Hochwasser: Wie erkennt man die Gefahr?

Links zu den aktuellen Pegelständen. „HQ 100“ droht in Kärnten. Warnung für Osttirol.

In Kärnten sind bereits seit gestern Krisenstäbe der Landes- und Bezirksbehörden im Einsatz, um eine schnelle Reaktion auf erwartete Hochwasserereignisse sicherzustellen. Obwohl für Sonntagabend eine leichte Entspannung an der Regenfront angesagt ist, wird keine Entwarnung gegeben, im Gegenteil. Am Sonntagnachmittag wurden auch die Einsatzorganisationen in Osttirol sensibilisiert. Für den Wochenbeginn wird ein zweiter, noch stärkerer Niederschlagsschub prognostiziert. Die Niederschlagsspitzen werden für Montagnachmittag und die erste Nachthälfte auf Dienstag erwartet.

Die Tiroler Landesregierung warnt in einer Aussendung an die Osttiroler Medien: „Insbesondere im Bereich des Unterlaufs der Isel sowie der Drau und ihren Zubringern kann nicht ausgeschlossen werden, dass die Flüsse zum Teil über die Ufer treten und auch Siedlungsraum davon betroffen ist. Auch lokale Murenereignisse können eintreten.“ Ein Katalog an Verhaltensempfehlungen mahnt die Bevölkerung zur Vorsicht:

Verhaltensempfehlungen für die Bevölkerung:

  • Informieren Sie sich über die Hochwasserlage
  • Beachten Sie die Anweisungen der Behörden.
  • Behindern Sie nicht die Sicherheitskräfte.
  • Halten Sie sich von Flussufern fern.
  • Benützen Sie keine Uferbegleitwege.
  • Halten Sie sich nicht auf Brücken auf, hoher Wellenschlag stellt einen zusätzlichen Gefahrenmoment dar.
  • Vermeiden Sie den Aufenthalt in Unterführungen.
  • Vermeiden Sie Freizeitaktivitäten im Freien.
  • Unternehmen Sie keine nicht notwendigen Fahrten, besonders nicht in der Nacht.

Die Bezirkseinsatzleitung Osttirol und die Landeseinsatzleitung sind in ständigem Kontakt. „Wenn jemand eine Zuspitzung der Lage wahrnehmen sollte, bitte an die Polizei wenden, die unmittelbar mit der Bezirkshauptmannschaft und deren Journaldienst in Verbindung steht“, erklärt Bezirkshauptfrau Olga Reisner.

Wer an einem der kritischen Flüsse in Osttirol und Oberkärnten wohnt und wissen möchte, wie sich die Pegelstände etwa in den Oberläufen der Gewässer entwickeln, kann die hydrografischen Dienste der Länder Tirol und Kärnten nutzen. Sie zeigen Pegelstände in Echtzeit.

Pegelstände in Tirol
Pegelstände in Kärnten

Meist zeigen die Pegel-Grafiken auch die kritischen Marken. Die Klassifizierung der Hochwasserereignisse erfolgt aufgrund der sogenannten „Jährlichkeit“. Der Begriff „Jährlichkeit“ beschreibt die Wahrscheinlichkeit für das Eintreten eines Hochwasserereignisses. So tritt laut Statistik zum Beispiel ein 100-jährliches Hochwasser (HQ 100) im Durchschnitt einmal in hundert Jahren auf.

Laut ORF-Kärnten deuten die Prognosen der Experten an der Drau und der Möll auf ein 30- bis 100-jährliches Hochwasser (HQ 30 – HQ 100) hin, also auf ein sehr gefährliches Anschwellen der Wassermassen.

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