Mit diesem Tor zum 1:0 nahm das Unglück im Dolomitenstadion seinen Lauf. Gegen Dellach/Gail musste Rapid-Keeper Christian Tschojer sieben Mal (!) hinter sich greifen. Fotos: Brunner Images

Mit diesem Tor zum 1:0 nahm das Unglück im Dolomitenstadion seinen Lauf. Gegen Dellach/Gail musste Rapid-Keeper Christian Tschojer sieben Mal (!) hinter sich greifen. Fotos: Brunner Images

Schallende Ohrfeige für Rapid Lienz im Dolomitenstadion

Gegen Dellach/Gail liefen die Grünweißen auf eigenem Rasen in ein 7:0 Debakel.

Die nach sieben Siegen in Serie sehr selbstbewusst auftretenden Gailtaler nahmen im Spiel am 20. Oktober das Heft vom Anpfiff weg in die Hand. Bereits nach wenigen Augenblicken scheiterte Lukas Huber an Lienz-Keeper Christian Tschojer, der nach elf Minuten auch einen Freistoß von Samir Nuhanovic über die Latte lenken konnte. Die Rapidler agierten in dieser Phase in den Zweikämpfen zu brav, ließen den spielstarken Gästen zu viel Platz und wurden nach 20 Minuten dafür bestraft. Amer Jukan ließ zwei Lienzer stehen, bediente den ideal in die Gasse startenden Samir Nuhanovic und dieser schoss zum 1:0 ein.

Dieser Gegentreffer weckte dann aber die Dolomitenstädter auf, denn sie kamen kurz darauf zur Riesenchance auf den Ausgleich. Ein Flankenball von Markus Ebner sprang dem auf der linken Seite völlig allein stehenden Manuel Amoser aber etwas zu weit vom Fuß und der aus seinem Tor eilende Simon Gstrein wehrte den aus kurzer Distanz abgegebenen Schuss ab. Wenig später war der Dellacher Schlussmann bei einem Freistoß von Sven Lovric erneut auf dem Posten und fischte dessen Schuss aus der Ecke. Dann aber schlugen die Gäste eiskalt zu und wieder war es der Führende der Torschützenliste in der Unterliga West, Samir Nuhanovic, der seine Gefährlichkeit eindrucksvoll unter Beweis stellte. Einen Freistoß aus rund 30 Metern versenkte er zum 2:0 für die Gailtaler. Kurz vor der Pause scheiterte er nach Doppelpass mit Lukas Huber am Lienzer Keeper.

Hier schlägt ein Freistoß von Samir Nuhanovic im Kasten der Lienzer zum 2:0 Null für Dellach ein. In dieser Tonart ging es weiter.

Der Pausentee dürfte den Rapidlern aber überhaupt nicht gemundet haben, denn sämtliche Vorsätze blieben in der Kabine. Die Gäste agierten wie aus einem Guss, spielten sich Chance um Chance heraus und leisteten sich in dieser Phase auch noch den Luxus, einen Strafstoß zu vergeben. Samir Nuhanovic scheiterte an Christian Tschojer. Die Lienzer Betreuerbank versuchte, von außen auf das Spiel einzugreifen und unternahm nach 60 Minuten einen doch eher ungewöhnlichen Dreifachtausch. Doch von diesem Zeitpunkt an wurde die Überlegenheit der Gailtaler noch eklatanter und in der 65. Minute machten sie den Sack bereits vorzeitig zu.

Einen Schuss des auf der linken Seite durchbrechenden Samir Nuhanovic konnte der Rapid Keeper nur kurz abwehren und Martin Jantschgi staubte zum 3:0 ab. Fünf Minuten später erhöhte Maximilian Wastian bereits auf 4:0. Wer danach gehofft hatte, dass die Hausherren sich gegen das nun abzuzeichnende Debakel wehren würden, wurde an diesem Tag bitter enttäuscht. Die Dellacher ließen Ball und Gegner laufen, spazierten quasi durch die Lienzer Defensive und feierten durch weitere Treffer von Samir Nuhanovic und Matthias Buchacher (2) einen 7:0 Erfolg.

Während bei den Gailtalern, die sich an die Tabellenspitze der Unterliga West katapultierten, nun alles eitel Wonne ist, müssen die Dolomitenstädter in den letzten Partien im Herbst alle Kräfte bündeln, um nicht am Ende noch in die Abstiegszone zu rutschen. Auf jeden Fall wird dieser Tag in negativer Hinsicht in die Geschichte von Rapid Lienz eingehen. An ein derartiges Debakel können sich selbst die eingefleischtesten Rapidfans nicht erinnern.

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13 Postings bisher
winpit

Seinerzeit hat das "alte" Rapid Lienz einen sehr guten Zuschauer-Schnitt gehabt. Heute sind mehr Fans von auswärts im Stadion als Einheimische. Alle Nachwuchs-Mannschaften wurden Meister - meist sehr dominant -, einige wurden auch Kärntner Meister - spielten sogar im Bundesbewerb. Der starke Nachwuchs war die Basis für Erfolge. Für viele Fußballer war es eine Ehre, bei Rapid zu spielen. Heutzutage gehen die talentierten Spieler lieber in die Debant und nach Matrei. Man redet auch heute immer noch vom Nachwuchs, aber die meisten gehen lieber woanders hin oder gehen zu einem 1. oder 2. Klasse Club. Es ist traurig, dass in Lienz scheinbar nichts mehr entstehen kann. Früher war es schon enttäuschend immer die Kärntner Liga zu sehen. Heutzutage muss man schon froh sein, dass Lienz nicht auch noch aus der Unterliga absteigt. Was ist mit dem seinerzeitigen Projekt FC Osttirol geworden? Das wäre meiner Meinung nach das einzige, was dem Fußball in Lienz Leben einhauchen könnte.

Staudinger

Das gleiche wie im Winter beim Eishockey. War jetzt mal nach 2 Jahren wieder Fußball in Lienz schauen und finde für eine doch größere Stadt ist es schon ziemlich schade das nicht mehr Stimmung und Fans bei den Spielen sind. Jedoch wenn man dann solche Ergebnisse sieht wundert es mich auch nicht wenn manche nicht mehr schauen kommen.

    spezi

    Ganz stimme ich dir nicht zu. War heuer im Winter auch mehrmals am Eisalufplatz und habe mir Spiele angeschaut. Waren eigentlich sehr gute dabei und da haben die Lienzer auch einige Male gewonnen. War für mich wesentlich interessanter und spannender.

Beobachter45

Ich war auch Augenzeuge dieses Trauerspiels. Schaue mir fast jedes Wochenende Spiele im Lienzer Talboden an.Nirgends ist die Stimmung so mies wie im weiten Oval des Dolomitenstadion. Nach Geisterbusse nun Geisterspiele. Die Zukunft bei Rapid schaut wirklich nicht rosig aus. Habe mir anschließend noch das U 15 Freunschaftspiel Lienz Tristach angeschaut. Das gleiche Desaster. Nach dem 5:0 für Tristach noch vor der Halbzeit bin ich enttäuscht heim. Auch beim Nachwuchs kommt nicht viel brauchbares nach. Schöne Aussichten.

dolomit

Zum Beitrag von brunnerimages: Anschließend der Kader der Gailtaler Spieler für das Spiel gegen Rapid, davon sind maximal 3 Slowenen od. Kroaten dabei (Nuhanovic ist schon länger in Kärnten, sowie Lilic und Jukan) und der Trainer braucht auch keine Fremd-sprachenkenntnisse, es genügt der Gailtaler Dialekt! Gstrein; Hohenwarter, Kaltenhofer, Nuhanovic, Umfahrer, Huber, Mandler, Wastian, Jantschgi, Lilic, Jukan, Trainer: Themessl, Ersatzbank: Buchacher; Loik, Dabringer

spezi

Zum Schämen.....

brunnerimages

Ich mische mich selten in Diskussionen ein, jedoch da kann Rapid nur chancenlos sein. Wenn man den Gerüchten glauben darf werden hier Spitzenspieler von einem Euromillionengewinner aus dem Gailtal zugekauft und auch über das Jahr finanziert. Da wundert es mich nicht das der Trainer von Dellach/Gail am Platz in Deutsch, English und Slowenisch zu seinen Spielern spricht.

    senf

    gut angelegtes geld, finde ich. das geht eine zeitlang, dann ist wieder alles beim alten. wetten? jetzt erst recht und viel glück dazu, dann funktioniert es!

ilk48

Rapid Lienz gibt's schon seit Ende der 1990er nicht mehr. Was waren das früher für tolle Teams, die Rapid hatte, mit herausragenden Spielern und Trainern. Heute ist das Können leider nur mehr enden wollend.

winpit

So ein Debakel - noch dazu in der einstigen Festung Lienz - hat es sicher nie gegeben. Zumindest nicht bei RAPID LIENZ Original. Ich persönlich kann mich noch gut an 6:0 Siege daheim und auch auswärts erinnern. Sehr traurig!

    franzinho

    Ich kann mich noch an meine Kindheit erinnern....damals Ende 70er, Anfang 80er....die Spiele gegen Spittal waren legendär. Und vor 3500 Fans wurde auf der Aschenbahn ein Sarg ( damals symbolisch für die Spittaler Spieler) die Runde getragen. Jetzt können sich die „Unsrigen“ in den Sarg legen. Ich gehe seit einem Jahr nicht mehr ins Stadion. Mir reicht‘s!!!

dolomit

Quo Vadis Rapid ? Einwohnerzahl Dellach im Gailtal 1.260 i.W. eintausendzweihundertsechzig ............ Einwohnerzahl Lienz 11.900 i.W. elftausendneunhundert ............ Man bekommt von einer Dorftruppe 7 Stück - also "Gute Nacht"