Autor Felix Mitterer umringt von der Spielgemeinschaft Assling. Mit „Abraham“ gelang den Laienschauspielern die packende Inszenierung eines schwierigen Stoffes. Foto: Viktoria Ebner

Autor Felix Mitterer umringt von der Spielgemeinschaft Assling. Mit „Abraham“ gelang den Laienschauspielern die packende Inszenierung eines schwierigen Stoffes. Foto: Viktoria Ebner

Spielgemeinschaft Assling brillierte mit „Abraham“

Schwere Theaterkost, beeindruckend dargeboten als Hommage an Felix Mitterer.

Es fällt der Schuss, dann der Vorhang. Die Bühne und der Zuschauerraum versinken im Dunkel. Und erst als der erste Schauspieler wieder auf die Bühne tritt, setzen der Applaus und dann die stehenden Ovationen ein. Diese gefühlten Minuten des Schweigens zeigten am besten, wie tief berührt und beeindruckt das Publikum von dieser Theateraufführung der Spielgemeinschaft Bergland Assling war.

„Abraham“ ist – wie die meisten Stücke von Felix Mitterer – eine wirklich schwere Kost. Es geht in dem Stück um Homosexualität und Aids, um die Erwartungshaltungen eines Vaters und eines Dorfes, um Scheinwelten, um die Liebe und zerbrochene Beziehungen bzw. Menschen. Felix Mitterer hält der Scheinheiligkeit wieder einmal den Spiegel vor und entlarvt sie, wo er kann. Er lässt den Menschen an seinen selbstgemachten Normen verzweifeln und zugrunde gehen, erklärt aber gleichzeitig die Komplexität hinter den dargestellten Gefühls- und Gedankenwelten der Protagonisten, macht sie verständlich, entschuldigt sie aber nicht.

Dass diese so nahe gehen, liegt bei Mitterer, der sich selbst als „Tiroler Heimatdichter und Volksautor“ bezeichnet, auch an der authentischen Sprache seiner Charaktere. Hier wirkt nichts gekünstelt, nichts inszeniert, nichts fabriziert. Kommt dann noch ein großes Schauspieltalent und eine stimmige Inszenierung – wie jene in Assling –  dazu, dann kann ein solches Stück nur faszinieren. Selbst Felix Mitterer war von der Leistung der Asslinger Schauspieler unter der Regie von Theresia Lanz und Vereinsobfrau Manuela Obererlacher begeistert. Das folgende Video von Robert Possenig gibt einen kleinen Einblick:

Mit „Abraham“ endet die 4-teilige Hommage an Felix Mitterer zu seinem 70. Geburtstag, für die die Theatergruppe Rabensteiner „Die Piefke Saga“ in Virgen auf die Bühne brachte, der Theaterverein Nikolsdorf  „Mein Ungeheuer“ aufführte und die Heimatbühne Strassen das Stück „Besuchszeit“ inszenierte. Für die Asslinger Theatergruppe war es nach „Kein Platz für Idioten“, „Kein schöner Land“ und „Munde“ nun schon das vierte Mitterer-Stück. Und hoffentlich ist es nicht das letzte.

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