Yvonne Steurer, Martha Klocker, Regina Mayr, Margarethe Oberdorfer und Eva Meissl (von links) sind „Frauenart“. Foto: Frauenart

Yvonne Steurer, Martha Klocker, Regina Mayr, Margarethe Oberdorfer und Eva Meissl (von links) sind „Frauenart“. Foto: Frauenart

Die Vorbeterin – ein Osttiroler Frauenschicksal

Das neue Theaterstück der Gruppe FrauenART ist auch ein Stück Zeitgeschichte.

Auf sich aufmerksam machte die Gruppe FrauenART bereits vor zwei Jahren. Damals inszenierten Regina Mayr, Eva Meissl, Yvonne Steurer, Susanne Resl und Margarethe Oberdorfer unter der Regie von Roswitha Selinger das Stück „Rosen für Emerenzia“, in dem sie die berührende Geschichte von Emerenzia Pichler, die in Lienz 1680 als Hexe hingerichtet wurde, erzählen.

In ihrem neuen Stück „Die Vorbeterin“ geht es wieder um eine Frau, ihr Leben und ein Stück Zeitgeschichte. Dieses Mal handelt es sich um Maria Rogl, die als „Siggitzer Moidele“ 1919 in Dölsach geboren wurde und 2018 dort auch starb. Dazwischen liegen fast 100 Jahre, die die Filmemacherin Ruth Deutschmann im Rahmen ihres Projektes „Visual History Interviews“ 2008 für das Virtuelle Haus der Geschichte portraitierte. In diesen Aufzeichnungen erzählen Nord-, Ost- und Südtiroler Menschen, die zwischen 1903 und 1942 geboren wurden, ihre Lebensgeschichten und öffnen damit ein Fenster in die Vergangenheit, das informativ und aufschlussreich, aber vor allem berührend ist.

Die Gruppe FrauenART setzt das Leben von Maria Rogl nun in zehn Bildern um. Es ist die Geschichte eines lebhaften Mädchens, das als eines von 10 Kindern zwar bescheiden, aber glücklich zu einer selbstbewussten jungen Frau heranwächst. Mit 17 Jahren wird sie als Marketenderin der Musikkapelle Dölsach in Klagenfurt von Adolf Hitler zum Reichsparteitag in Nürnberg eingeladen. Dafür wird sie zuerst im Dorf beneidet und geachtet, später ausgegrenzt und, als sie auch noch ledige Kinder von einem – wie sich später herausstellte – verheirateten Mann bekommt, verachtet.

Maria Rogl kämpfte sich aber in ihrem Leben durch, verlor ihre Lebensfreude nicht, bekannte sich zum Leichten und zum Schweren in ihrem Leben, heiratete spät und war in Dölsach jahrzehntelang als Vorbeterin bei Begräbnissen bekannt und geschätzt.

Das erklärt auch den Titel des Stücks, in dem Roswitha Selinger in der Regiearbeit auch dieses Mal wieder von Ekkehard Schönwiese unterstützt wurde. Margarethe Oberdorfer fungiert als Erzählerin, die in kurzen Beschreibungen des historischen Hintergrundes das Leben des Siggitzer Moideles umrahmt und zusätzlich erklärt. Regina Mayr spielt die Hauptrolle und Yvonne Steurer, Eva Meissl und Martha Klocker verkörpern Zeitgenossinnen von Maria Rogl.

Karten für das Stück „Die Vorbeterin“ gibt es im Vorverkauf in der Trafik Helmut Semrajc beim Kino in Lienz. An der Abendkassa wird es nur wenige Restplätze geben.

Die Premiere findet am Freitag, 23. August um 20.00 Uhr im Kunsthaus sinnron in Dölsach statt.

Weitere Aufführungstermine, ebenfalls jeweils im Kunsthaus sinnron:
Samstag, 24. August, 20.00 Uhr
Sonntag, 25. August, 20.00 Uhr
Freitag, 30. August, 20.00 Uhr
Samstag, 31. August, 20.00 Uhr
Sonntag, 1. September, 20.00 Uhr
Freitag, 6. September, 20.00 Uhr

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