Kein Applaus für verlängertes Seilbahn-Programm

Weder Naturschützer noch Seilbahnwirtschaft sind mit dem Kompromiss glücklich.

Gegensätzlicher könnten die Standpunkte von Wirtschaftsbund-Hardliner Franz Hörl und der Naturschutz-Organisation WWF nicht sein. Und doch sind sich beide in einem einig: die Fortschreibung der Tiroler Seilbahngrundsätze ist nicht die beste politische Lösung. Für Hörl ist es eine „Last-Minute-Kurskorrektur, welche die Situation für die Branche zumindest etwas entschärft“. Es sei begrüßenswert, dass man letztlich einen gemeinsamen Weg gefunden habe. „Die Folgen dieser Änderungen werden wohl erst im Laufe der Zeit beweisbar sein, aber wir haben nun zumindest ein Regelwerk, auf dessen Basis die Unternehmen arbeiten können“, so Hörl.

Josef Schrank vom WWF sieht das aus anderer Perspektive: „Damit drückt sich die schwarz-grüne Landesregierung vor einer echten Neuverhandlung ihres in der Begutachtung glatt durchgefallenen Entwurfs. Stattdessen wird jetzt das alte Programm aufgeweicht, um weitere Ausbaupläne leichter durchboxen zu können. Das ist der falsche Weg“. Die Landesregierung habe die Zeichen der Zeit nicht verstanden, erklärt der Umweltschützer: „Unsere Berge sind eine endliche Ressource, deshalb wünschen sich die Menschen ein Ende des Ausbauwahns. Tirol muss seine letzten intakten Alpenflächen schützen und für den nachhaltigen, sanften Tourismus erhalten anstatt sie einem schrankenlosen Ausbau zu opfern.“

Laut WWF gibt es in Tirol 93 Schigebiete, über 1.000 Liftanlagen, 3.500 Pistenkilometer, fast 5.000 Hektar technisch beschneite Fläche, 125 Speicherteiche und 18,5 Millionen Kubikmeter genehmigte Wasserentnahme zur Beschneiung.

Ein Posting verfassen

Sie müssen angemeldet sein, um ein Posting zu verfassen.
Anmelden oder Registrieren

1 Posting bisher
Europa

Wie geht es mit der Schischaukel Sillian Sexten weiter gefährdet das Seilbahn Gesetz das Projekt.,?