TVBO-Wahl 2019: Neuer Wein in alten Schläuchen?

Wochenlang wurde gestritten – um die falschen Themen und Personen.

Hängt Ihnen die TVBO-Wahl auch schon zum Hals heraus? Mir geht es jedenfalls so und wären wir nicht als Journalisten zugleich Treiber und Getriebene, würde ich mir auch diesen Kommentar sparen, aber sei's drum, einer geht noch. Keine Angst, ich gebe keine Wahlempfehlung ab, möchte aber ein paar Dinge loswerden und ein paar Denkanstöße geben, die in der aktuellen Auseinandersetzung kaum thematisiert wurden.

Beginnen wir beim Ruf nach Erneuerung. Den gibt es schon sehr lange im TVB Osttirol, festgemacht an den handelnden Personen, allen voran Franz Theurl, dessen Amtszeit als Obmann schon eine Generation umspannt, oder können Sie sich an einen anderen Obmann erinnern? Vor allem aus diesem Grund ist die Erneuerungsdiskussion grundsätzlich wichtig und wenn Theurl, der alte Wahlkampffuchs, einen schweren Fehler gemacht hat, dann den, dass er den Wandel diesmal nicht schon vor der Wahl glaubwürdig eingeleitet und einen jungen Spitzenkandidaten auf Platz 1 nominiert hat. Er hätte als „elder Statesman“ mit Würde im Aufsichtsrat Platz nehmen und aus dem Hintergrund die Fäden ziehen können. Mit seinem Zeitbudget, seiner Energie und seinem Netzwerk wäre „der Franz“ vermutlich wichtigster Strippenzieher im „Wer-kriegt-was-wofür-Spiel“ geblieben. Er hätte einfach nur die Show der nächsten Generation überlassen sollen. Für einen geborenen Showman war das offenbar nicht drin und so könnte diesmal der Vorhang tatsächlich fallen.

Mindestens acht – eher zehn – der 14 derzeitigen Aufsichtsräte des TVBO bleiben schlichtweg auf ihren Sesseln sitzen. Und da soll sich groß was ändern? Foto: Expa/Groder

Doch neu wird fast nichts werden! Es ist lustig, mit welcher Energie die immer gleichen Protagonisten sich als Erneuerer positionieren. Mindestens zwei Drittel der Akteure im Aufsichtsrat werden dort nämlich einfach sitzen bleiben! Das maximal restliche Drittel wird sich aus Leuten zusammensetzen, die allesamt schon jetzt zum Zirkel der Meinungsmacher rund um die beiden zentralen Machtblöcke zählen. Sonst würden sie gar nicht kandidieren. Das gilt natürlich auch für Martin Gratz. Er ist bereits TVBO-Aufsichtsrat, ebenso wie Ernst Moser, Peter Wibmer, Heinz Schultz, Margit Aigner, Wolfgang Steiner und Max Passler. Da Moser, der 2018 noch für Theurls Liste kandidierte, die Seiten gewechselt hat, hat die Gruppierung Schultz-Gratz-Moser bereits jetzt – ganz ohne Neuwahl – eine Mehrheit von fünf zu sieben Stimmen im TVBO-Aufsichtsrat. Viel mehr wird sich wohl auch nach der Wahl nicht ausgehen. Mit dieser Mehrheit könnte die Gruppe schon jetzt dem Vorstand kräftig einheizen und vor allem eines mit Nachdruck – und wohl auch mit Unterstützung der Bürgermeister und der öffentlichen Meinung – einfordern: die Etablierung einer starken und professionellen Geschäftsführung.

Denn wer führt eigentlich die Geschäfte im TVB Osttirol? Während eine völlig irrationale Meinungsschlacht darüber tobt, ob Theurl, Schultz, Gratz, Winkler, Moser oder sonst wer mehr Ahnung vom Tourismus hat, müsste in Wirklichkeit gefragt werden: Wer ist zweifelsfrei integer? Wer hat keine egoistischen Interessen und zugleich das fachliche Know-how, um in einem Aufsichtsrat die korrekte und sinnvolle Verwendung von vielen Millionen Euro an öffentlichem Geld zu kontrollieren? Kontrolle, das ist der Job, um den es geht! Das tun Aufsichtsräte anderswo. Die müssen nicht wissen, wie man um Gäste wirbt, nicht einmal dann, wenn sie Obmann des TVBO sind. Um gute Werbung zu machen und einen Verband operativ professionell zu führen, braucht man keine ehrenamtlichen Gschaftlhuber! Geht das in die Köpfe? Das ist der Job von gut ausgebildeten und gut bezahlten Profis mit einschlägiger Berufserfahrung und besten Referenzen. Einen Mann oder eine Frau dieses Kalibers gilt es zu finden. Rasch. Er oder sie führt dann ein Team von Mitarbeitern, die schon jetzt emsig und gut arbeiten. Doch statt genau das zu forcieren, lähmen sich die Streithanseln im Aufsichtsrat gegenseitig und haben – ich würde sagen mutwillig – eine teure Neuwahl vom Zaun gebrochen, bei der nicht mehr herauskommen kann, als neuer Wein in alten Schläuchen.

Warum also das ganze Spektakel? Ich hab da einen Verdacht, den ich loswerden möchte, weil sich Andreas Köll in den letzten Wochen so gut versteckt hat, dass man ihn tatsächlich vergessen konnte. Ich möchte daran erinnern, dass die Wahl nur aus einem juristischen Grund wiederholt wird. Nein, nicht weil die Urnen mit Schlössern statt Plomben geschützt waren. Die Wahl wird wiederholt, weil der juristisch ausgefuchste Bürgermeister aus Matrei eine grenzgeniale Karte gezogen hat, um sich selbst wieder ins Spiel zu bringen: Köll – nicht die Truppe rund um Gratz – hat mit der juristischen Hinterfragung des Einreichtermins für die Listenabgabe dem Tiroler Tourismusgesetz ein Schnippchen geschlagen und das rechtliche Fass zum Überlaufen gebracht. Und bei allem Getöse, das jetzt durch die Medien tobt, rund um eine simple Verbandswahl, die nichts wirklich Substanzielles bewegen wird, gibt es doch einen gewichtigen Unterschied zum Vorjahr: Auf der Liste von Liftkaiser Heinz Schultz wird Andreas Köll vermutlich in den Aufsichtsrat zurückkehren. Gelingt der Coup, wird seine Präsenz die Gesprächskultur des Gremiums und dessen Entscheidungen mehr prägen, als die Obmannfrage.

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bergfex

Kann mir jemand auskunft über diese Tagesordnun machen? Bitte genau alle Datum zu beachten. Warum steht bei den Unterschriften: Der Bürgermeister?

www.kleinezeitung.at/images/downloads/d/e/e/2018-tvb-vollversammlung20190128143318.pdf

dacapo

@ Geheimtipp Osttirol: Wie will Martin Gratz ohne Unterstützung von Köll/Schultz Vorstand werden? Und dann eventuell Gleichbehandlung, Transparenz, kein operatives Eingreifen etc. mit Ihnen als Partner? So rein zum Spass werden sie das wohl eher nicht machen.

senf

"wer führt eigentlich die geschäfte im tvb osttirol?" fragt pirkner in seinem kommentar. ich weiss es auch nicht.

ein freund hat mir heute früh ein flugblatt überreicht. in zorniger miene, er hat den wisch in einem gasthof ergattert.

ein großes gefahrenzeichen (hochgestelltes dreieck, gelber hintergrund, fettes rufzeichen mit "TICKET") ist darauf abgebildet, darüber das logo osttirol - dein bergtirol und dolomiti nordicski, darunter Loipengebühren im winter 2018/2019. es beginnt mit den gebühren zu € 6,-- für die tageskarte und endet mit der saisonskarte 90,--. dann weiter: sie befinden sich im gebiet dolmiti nordicski. wir ersuchen sie ein langlauftiket zu erwerben! ende!

kein hinweis, wo die tickets erhältlich sind, kein hinweis, ab wann zu bezahlen ist, kein hinweis ob es staffelungen gibt (kinder, kein schon gar nicht ein hinweis auf die langlaufbroschüre oder kontaktinfo.

laut der recht passablen glanzbroschüre "langlaufen in osttirol- nordisches eldorado am südbalkon der alpen" gehören die loipen vom gailtal über lavant bis prägraten zum weltgrössten (?) langlaufverbund "dolomiti nordicski". 1.300 loipenkilometer in 12 regionen (wo auch immer diese sind, in der broschüre bleibt das ein geheimnis). man findet heraus, dass es in osttirol 400 km sind und dass mit dem erwerb der tickets die skibusse, aber nicht die busse des öffentlichen nahverkehrs kostenlos sind.

ein guter geschäftsführer müsste den überblick über all diese angebote, kooperationen, servicepakete und die verantwortung haben, ausser man lässt ihn nicht.

warum müssen sich gäste und gastgeber noch immer in mühsamer kleinarbeit diese informationen zusammentragen?

Geheimtipp Osttirol

Lieber Herr Pirkner!

In vielen Punkten teile ich Ihre Ansicht. Aber ich bin davon überzeugt, dass mit Martin Gratz und dem Team Osttirol ein neuer Stil im TVB einziehen wird. Martin Gratz hat diesen Stil auch schon in seiner Wahlwerbung bewiesen.

Außerdem stehen im Team Osttirol auch wirklich neue Kandidaten an wählbarer Stell. Um nur einige zu nennen: Michael Wildauer, Manfred Lobenwein, Elisabeth Kaplenig.

Martin Gratz war noch nie im Vorstand und wie wir alle wissen entscheidet der Vorstand und nicht der Aufsichtsrat. Daher sollten wir endlich Neue in diesem Gremium an der Spitze haben.

Martin Gratz und das Team Osttirol stehen für Gleichbehandlung aller: ob Klein oder Groß, ob aus Lienz oder den Tälern.

Martin Gratz will laut Wahlwerbung: Kein operatives Eingreifen durch den Obmann im TVB, Mitarbeiter im TVB stärken und ihnen mehr Eigenverantwortung übertragen. Professionelle Geschäftsführung und starke Abteilungsleiter sollen die täglichen Arbeiten und die Umsetzung der Projekte machen, nicht der Obmann. Der soll sich um die strategischen Rahmenbedingungen kümmern und die Fachleute arbeiten lassen.

Das Team Osttirol hat im letzten Jahr mit Infoveranstaltungen , Livestream und der ehrlichen sachlichen Art wie die Wahlwerbung geführt wurde bewiesen, dass Transparenz und ein Miteinander mit den Mitgliedern das Ziel ist.

Ich bin davon überzeugt, je stärker das Team Osttirol ist, umso weniger geht es um die alten Machtspiele der vergangenen Jahrzehnte. Für mich ist vom Team Osttirol das Programm wirklich ein Programm das ich unterstütze. Und genau darum ist es so wichtig, dem Team Osttirol eine entsprechende Stärke im Aufsichtsrat durch Abgabe der Stimme zu sichern.

    doiga

    Martin Gratz will..., Martin Gratz wird..., Martin Gratz hat..., alles Blablabla, wie Sie richtig schreiben - WAHLWERBUNG. Da wird natürlich nur das gesagt was der Wähler hören will. Wenns drauf ankommt will ich wissen was Herr Gratz umsetzt. Bei der letzten ganzen Periode hat er seinen Aufsichtsratposten auch hingeschmissen. Wer ernsthaft was bewegen will würde so etwas nie tun. Sein Programm in Ehren aber bei der Umsetztung desselben werden Köll und Schultz eine gehörige Portion mitbestimmen.

dacapo

Köll, Gratz, Schultz, Moser for president.

Sie werden sich noch wundern, was alles möglich ist.

VirgentalerIn

Das war/ist der Tourismus in Osttirol im Kalenderjahr 2018, anhand eines Vergleiches der fünf stärksten Talorte zu Lienz. (Quelle: Statistik Tirol nach Übernachtungen ):

1. Kals am Großglockner: 274.826; 2. Matrei in Osttirol: 262.594; (GrossglocknerResort zusammen 537.420 zu Osttirol gesamt: 2.104.994); 3. St. Jakob in Defereggen: 259.441; 4. Lienz: 182.846; 5. Sillian: 181.558; 6. Obertilliach: 149.608

Die fünf stärksten Talorte und Lienz sind somit die einzigen Osttiroler Gemeinden mit mehr als 100.000 Übernachtungen: Relation stärkste Talorte zusammen zu Lienz 2018 = 1.128.027 zu 182.846 Übernachtungen von gesamt 2.104.994;

Lienz alleine hatte aber in den 1970/80er-Jahren schon mal deutlich über 400.000 p.a. an Übernachtungen, war damit damals die mit Abstand nächtigungsstärkste Gemeinde Osttirols und besaß auch die erste Gondelbahn des Bezirkes!

Mit einem ähnlichem Ausbau der Bergbahneninfrastruktur und einer ähnlich hohen Nächtigungsdynamik, wie sie zwischenzeitlich in Matrei/Kals, St.Jakob, Sillian und Obertilliach eingetreten ist, müsste Lienz heute bereits über 800.000 Übernachtungen aufweisen!

Seit jedoch ein gewisser F.T. und andere Radsportfreunde als Funktionäre in diversen Tourismusverbänden im Lienzer Talboden sowie im TVB Osttirol als deren Rechtsnachfolger führend tätig sind, hat es im Wesentlichen nur mehr Rückgänge gegeben, aber das ist sicherlich nur ein statistischer Zufall und fällt unter empirische Schwankungsbreiten.....

Während andernorts die Bergbahnen- und Schigebietsfrage durch einzig sinnvolle Privatisierungen oder Kapitaleinsätze der Bevölkerung und Betriebe weitestgehend gelöst worden ist, herrscht in Lienz nicht nur Stillstand, sondern sogar Rezession.... Matrei/Kals und St. Jakob sollen jetzt weiter ausgebaut werden. Dazu kommt dann noch Sexten-Sillian!

Ohne umfangreiche Investitionen werden die Lienzer Bergbahnen hingegen weiterhin das große Sorgenkind des TVB Osttirol nicht nur in bilanzieller Hinsicht, sondern auch als permanenter Zuschussbetrieb ohne Perspektiven bleiben.

Einziger nennenswerter touristischer Lichtblick im Talboden waren in den letzten drei Jahrzehnten offensichtlich nur die Investitionen der Familie Hamacher im Golf-und Beherbergungsbereich, welche Lavant geradezu eine „Nächtigungsexplosion“ (von noch 3.512 im Jahre 2000 auf 52.715 im Jahre 2018) bescherten.

Haben Sie nach diesem Faktencheck noch allfällige Fragen dazu, wo Tourismus in Osttirol wirklich stattfindet, wo touristische Einnahmen und Umsätze erwirtschaftet werden, wer für die Erfolge der letzten Jahre in welcher Region verantwortlich war und welche zukunftsorientierte Wahlentscheidung Sie vielleicht noch treffen könnten, wenn Sie vor allem aus dem Raume Lienz und Umgebung kommen: Noch Fragen?

multi 1

☺🙂🙂Ab Mittwoch ist das Kasperltheather vorbei , Gott sei Dank .Bin jetzt seit 1984 im Tourismus tätig ,aber so ein Theater wie in Osttirol hab ich noch nicht erlebt wegen einer Tourismus Obmannwahl

bergfex

Ein toller Artikel , Herr Pirkner. Geht ja zu wie in der Politik. Jahrelang dabei und wenn man in Oposition ist, das anprangern, was man selbst nicht gemacht hat. Wie soll eine Erneuerung statt finden, wenn wieder die selben Personen handeln.

andersgedacht

@sumse Erstens: Google Ironie. Zweitens: Team Osttirol sind die gleichen Steigbügelhalter für Köll wie Mosers Liste, nur aggressiver:-)!. Drittens: Mattersberger ist der Kandidat der Bezirksliste für den Aufsichtsratvorsitz!

leiWEITERso

Hier sei die Frage erlaubt, wer eigentlich wirklich Angst vorm „schwarzen Mann“ haben muss? Der Osttiroler Tourismus wohl nicht, weit mehr Angst muss ausschließlich Franz Theurl haben. Franz Theurl wäre wohl kaum gegen den Willen von Andreas Köll vor elf Jahren zum TVBO Obmann gekrönt worden. Zehn Jahre haben die beiden Herren in bestem Einverständnis für beide Seiten und sicher auch sehr zufriedenstellend für beide Herren die TVBO Geschicke geleitet. Es war Heinz Schultz, welcher Andreas Köll vor der letzten Wahl ausgebremst hat… nun ein Jahr später sitzt er an der Seite von Schultz im gegnerischen Boot. Wenn es knapp wird stellt sich die Frage für wen sich wohl Mattersberger, Scherer, Steiner… entscheiden werden?? Für den immer noch sehr mächtigen Köll, welcher wohl noch lange im Bezirk Einfluss haben wird oder für das pensionierte, freiwillige TVBO Mitglied Theurl? Wie Theurl mit Macht umgeht hat er bei der letzten Wahl – siehe dieses wirklich sehr passende Foto im Artikel - sehr deutlich gezeigt… besser hätte es Andreas Köll auch nicht machen können. Aber die Zeit bleibt nicht stehen: Theurl konnte nicht loslassen von seiner geliebten Macht, Köll hat zwischenzeitlich einen neuen Bankdirektor gefunden und ein neuer Obmann wird sich auch noch finden!

    MitInteresse

    Nanana! Mattersberger ist doch ganz offiziell der Wunschkandidat für den Aufsichtsrat Vorsitz der Bezirksliste Gemeinsam für Osttirol, für die er in Stimmgruppe 1 antritt. Die Bezirksliste ist in allen drei Stimmgruppen gut aufgestellt und tritt als einzige in allen Stimmgruppen an. Die Mitglieder der Bezirksliste haben deshalb - im Gegensatz zu anderen Listen - weder eine Allianz noch einen Pakt nötig, mit wem auch immer. Auf Theurl scheinen also doch sehr viele in Osttirol zu vertrauen. Und die Bürgermeister Scherer und Steiner vertreten alle 33 Gemeinde Bürgermeister Osttirols.

      Schoene Dolomiten

      Die Bürgermeister Steiner/Prägraten und Scherer/Obertilliach sind die zwei, laut Tiroler Tourismusgesetz zu besetzenden Gemeindevertreter im Aufsichtsrat des TVB Osttirol.

      Sie wurden 2016 vom Matreier Bürgermeister in einer Versammlung aller BürgermeisterInnen Osttirols für diese Funktionen vorgeschlagen und unterstützt. In einer geheimen Abstimmung haben sie sich gegen ihre Mitbewerber Mair/Dölsach und Mitteregger/Sillian durchgesetzt, nachdem Köll/Matrei auf eine Nominierung seinerseits (als Vertreter einer der beiden nächtigungsstärksten Gemeinden Osttirols) verzichtet hat..(Bürgermeister von Orten mit über 100.000 Übernachtungen haben nämlich drei Stimmen, jene mit unter 100.000 nur eine Stimme). Genau diese beiden Bürgermeister sollten jetzt im AR (wieder?) einen Bankdirektor unterstützen, wenn z.B. einer ihrer Kollegen, wie Popeller/Ainet, oder Köll/Matrei, für eine touristische Funktion zur Wahl stehen sollte? Eine interessante Theorie von Mitinteresse, aber leider nur wieder ein (gerade noch zum richtigen (?) Zeitpunkt) lancierter Versuch der „Bezirksliste“, zwei Bürgermeister für den „undemokratischen Ausgleich“ eines - aller Voraussicht nach - von einer Mehrheit an TVB-Mitgliedern gewünschten „Wahlausganges der Veränderung“ vereinnahmen zu wollen?

      Nachdem Scherer und Steiner schon das letzte Mal massiv im Focus der öffentlichen Kritik, aber auch vieler ihrer Bürgermeisterkollegen gestanden sind, sollten diese nun angeblich genau wieder dasselbe vorhaben, was man ihnen (es waren ja doch geheime Abstimmungen?) das letzte Mal als „nicht demokratische Umkehr des Wählerwillens“ unterstellt hat?

      Ein unnötiger Wirbel könnte nur neuerlich „in der veröffentlichten Meinung“ (schneller als man glaubt) dazu führen, dass es zukünftig gesetzlich überhaupt keine Gemeindevertreter mehr im Aufsichtsrat eines Tiroler Tourismusverbandes gibt und das wäre wohl „ein Bärendienst“ für alle gewählten Vertreter der Bevölkerung: Zumindest in Nordtirol wird ja bekanntlich seit einiger Zeit immer intensiver über die Frage der Tourismusgesinnung der im Lande wohnenden und arbeitenden Menschen diskutiert.

      Und warum sich ein Bankdirektor ausgerechnet von einem früheren Mitbewerber (und zwischenzeitlich pensioniertem Bankdirektor bzw. nur mehr „freiwilligem Mitglied“) so polarisierend gegen führende Tourismus-und Seilbahnunternehmen aus dem ganzen Bezirk „einspannen“ lässt, wird mir sowieso ein Rätsel bleiben: Sollte nicht gerade eine Bank in so einer hart geführten öffentlichen Auseinandersetzung, viel mehr auf Äquidistanz zu all ihren Kunden achten, die ja schlussendlich auch auf allen vier verschiedenen Listen kandidieren? Diese Frage wäre vielleicht viel eher von „Mitinteresse“....

      MitInteresse

      @Schoene Dolomiten! Vielen Dank für die Interna zur Versammlung der BürgermeisterInnen Osttirols und zur Abstimmung der beiden Gemeindevertreter im Aufsichtsrat. Sollen Ihre detaillierten Ausführungen nun bedeuten, dass die Steigbügelhalter der Liste Schultz, die nun seit Wochen mit dem Claim „Weniger politisches Machtspiel im Tourismus“ hausieren gehen, gemeinsam mit der Liste Schultz einen Bürgermeister an die Spitze des Aufsichtsrats setzen wollen?

      bergfex

      Sie vertreten DIE GEMEINDEN! Stimmen die Gemeinden dann einzeln ab was Sache ist oder obliegt die ZU/ABstimmung allein im Gutdünken dieser 2 BM? Wie das läuft ist bestens bekannt.

lokal

ich brauch weder schultz noch gratz.....

gerimesser

ich bin noch immer sehr unentschlossen, möchte mit meinen Stimmen in den Stimmgruppen 2 & 3 aber bewirken, dass Andreas Köll in den nächsten Jahren wieder für die Verteilung unserer Zwangsmitgliedsbeiträge etc... verantwortlich ist und die finanziellen Fäden im osttiroler TVB zieht!

Wenn ich richtig verstanden habe,muss ich entweder die Liste Gratz oder die Kulinarkliste Moser/Sander wählen, oder?

eine Stimme für die Bezirksliste würde wohl eher dafür sorgen, dass Andreas Köll aufgrund der dann fehlenden Mehrheit im neuen Aufsichtsrat auch nicht zum Vorsitzenden des Aufsichtsrats gewählt werden kann, und somit auch meine Wünsche nicht in Erfüllung gehen, oder?

    Sumse

    Es wird sehr spannend! Eine Stimme für Moser und Sander ist garantiert eine Stimme für Köll.Ich traue ihm sogar zu,daß er,bei einer Mehrheit von Bezirksliste und Kulinarikliste ,die Seiten wechselt und wieder mit Franz Theurl im Vorstand sitzt.Vielleicht hat Heinz Schultz den Fehler seines Lebens gemacht und das Trojanische Pferd AK auf seine Liste geholt.AK hat mit HS noch eine Rechnung offen.Die Demütigung,als Geschäftsführer bei der letzten Wahl nicht berücksichtigt zu werden ,vergisst AK nicht.Franz Theurl hat immer gut mit AK zusammengearbeitet und wird es auch in Zukunft tun,wenn sich nur die Chance bietet. Vielleicht verzichtet dann AK im Gegenzug auf einen weiteren Prozess im Wasserstreit.Heinz Schultz hat damit null Einfluss und muss trotzdem weiter investieren,um seine Betriebe am Laufen zu halten und AK verteilt das Geld . AK lehnt sich zurück und wartet was passiert. Ich glaube ,er wird von allen unterschätzt. Der wahre Sieger dieser Wahl ist schon jetzt AK.Nur wer das Team Osttirol wählt, hat die Garantie,daß nicht Politiker und Banker den TVB übernehmen sondern eine Veränderung mit wirklichen Tourismusprofis eingeleitet wird.

    senf

    ich bin ebenso unschlüssig, tendiere noch zur bezirksliste, weil ich den rennradsportlern, den scl für den damenwelcup und dem schlossbergbahnen die millionen gönne, die dort in den sand gestreut werden. gerimesser, was meinst du?

sportler

Ich wäre für eine auflösung des zwangsfusionierten TVBO

Dann wäre endlich Frieden.

klf2015

Genialer Standpunkt! Werde jetzt wohl doch eher Kickl wählen ;o)

steuerzahler

Danke für diesen Kommentar.

Darin wird alles zum Ausdruck gebracht, was mich beim TVB ärgert. Ich würde mich gerne von diesem Verein verabschieden, bin aber leider Zwangsmitglied mit eingeschränktem Stimmrecht. Ich habe nur eine Dreierstimme, die fast wirkungslos ist.

Würde ich zur Wahl gehen, dann wäre ich mit dem System einverstanden. Das bin ich aber nicht. Nun könnte man argumentieren, daß die Nichtwähler mit dem Ergebnis einverstanden wären. Aber welche Möglichkeit gibt es sonst noch? Ich verweigere meine Zustimmung.

Und ich werde mich bei der ersten Gelegenheit aus der Beitragsverpflichtung verabschieden. Noch etwas, wenn ich aus meinen Einnahmen mit dem Schlüssel meinen Beitrag berechne, würde ich wesentlich weniger bezahlen. Aber es gibt ja den Mindestbeitrag und daher habe ich zuviel zu bezahlen.

Die Idee eines Vereins zur Förderung des Tourismus ist an sich gut. Leider ist die derzeitige Struktur ungeeignet. Das ist nur ein Spielplatz für Macht- und Geldhungrige, die ihr Ego oder den Geldtopf über die Sache stellen.

Kiew

Dem mehr als gelungenen Artikel von Dr. Gerhard Pirkner ist kein einziger Beistrich mehr hinzuzufügen. Danke für die klaren Worte.

one1

„Auf den Punkt gebracht“👍!