Kuh-Urteil: Politik will Landwirte schadlos halten

Auch der betroffene Landwirt soll bei einer Verurteilung finanziell unterstützt werden.

Nach dem zivilrechtlichen Schadensersatz-Urteil nach einer tödlichen Kuh-Attacke sucht die Tiroler Politik nach Wegen, um Landwirte schadlos zu halten. Im Vorfeld des Runden Tisches am morgigen Mittwoch drängte LH Günther Platter (ÖVP) auf eine Versicherungslösung. Die Grünen hatten zuvor einen Notfallfonds ins Spiel gebracht.

„Wenn die Versicherung aussteigt, plädiere ich für die Einrichtung eines Notfallfonds vonseiten der Landwirtschaftskammer“, regte Grünen-LAbg. Georg Kaltschmid an. Der Fonds könne sich etwa aus einem Teil der Mitgliederbeiträge speisen, welche die Landwirtschaftskammer einhebt und als eine Art Ersatz-Versicherung angesehen werden. So wäre kurzfristig die existenzielle Gefahr gebannt und die allgemeine Verunsicherung würde sich wieder etwas legen.

Für Platter und Agrarreferent LHStv. Josef Geisler (ebenfalls ÖVP) führt kein Weg an einer Versicherungslösung vorbei. Man habe im Land Tirol bereits Erfahrung mit ähnlichen Versicherungen, verwies Geisler etwa auf die Haftpflichtversicherung des Landes für Sportfunktionäre. Versicherungslösungen gebe es auch für Wegehalter im Tiroler Mountainbikemodell oder für Mitglieder der Lawinenkommissionen.

Einig war man sich jedenfalls darin, dass der betroffene Landwirt im Falle einer Urteilsbestätigung durch die weiteren Instanzen finanziell schadlos gehalten werden müsse. „Niemand, der nach bestem Wissen und Gewissen seine Tiere auf der Alm hält, soll Gefahr laufen, in seiner Existenz bedroht zu sein oder sich gezwungen sehen, das Vieh im Stall zu lassen oder Wege zu sperren“, so Platter.

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2 Postings bisher
Biker

Nur die finanzielle Seite mit einer Versicherung zu regeln wird nicht reichen! Am Ende wird dem Landwirt Fahrlässigkeit nachgewiesen, die Versicherung steigt aus und wir haben die gleiche Situation wieder. Grundsätzlich sollte man ernsthaft drüber nachdenken wie man Almwirtschaft und Tourismus unter einen Hut bringen kann ohne dass Menschen durch Kühe zu Tode kommen.

    hieronymus68

    Bei all den tragischen Fällen wahren Hunde beteiligt. Wer sich Weidetieren mit einem oder mehreren Hunden nähert begibt sich in Gefahr und handelt grob fahrlässig. Deswegen ist das ein eindeutiges Fehlurteil !!! Es wird in der nächsten Instanz wohl aufgehoben werden.