Schloss Bruck: Simon von Taisten „Mal mir den Himmel“

Im Mittelpunkt der Sonderschau: die Schlosskapelle mit ihren spätgotischen Fresken.

Simon von Taistens Freskenzyklus in der Burgkapelle entstand in den Jahren 1490-1496. Auftraggeber waren Leonhard von Görz und dessen Ehefrau Paola Gonzaga. Foto: Wolfgang C. Retter

Das Museum der Stadt Lienz Schloss Bruck stellt die Perle der Görzer Residenzburg, die Schlosskapelle mit ihren spätgotischen Fresken und Simon von Taisten, in den Mittelpunkt der diesjährigen Sonderausstellung. Am 18. Mai wurde „Mal mir den Himmel“ von Bürgermeisterin Elisabeth Blanik offiziell eröffnet.

Bürgermeisterin und „Schlossherrin“ Elisabeth Blanik humorig: „Unser barockes Juwel, die Schlosskapelle, wird auch gerne für Hochzeiten gebucht. Alle Paare, die ich hier standesamtlich getraut habe, sind meines Wissens noch immer verheiratet“. Fotos: Stadt Lienz/Bernd Lenzer

„Die Künstlerfigur des Simon von Taisten gehört zu den faszinierenden Gestalten des ausgehenden Mittelalters in Tirol.“ Leo Andergassen, Kunsthistoriker, streut dem Pustertaler Maler, der in Osttirol so faszinierende Werke wie die Kapelle auf Schloss Bruck oder die Fresken in Obermauern hinterlassen hat, Rosen.

Dr. Leo Andergassen, Direktor des Südtiroler Landesmuseums Schloss Tirol und Kurator der Ausstellung: „Das Bildprogramm ist mehr als ein realistisches Herunterholen des Himmels“.

Simon, der auch nach dem Hof in Taisten bei Welsberg „Marenkl“ genannt wird, hinterließ seine Spuren aber nicht nur im Bezirk Lienz, sondern in der gesamten vorderen Grafschaft Görz, im heutigen Südtirol wie auch in Kärnten. Die Sonderschau „Mal mir den Himmel“ im Museum Schloss Bruck zeigt einen seltenen Blick in eine spätmittelalterliche Malerwerkstatt und spürt dem Wissen und der Arbeit der Künstler und Handwerker nach.

Seit dem Mittelalter kaum verändert – das Handwerkszeug einer Fresko-Malwerkstatt.

Zu diesem Wissen gehört nicht nur die Materialkunde und die Fertigkeiten, Farben und Farbpigmente selbst herzustellen, auch die Kenntnis der Heiligen und ihrer Legenden war essenziell.

Die Neugier ist gefordert! Erkunden der 13 Farben des Simon von Taisten.

So widmet sich ein Teil der Ausstellung auch der theologischen Komponente, der Bildsprache in der Kapelle, die für die Besucher nicht nur einen Blick in den Himmel eröffnet, sondern auch als „ewige Gedechtnus“, als Erinnerung an ein endendes Herrschergeschlecht, den Grafen von Görz, gesehen werden muss. „Mal mir den Himmel“ entstand in Zusammenarbeit mit Kunsthistoriker Leo Andergassen und der Restauratorin Renata Burszan.

Foto: Renata Burszan

Bereichert wird die Sonderschau durch Freskenschnitte, die Renata Burszan nach alter Maltradition hergestellt hat, wie auch durch interaktive Screens in der Schlosskapelle. Durch diese können auch die verstecktesten Winkel und feinsten Details der spätgotischen Malerei erkundet werden, die ansonsten nicht einsehbar sind.

Mit neuer Technik versteckte Winkel entdecken: Info-Touchscreen in der Schlosskapelle.

Die Ausstellung „Mal mir den Himmel. Simon von Taisten und Schloss Bruck“ läuft bis 26. Oktober 2018. Wer mehr über „Simon, den Fleißigen“ wissen will, sei auf ein umfassendes Porträt des Künstlers im Dolomitenstadt-Magazin verwiesen.

Noch einige Eindrücke von der Ausstellungseröffnung:

Musikalische Umrahmung durch das Flötenensemble der Musikschule Lienz.
Die Gäste lauschen.
Seit rund 90 Jahren in Lienz sicher vor dem Verfall verwahrt und konservatorisch betreut - die Fresken von Schloss Heinfels
Mag. Christian Bevelander, Sprecher der Raiffeisen-Landesbank Tirol AG
Landeskonservator DI Walter Hauser vom Bundesdenkmalamt
Die cartoonhafte Bildsprache des Mittelalters, selbst erkundet.
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