Konrad Paul Liessmann „Die Digitalisierung der Bildung“

Der Philosoph und Bestseller-Autor ist am 1. Februar zu Gast im Bildungshaus Osttirol.

Foto: Heribert Corn

Konrad Paul Liessmann, Philosoph und Autor des Buches „Bildung als Provokation“, referiert am Freitag, 1. Februar 2019 um 19.30 Uhr im Bildungshaus Osttirol, Kärntnerstraße 42, Lienz. Die Frage, wie digital das Bildungssystem der Zukunft sein soll, lässt sich für Liessmann klar beantworten: so wenig wie möglich.

Digitalisierung ist das Zauberwort unserer Epoche und nichts scheint so dringend, wie diese im Bereich der Bildung voranzutreiben, denn nur so können junge Menschen scheinbar auf die Arbeitsplätze der Zukunft vorbereitet werden. Bildung 4.0 ist deshalb in aller Munde.

Doch ist dieser Ansatz überhaupt richtig? Neben all den wichtigen lernpsychologischen Einwänden gegen einen zu frühen Einsatz digitaler Geräte im Unterricht, neben dem ebenso wichtigen Hinweis, dass der zu recht geforderte kritische Umgang mit Internet, sozialen Netzwerken und digitaler Lebenswelt eine Distanz zur Voraussetzung hat, die ihr Fundament in der analogen Welt haben muss, spricht vor allem eines gegen die These, dass die Digitalisierung der Bildung auf die neue Arbeitswelt vorbereite: Digitalisierung bedeutet, alles zu automatisieren, das automatisiert werden kann, alles zu vernetzen, was vernetzt werden kann. Wohl werden für die Pflege dieser Technologien immer eine Handvoll Techniker und Experten gebraucht werden – auf den Arbeitsmärkten der Zukunft werden aber jene Menschen die besten Chancen haben, die Kenntnisse und Fähigkeiten aufweisen, die entweder nicht digitalisiert werden können oder die Digitalisierung kritisch und reflektierend begleiten. Ein avanciertes Konzept der klassischen Bildung wäre dazu nicht der schlechteste Ansatz.

Freier Eintritt, Spende erbeten, keine Anmeldung erforderlich.

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