Auch wenn Rekordzahlen früherer Jahre nicht mehr erreicht werden – immer noch kommen sehr viele Langlaufbegeisterte aus aller Herren Länder zum Dolomitenlauf nach Osttirol. Fotos: Expa/Gruber

Auch wenn Rekordzahlen früherer Jahre nicht mehr erreicht werden – immer noch kommen sehr viele Langlaufbegeisterte aus aller Herren Länder zum Dolomitenlauf nach Osttirol. Fotos: Expa/Gruber

Umfrage: Braucht Osttirol den Dolomitenlauf?

Das Langlaufevent wird heuer erstmals nicht mehr von Lienz finanziell unterstützt.

Schon im Vorjahr diskutierte der Gemeinderat von Lienz intensiv darüber, ob der Dolomitenlauf, ein Langlaufbewerb des LRC, der an drei Tagen in unterschiedlichen Disziplinen ausgetragen wird, mit finanziellen Mitteln und Bauhofleistungen unterstützt werden soll. Das war bisher jahrzehntelang der Fall, doch durch die immer schlechtere Schneelage im Lienzer Becken übersiedelten die Bewerbe in den vergangenen Jahren mit einer Ausnahme immer in das relativ schneesichere Obertilliach, wo zudem eine perfekte Langlaufinfrastruktur vorhanden ist.

Nur der „Dolomitensprint“ rund um den Hauptplatz wurde als Zuschauerspektakel in Lienz abgewickelt. Doch weil 2017 gleich im Anschluss an den Adventmarkt die Hütten für den vom Stadtmarketing erfundenen „Terrassenskilauf“ aufgestellt wurden, musste auch diese Langlauf-Show geknickt und nach Obertilliach transferiert werden. Dennoch hieß es 2017 im Gemeinderat mehrheitlich: „Einmal zahlt die Stadt noch mit“. Dolomitenlauf-Organisator Franz Theurl hätte sich also ausmalen können, was heuer passiert.

Als der Gemeinderat am 13. November ernst machte und sowohl die Subvention als auch die Bauhofleistungen aus dem Budget strich, wurde der TVBO-Obmann und Langlauf-Enthusiast Theurl dennoch „auf dem linken Fuß erwischt“. Theurl hatte nämlich angeboten, nicht nur den Sprint sondern auch den Freestyle-Marathon zurück in den Talboden zu bringen, je nach Schneelage vielleicht sogar mit Ziel auf dem Hauptplatz. Und weil die Holzhütten der Terrassen-Aktion heuer erst etwas später aufgestellt werden, wäre das Sportevent den Gourmets vor der Liebburg auch nicht in die Quere gekommen.

Franz Theurl in seinem Element, mit Marketenderinnen und der französischen Siegerin Aurélie Dabudyk beim Dolomitenlauf 2018. Fotos: Expa/Gruber

„Im Vorjahr zu subventionieren, obwohl wir komplett in Obertilliach waren, das war von der Stadt sehr fair“, unterstreicht Theurl im Gespräch mit Dolomitenstadt, wundert sich aber zugleich darüber, dass niemand mit ihm nach der Stadtratssitzung bzw. vor der Gemeinderatssitzung gesprochen habe. Um welche Summe es ging? „Wir haben um 25.000 Euro angesucht und auf 20.000 Euro gehofft“. Heraus kam dann – wie vor einem Jahr angekündigt – gar nichts, weshalb Theurl jetzt mit dem Schicksal des Events hadert.

Heuer geht alles wie geplant über die Bühne, sollte es die Witterung zulassen sogar teilweise wieder im Lienzer Becken. 250 freiwillige Helfer, viele aus Nikolsdorf und Lavant, seien alljährlich im Einsatz, unterstreicht der Organisator. Sie sollen dafür sorgen, dass im Talboden ein gutes Rennen gelaufen werden kann. Ein Zieleinlauf in der Stadt ohne Bauhof-Unterstützung sei aber nicht möglich, erklärt Theurl, der nicht müde wird, die Werbewirksamkeit des Events – das zum Worldloppet zählt – fast gebetsmühlenartig zu unterstreichen. Und der Sprint? Auch der könne laut Theurl wie gehabt auf dem Hauptplatz über die Bühne gehen, wenn die Stadt zumindest mit Bauhofleistungen anpackt. Da das nicht der Fall sein wird, dürfte wohl auch 2019 in Obertilliach gesprintet werden.

Obwohl die Rennen des Dolomitenlaufs 2019 im Jänner fix sind und Franz Theurl auch für die Zukunft Optimismus verbreitet, sinkt aus verschiedenen Gründen – etwa Konkurrenzrennen in anderen Destinationen – die Teilnehmerzahl und es stellt sich natürlich die Frage, wie nach dem Wegfall der Stadtsubventionen ein Großevent dieser Art weiter bestehen soll. Deshalb loten wir die Stimmung unter unseren LeserInnen aus und fragen:

Umfrage
Soll der Dolomitenlauf weiter bestehen?
Ja, guter Sport, gute Werbung 1151 Stimmen / 61%
Nein, ein Auslaufmodell 739 Stimmen / 39%
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3 Postings bisher
Kapatieme

Ich glaube das der Dolomitenlauf gut nach Obertilliach passt. Ist ja ein Langlaufdorf! In Lienz wirds nichts mehr werden mit diesen Schneeauflagen der letzten Winter. Und die Loipen beschneien ist wohl ein Witz und kostenmässig ein Wahnsinn. Man muss die Zeichen der Zeit erkennen . Sogar Gletscher haben schon Schneeprobleme .

senf

nachdem der dolomitenlauf in den vergangenen jahren erfolgreich in landschaftlich aussergewöhnlicher gebirgskulisse mit perfekter langlaufstruktur in obertilliach durchgeführt werden konnte, sollte er auch in zukunft dort stattfinden. diese region bietet schneesicherheit, ist bemüht und präsentiert osttirol bestens.

das spektakel in der innenstadt von lienz braucht es nicht, es kostet nur unnötig viel geld. hier geht es nicht mehr um sport, sondern um die eitelkeit machcher personen. daher sollte die umfrage lauten, ob man sich diesen unnötigen aufwand am hauptplatz weiterhin leisten sollte. die stadt auch meiner meinung nach hat richtig entschieden. allein die aussage, "man hat 25.000 euro beantragt und mit 20.000 gehofft", zeigt vom umgang mit öffentlichen geldern.

neugierig bin ich nun, wieviel geld der obmann des TVB "F T" dem präsidenten "F T" des LRC nun zur durchführung des dolomitenlaufs zuschanzt, ob man den beitragsausfall und die bauhofleistungen der stadt über mittel des tvb ersetzt und wie/wer für die kostenabwicklung zeichnet und wie man dort abrechnet.

Kiew

Als es in Lienz jahrelang keinen Schnee für den Langlaufbewerb gab, war Obertilliach gut genug um einzuspringen. Und sie machten es mustergültig. Und jetzt soll der Dolomitenlauf wieder zurück nach Lienz? Und wieder Bangen bis zum Schluss: komt Schnee oder nicht?

Ich persönlich glaube nicht ,dass sich der Aufwand für einen so kurzen Auftritt wie den Dolomitensprint am Hauptplatz lohnt und daher hat nach meiner Meinung auch die Stadtgemeinde richtig entschieden, keine Subvention mehr zu gewähren, was sie ja bereits im Vorjahr verkündet hat.