Mondikolok: Das medizinische Hilfsprojekt geht weiter

Der Verein „Osttirol für Jalimo/Mondikolok“ will nicht aufgeben und schmiedet Zukunftspläne.

Der Sozialverein „Osttirol für Jalimo/Mondikolok“ wurde vor sieben Jahren auf Initiative des Lienzer Kinderarztes Franz Krösslhuber gegründet und erzielte nach dem Aufbau einer attraktiven Krankenstation im Südsudan beachtliche Erfolge. Neben der medizinischen Grundversorgung legte Krösslhuber von Beginn an einen Schwerpunkt auf die Aus- und Weiterbildung der einheimischen Hilfskräfte. Sie sollten das Projekt nach einigen Jahren selbstständig weiterführen. So wurde der Betrieb sukzessive auf- und ausgebaut, täglich mit durchschnittlich 120 bis 150 Patienten.

Dann erreichte Anfang 2017 der Bürgerkrieg die bis dahin friedliche Region Kajo-Keji mit Mondikolok. Das Health Care Center musste schließen, die MitarbeiterInnen und die gesamte Bevölkerung flohen vor dem Krieg und leben seither in Flüchtlingslagern im benachbarten Uganda. Das Spital war plötzlich mitten im Kriegsgebiet, es wurde geplündert, die wertvolle Einrichtung größtenteils zerstört.

Ein Bild aus besseren Zeiten: Franz Krösslhuber und das Hebammenteam bei einer Schulung am Ultraschallgerät. Foto: Doris Papsch-Musikar

Vor einem Monat besuchte Krösslhuber Mondikolok nun erstmals wieder direkt, machte sich ein Bild vor Ort und versuchte, die Möglichkeiten der Fortführung auszuloten. Bei der Generalversammlung des Sozialvereins Anfang der Woche berichtete er ausführlich über seine Eindrücke und Überlegungen: Im vergangenen Jahr half der Verein in Zusammenarbeit mit dem lokalen Partner, den Comboni-Missionaren, bei mobilen medizinischen Einsätzen in den Flüchtlingslagern. Die ehemaligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Spitals arbeiten und helfen nun dort, um eine medizinische Grundversorgung aufrecht zu erhalten.

Ein Hoffnungsschimmer für das Sozialprojekt: Der im Herbst ausverhandelte Waffenstillstand hält nun schon ein halbes Jahr, eine mögliche Fortführung des Projekts sei mittelfristig denkbar. Die Zukunftspläne wurden eifrig diskutiert, der eindeutige Tenor: Geduld. Der Verein will also auf eine Verbesserung der Sicherheitslage und die Rückkehr der Bevölkerung in den nächsten Jahren warten und dann das Spital in Mondikolok renovieren, aufbauen und weiterführen – im Sinne von Nachhaltigkeit und humanitärer medizinischer Hilfe. Die finanzielle Basis für einen Wiederaufbau in den nächsten Jahren sei gegeben, außerdem hofft der Sozialverein weiterhin auf die Unterstützung seiner Freunde und Gönner.


SPENDENKONTO:
Dolomitenbank Osttirol-Westkärnten, IBAN: AT55 4073 0000 0001 7523

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