Tiroler Delegation startet Gedenkreise nach Israel

Pogromnacht im November 1938 forderte in Innsbruck besonders viele Opfer.

LH Günther Platter (ÖVP) wird am Dienstag (6. November) mit einer Tiroler Delegation zu einer Gedenkreise nach Israel aufbrechen. Neben einem Besuch der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem stehen unter anderem Treffen mit dem israelischen Deputy Minister Michael Oren und mit überlebenden Tirolern der Shoah auf dem Programm.

„Unser Land und das jüdische Volk verbindet eine lange, wechselvolle Geschichte, die in der Vergangenheit von vielen dunklen Stunden geprägt war. Die Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 – vor nunmehr 80 Jahren – ist dabei eine besonders dunkle in der Tiroler Geschichte“, so Platter. In der Pogromnacht gab es in Innsbruck im Vergleich zu anderen Städten des damaligen Deutschen Reichs mit vier Ermordeten überproportional viele Opfer und besonders heftige Ausschreitungen.

Die Befehle zu den Übergriffen wurden im damaligen Gauhaus gegeben. „Heute ist das Landhaus als Antithese zu damals das Zentrum der Tiroler Demokratie“, betonte Platter: „Meine Generation und die Generationen nach mir haben diese Verbrechen nicht direkt miterlebt. Dennoch tragen wir eine Verantwortung, dass solche Gräuel nie wieder passieren.“ Daher sei eine gelebte Erinnerungskultur von so großer Bedeutung. Neben der Israelreise wird das Land Tirol am 10. November in Innsbruck einen Gedenkakt im Landhaus mit Besuch des Pogromdenkmals am Eduard-Wallnöfer-Platz begehen.

Gelebte Erinnerungskultur – der Landeshauptmann Günther Platter und seine Stellvertreterin Ingrid Felipe reisen mit einer Tiroler Delegation nach Israel. Foto: Expa/Groder

Dialoge, Erfahrungen und Wahrnehmungen der Israelreise sollen in die Gedenkveranstaltung einfließen. Ziel sei es, die Dimension des Geschehenen ebenso wie gebotene Sensibilität zu vermitteln und das Gedenken nachhaltig und authentisch umzusetzen, hieß es. Zudem haben Studenten der Universität Innsbruck unter der Leitung von Prof. Thomas Albrich anhand der Unterlagen im Tiroler Landesarchiv die Pogromnacht intensiv erforscht und ein Buch darüber herausgegeben.

Die Israelreise dauert von 6. bis 9. November. Von politischer Seite werden neben Günther Platter auch seine Stellvertreterin Ingrid Felipe (Grüne), Landtagspräsidentin Sonja Ledl-Rossmann und Landesrätin Beate Palfrader (beide ÖVP) an der Reise teilnehmen. Zudem werden unter anderen auch der Innsbrucker Diözesanbischof Hermann Glettler, der Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde, Günther Lieder, und der Superintendent der Evangelischen Kirche, Olivier Dantine, die Delegation begleiten.

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1 Posting bisher
tauernwind

Wer hat von so einer Gedenkreise was außer den Reisenden ?!? Der Pogromnacht kann man auch von Innsbruck, dort geschah es ja letztendlich auch........

Gscheider wäre es die paartausend Euros in eine akute, humanitäre Katastrophe zu stecken. Besser könnte man aus meiner Sicht Vergangenes kaum würdigen, in dem man beweist das man heute schlauer ist 🤔 .............aber ist man es ?