DNA-Proben verraten nicht nur, welcher Beutegreifer am Werk war, sondern auch woher er kam. In diesem Fall aus Italien. Symbolfoto: Michael Larosa/Unsplash

DNA-Proben verraten nicht nur, welcher Beutegreifer am Werk war, sondern auch woher er kam. In diesem Fall aus Italien. Symbolfoto: Michael Larosa/Unsplash

DNA-Test: Hirsch in St. Jakob von Wolf gerissen

Ergebnis eindeutig. Derzeit keine weiteren Hinweise auf eine Wolfspräsenz in Osttirol.

Ende Jänner wurde im Gemeindegebiet von St. Jakob im Defereggental ein gerissenes Stück Rotwild gefunden. Vieles deutete auf einen Wolfsriss hin, darunter Spuren im Schnee und die Charakteristik des Kadavers. Wir haben berichtet. Gewissheit konnte allerdings nur eine DNA-Analyse bringen. Nun legt die Veterinärmedizinische Universität Wien die Ergebnisse vor und bestätigt den Anfangsverdacht:

„Mit der genetischen Untersuchung anhand der vor Ort gezogenen Proben konnte ein Wolf nachgewiesen werden. Das Tier ist der italienischen Population zuzuordnen“, so Martin Janovsky, Beauftragter des Landes Tirol für große Beutegreifer. Das Analyseergebnis eines Mitte Februar ebenfalls im Gemeindegebiet von St. Jakob tot aufgefundenen Stücks Rehwild steht noch aus.

Offenbar essen nicht nur menschliche Touristen gerne „Rippelen“. Diesen Hirsch hat ein Wolf abgenagt. Foto: Privat

Ob sich der Wolf noch im Bezirk Lienz aufhält oder das Gebiet bereits verlassen hat, kann nicht seriös beantwortet werden. Derzeit gibt es keine weiteren Hinweise auf eine Wolfspräsenz in Osttirol. Wölfe sind grundsätzlich sehr scheue Tiere und meiden den Kontakt mit Menschen.

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14 Postings bisher
wolf_c

Ich finde das töten mit dem Auto mindestens so schlimm wie anderes töten ... nur müßte das töten mit dem Auto nicht in diesem Ausmass sein. Die toten Tiere durch das Auto, ob Katzen Hirsche Hasen und Frösche, Insekten gibts ja kaum mehr, sind ein Vielfaches mehr wie die durch die Jäger ... so ist gewissermassen jeder mitschuldig ...

Johannes

Hallo chiller336! Hast schon recht, werden nicht bejagt. Doch das Endprodukt ist das gleiche, nämlich die Salamischeiben - ob Hirsch oder Rind - in Ihrem Jausenbrot. Leider will ein erheblicher Anteil der Gesellschaft nur die negativen Schlagzeilen der Jagd sehen. Dass man aber auch beim Nachbarsjäger einen Gamsbraten aus den heimischen Bergen bekommen könnte, wollen Sie und Ihr Genosse wohl nicht wahrhaben. Ganz zu schweigen vom meistens stressfreieren Tot!

Fazit: Nicht alles dreht sich beim Jagen um ein Geweih - wie so mancher glauben möchte -, es gibt schon auch noch ein paar tierfere Sinne dabei. Einer davon und zwar der ureigenste ist die Gewinnung von Nahrung - möge es ein geringer Anteil zum Massenfleischhandel sein.

Und: Das Schnitzel wächst noch immer nicht am Baum!

Meine Meinung zum Wolf: Nicht gut für die Osttiroler Landwirtschaft.

    chiller336

    daß jagd nicht nur aus "schiessen und töten" besteht ist mir durchaus klar. ich nenne hege und pflege, fütterung etc an erster stelle - und auch eine schußzahl um ein überhandnehmen von wild und den folgen - verbiss zb - entgegenzuwirken. hörzuOT meint wohl - ich nenns mal schiessorgien - wie zb beim fuchsschiessn in kals. mit em ich auch nichts anfangen kann. und ja ich weiss, einige schwarze schafe bringen einen berufsstand in verruf - besonders einen so sensiblen wie die jägerschaft. was mich betrifft, esse ich kein wild, weil - ja auch ich habe immer bambi im kopf - mir lieber ist, ich kann mit seltenem glück freilebende wildtiere sehen oder beobachten. ich freu mich deshalb auch nicht auf einen von der nachbarschaft geschossenen gamsbraten. ich habe überhaupt meinen fleischkonsum stark reduziert - vor allem durch diverse berichterstattungen betreffend sinnloser tiertransporte von A nach B nur um der förderungen willen.

    zu guter letzt: ich finde den wolf sehr wohl eine bereicherung in unserem lebensraum, auch wenn mir das bild eines gerissenen hirschen nicht wirklich gefällt. er hat seine absolute lebensberechtigung, wie wir alle diese haben. und der wolf reisst nicht jeden tag irgendwo einen hirsch, denn ich bin der meinung, dieser tötet nicht der lust wegen, sondern des hungers wegen. und eventuell jagt so ein wildtier auch bevorzugt das wild, das geschwächt, krank oder sonstwie gehandicapt ist. der mensch pflückt auch lieber jene äpfel vom baum die er leicht erreichen kann - und nicht die ganz oben, wo er schwer hinzukommt. und wenn du mal einen wolf berührt hast, ihn gestreichelt hast und die magie gespürt hast, dann würdest du deine meinung ganz schnell ändern - und ja , ich hab das, deshalb bin ich auch dafür. für mich macht das im endeffekt relativ wenig unterschied, ob ein wolf einen hirsch reisst oder ein jäger einen hirsch erschiesst - beides gehört zum leben dazu

      Johannes

      Ich kann deine Gedanken wirklich gut verstehen. Auch ich kann mit der "Nacht des Fuchses" nicht viel anfangen!

      Bezüglich Äpfel plücken: Gerade deshalb mache ich mir viel größere Sorgen um die Osttiroler Landwirtschaft. Denn warum einer Gams nachlaufen, wenn der "Tisch" mit unzähligen Schafen gedeckt ist. Egal ob Schadenersatz oder nicht - da gibt es noch einen ideellen Wert des Tieres.

    hoerzuOT

    verehrter Rhodod,geschätzerJohannes: Birnen und Äpfel kann man scheinbar sehr schwer unterscheiden. Vergleichen Sie nicht Bauern, die mit dem Nutzvieh ihren Lebensunterhalt verdienen, mit Männern, die in Ihrer Freizeit durch die Wälder schleichen, um das zu tun, was dem Wolf eigentlich zu steht. Vergessen Sie nicht, dass der Wolf früher zu den heimischen Tierarten gehörte, hier lebte und die Wälder ihm gehörten. Ähnlich verhält es sich mit Luchs, Bär usw. Wo sind sie geblieben? Immer wieder wundern sich wehleidige Jagdanhänger darüber, dass die Jagd dermaßen in Verruf geraten ist. Eine recht gute Antwort finden Sie im Beitrag von DoloStadt vor einigen Jahren: https://www.dolomitenstadt.at/2016/03/15/kals-mondhell-ist-die-letzte-nacht-des-fuchses/ Hat das auch mit Nahrungsmittelbeschaffung zu tun?

Rhododendron

OK lieber Herr/Frau hoerzuOT, ...was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß... auch das süße Kälbchen beim Nachbarsbauern (übrigens großes Lob, dass du regional einkaufst) wird einestages auch von einem Herren - der offenbar nicht weiß wie er seinen Beruf sinnvoller gestalten könnte - geschlachtet werden. Das Schnitzel wächst nicht am Baum! Vielleicht kannst du jetzt meine vorherige Frage besser verstehen.

blaubaer

ich hätte den Braten lieber auf meinem Teller gehabt

hoerzuOT

Vorab dachte ich, die Jagd hätte eine neue Dimension erreicht, jetzt bin ich unendlich froh, dass es ein Wolf war ;-)

hoerzuOT

x-mal besser vom Wolf, als von einem Herren, der nicht weiß, wie er seine Freizeit sinnvoll gestalten soll

    Rhododendron

    Falls du kein Vegetarier bist: Wie lange ist dein letzter Fleischkonsum her?

      hoerzuOT

      Ich weiß zwar beim besten Willen nicht, was Ihre Frage mit diesem Thema zu tun hat, aber ich will Sie Ihnen gerne beantworten: exakt vor 7min 40 sek schluckte ich den letzten Bissen Fleisch ( gekauft beim Nachbarsbauern) runter. Ebenso aß ich ein Stück Brot mit Käse , wiederum vom Nachbarsbauern, lobte anschließend diesen für seine Köstlichkeiten mit überschwänglichen Worten ( gesprochen am Gartenzaun) und wurde erneut Zeuge, wie gut es seinen Tieren geht. Henne Rosemarie wird mir morgen übrigrns wieder ein Frühstücksei schenken. Ich freu mich jetzt schon.

      chiller336

      ich wüsste gar nicht dass rinder, schweine und co gejagt werden🤔😏