.

Die Gemeinde schaut ungenügend auf neue Mieter, trotz geförderter Wohnung für Lienzer Familien werden diese ungeprüft an irgendjemandem gegeben. Derartige Wohnungen stehen nicht selten einfach leer da sie nur als Zweitwohnsitz genutzt werden, oder überhaupt als günstige Ferienwohnung für Nicht-Lienzer dienen. Das widerspricht den förderwürdigen Richtlinien, aber kontrollieren tut das niemand. Nichts einfacher als die Wohnung auf einen anderen Namen laufen lassen. Ob diese untervermietet, oder die meiste Zeit leer steht interessiert keinen. Für die ~300 auf der Liste aber sehr ärgerlich, trotz das immer mehr gebaut wird findet nicht jeder Lienzer, vor allem junge Familien eine leistbare Wohnung.

Was macht die Gemeinde, schickt per Post ab und an eine Wohnung aus die häufig unpassend ist -> totale Ressourcenverschwendung. Dabei wäre es doch ein einfaches leerstehende Wohnungen aussfindig zu machen und sollte es keine Bauträgerwohnung sein den nicht in Lienz wohnenden ein Kaufangebot zu machen und so ohne neuen Baugrund zu verschwenden Wohnungen für Lienzer zu generieren. Es kann doch nicht sein, dass in Lienz immer mehr gebaut wird und das obwohl so viele Wohnungen leer stehen. Ein Spaziergang durch die Friedensiedlung würde schon reichen, mit freiem Auge sieht man einige leere Wohnungen und auch Häuser welche anstatt genutzt zu werden verfallen.

Besonders schlimm finde ich gemeindeübergreifend Mitarbeiter welche im Umfeld Wohnungen weitergeben, ohne die hinterlegten Listen zu berücksichtigen. Da bekommt dann mal der Single die 80m² Wohnung weil er den Bürgermeister kennt, anstatt die seit einem Jahr wartende Familie welche angelogen wird. Ich war ein halbes Jahr auf der Lienzliste und bekam nur einen einzigen Brief für eine Wohnung welche nicht einmal annähernd an den Wunsch herankam. Ich lebte seit über 20 Jahren in Lienz und musste dann wegziehen da ich für meine Familie keine Wohnung fand und das obwohl überall gebaut wurde und vor allem jetzt wird.

In ~ 20 Jahren wenn der Wintertourismus aufgrund fehlender Schneemassen dann völlig zum erliegen kommt, Ferienwohnungen uninteressant werden frage ich mich was mit der Geisterstadt passieren wird - denn eines ist klar: Stetig zurückgehende Einwohnerzahlen seit über 10 Jahren, aber immer mehr Wohnungen.

    chiller336

    zum thema untervermietete gemeindewohnungen ist es für mich ohnehin nicht nachvollziehbar, dass dies möglich ist, müssen sich doch mieter am meldeamt ummelden. es sei denn, man macht das sozusagen schwarz. offensichtlich scheiterts an genauer kontrolle - auch stichprobenweise - also an den zuständigen vermittlern ... wohnungsamt, wohnungsausschuß und co