Restaurierte Alte Prager Hütte lädt zur Zeitreise ein

Auf den Spuren von Johann Stüdl blickt man 150 Jahre zurück in die Frühzeit des Alpinismus.

Lange war sie geschlossen und damit nur noch ein Aussichtspunkt am Wegesrand, die Alte Prager Hütte hoch über dem Schlatenkees im Matreier Gschlösstal, die nun nach mehr als zwei Jahren Bauzeit zu einem ganz besonderen Alpinmuseum umgebaut wurde. Zurückgeführt in den Originalzustand nach den Plänen von Johann Stüdl aus den 1870er-Jahren betritt man ein lebendiges Stück Alpingeschichte und befindet sich plötzlich auf einer Zeitreise, die dem modernen Alpinisten eindrucksvoll vor Augen führt, wie einfach und doch zweckmäßig die Einrichtung von Schutzhütten vor 150 Jahren war.

Die Alte Prager Hütte (2.498 Meter) zählt zu den ältesten bestehenden Hütten. Trotz einiger Umbauten im 20. Jahrhundert blieb genügend originale Bausubstanz erhalten, um eine „Sanierung zurück zum Originalzustand“ möglich zu machen, nicht zuletzt aufgrund erhaltener Pläne aus der „Stüdl-Zeit“. Der Prager Kaufmann Johann Stüdl war wesentlich an der touristischen Erschließung der Glockner- und Venedigergruppe beteiligt und Mitbegründer des Deutschen Alpenvereins im Jahr 1869.

Aufgrund ihrer historischen Bausubstanz und des Erhaltungszustandes steht die Alte Prager Hütte – als eine unter wenigen der 300 Tiroler Schutzhütten – unter Denkmalschutz. Ihre Sanierung war eine Herausforderung. Die „Bausaison“ im Hochgebirge ist kurz und die Restaurierung erforderte Behutsamkeit und Fachwissen. Am 19. Juli eröffneten Roland Stierle, Vizepräsident des Deutschen Alpenvereines und Landesrätin Ingrid Felipe die alpinhistorisch wertvolle Schutzhütte, die von Diakon Guillermo Vargas Diaz feierlich eingeweiht und gesegnet wurde.

Wanderer blicken durch ein Glasfoyer künftig zurück in die Alpingeschichte und auf eine große Pionierzeit vor 150 Jahren. Roland Stierle dankte im Rahmen der Feier als Bauherr und Hauptfinanzier dem Bundesdenkmalamt, dem Nationalpark Hohe Tauern, der Gedächtnisstiftung des Landes und dem Nationalpark Patenschaftsfonds des Österreichischen Alpenvereins für die Unterstützung bei der Realisierung des Projekts. LHStv. Ingrid Felipe zeigte sich erfreut, dass die Schutzhütte nun auch im Rahmen der Forschungstätigkeiten des Nationalparks Hohe Tauern als Stützpunkt genutzt werden kann und im Zuge der Arbeiten auch durch den Nationalpark Hohe Tauern eine Wetterstation errichtet wurde. Der Weg zur Alten Prager Hütte über den Gletscherweg Innergschlöss ist übrigens so lohnend wie das Ziel.

Slideshow von der Eröffnung: Florian Jurgeit und Fabian Dalpiaz

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