Biodiversität und Landwirtschaft im Alpenraum

Hochkarätig besetzte Tagung zum Thema am 5. Oktober in Osttirol.

Seit Jahrhunderten werden viele ökologisch wertvolle Biotop-Typen durch die traditionelle Landwirtschaft geprägt. „Zahlreiche Tier- und Pflanzenarten sowie ihre Lebensräume sind von der Fortführung einer extensiven Nutzung abhängig“, erklärt Oliver Stöhr, Biologe und Mitgeschäftsführer der Firma Revital in Nußdorf-Debant.

Mit dem Verlust von Extensivgrünland schwindet im Dominoeffekt die Biodiversität – zuerst verschwinden die Pflanzen, dann die Insekten und dann die Wiesenvögel. Foto: Revital

Die Roten Listen als „Fieberthermometer“ unserer Biodiversität werden laut Stöhr nicht kürzer: „Bereits heute sind beispielsweise rund 40 Prozent aller heimischen Farn- und Blütenpflanzen in unterschiedlichem Ausmaß bedroht – Tendenz steigend. Beunruhigende Schlagzeilen wie Insektensterben oder Vogelsterben geistern in der Medienwelt herum, sind aber Faktum und durch wissenschaftliche Studien belegt. Auch Osttirol bleibt von diesem negativen Trend nicht verschont.“ Über den Rückgang der Wiesenschmetterlinge im Bezirk Lienz hat Dolomitenstadt bereits berichtet.

Die traditionell extensive Landwirtschaft in Berggebieten leistet einen wichtigen Beitrag zum Erhalt und zur Verbesserung der Biodiversität, erklärt Biologe Oliver Stöhr von Revital. Foto: Revital/Martin Lugger

Aus diesen Gründen sei der Beitrag der Landwirtschaft zum Erhalt und zur Verbesserung der Biodiversität auch ein Ziel der Biodiversitäts-Strategie Österreich 2020+, erklärt der Experte. Generell soll demnach europaweit bis zum Jahr 2020 der Verlust der biologischen Vielfalt eingedämmt und die Ökosystemleistungen verbessert werden. Um diese hochgesteckten Ziele zu erreichen, sei neben der Bereitstellung ausreichender finanzieller Mittel eine integrative Zusammenarbeit von Akteuren und Entscheidungsträgern unterschiedlicher Fachbereiche notwendig.

Der im Hochsommer blühende Lungen-Enzian ist nur eine Pflanzenart der Roten Liste, deren Lebensräume von einer extensiven landwirtschaftlichen Nutzung abhängig sind. Die Art ist österreichweit stark gefährdet und kommt in Osttirol nur mehr an einer einzigen Stelle vor. Foto: Oliver Stöhr/Revital

Um für den zentralen Alpenraum und insbesondere Osttirol den Austausch und die Zusammenarbeit zwischen den Akteuren zu forcieren, veranstaltet Revital am 5. Oktober eine Tagung zum Thema „Biodiversität und Landwirtschaft im Alpenraum“, bei der hochkarätige Referenten ihre Sichtweise auf dieses brennende Thema darlegen.

Im Zuge der Tagung werden positive und negative Auswirkungen der Landwirtschaft auf die Biodiversität aus unterschiedlichen Blickwinkeln gesehen. Dafür stehen Keynote Speaker und Vortragende aus den Bereichen Forschung, Landwirtschaft, Naturschutz und Politik zur Verfügung. Ziel der Tagung ist es, integrative Lösungen zum Erhalt der Biodiversität durch eine nachhaltige und ressourcenschonende landwirtschaftliche Bewirtschaftung im Alpenraum und speziell in Osttirol aufzuzeigen.

Das Tagungsprogramm und weitere Details zur Tagung sind hier einsehbar. Eine Anmeldung zur Tagung ist unter akademie@revital-ib.at möglich. Anmeldeschluss ist der 31. August 2018.

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