„Es gibt viele Sachen, die man verändern müsste“

Magdalena aus dem Lesachtal erwartet von der Politik mehr Kompromissbereitschaft.

Für die Dolomitenstadt-Serie „Jugend wählt“ haben wir diesmal die 18-jährige Magdalena aus Liesing im Lesachtal interviewt. Magdalena hat im Juni die LLA in Lienz abgeschlossen und arbeitet nun im Mühlenstüberl im Lesachtal als Kellnerin. In ihrer Freizeit sieht sie sich gerne Filme an und schreibt Poesie. Dolomitenstadt-Leser kennen Magdalena vielleicht auch durch ihren im Mai 2017 veröffentlichten Brief an Donald Trump!

Was bedeutet Politik für dich?

Magdalena: „Generell Politik? Politik ist für mich eine sehr wichtige Sache. In einer Demokratie haben aber so viele Menschen ein Mitspracherecht, dass meistens eh nur gestritten wird. Das sieht man in Österreich derzeit ziemlich gut, da wir ja keine richtige Regierung haben. Politik kann so einfach nicht funktionieren!“

Wie und wo informierst du dich über Politik?

Magdalena: „Nicht über die sozialen Medien! Dort wird ja meistens gelogen oder eher einseitig berichtet. Manchmal informiere ich mich über Zeitungen oder auch über meinen Vater, da mein Vater im Lesachtal im Gemeinderat ist.“

„Es gibt durchaus Menschen in Österreich, die sehr viel Zuspruch vom Staat benötigen, aber nicht bekommen,“ meint Magdalena aus dem Lesachtal. Foto: Simon Baumgartner

Was würdest du als erstes verändern, wenn du einen Tag Bundeskanzlerin wärst?

Magdalena: „Es gibt so viele Sachen, die man verändern müsste, dass ich gar nicht weiß wo ich anfangen soll. Durch die schweren Unwetter im Herbst 2018 wohne ich derzeit in einem Katastrophengebiet und hier kriegt man deutlich zu spüren, dass es im gesamten Tal an Geld mangelt. Das liegt meiner Meinung nach daran, dass wir keine gute Regierung haben. Es gibt durchaus Menschen in Österreich, die sehr viel Zuspruch vom Staat benötigen, aber nicht bekommen.“

Gehst du zur Nationalratswahl im September?

Magdalena: „Ja, ich gehe hin. Ich finde es vor allem als Frau wichtig von seinem Wahlrecht Gebrauch zu machen, da wir das Wahlrecht noch nicht so lange haben und es auch noch nicht in allen Ländern der Welt selbstverständlich ist, als Frau wählen zu dürfen. Man kann sich zwar über unsere Regierung aufregen, aber immerhin haben wir die Möglichkeit, zumindest teilweise mitsprechen und mitentscheiden zu können.“

Welche Erwartungen hast du an die nächste Regierung?

Magdalena: „Von der nächsten Regierung erwarte ich mir ganz klar Kompromissbereitschaft. Es kann und wird nicht funktionieren, wenn jeder nur seinen Kopf durchsetzen will.“


„Fridays for Future“ beweist: Die Jugend will mitreden und kann die Politik auch unter Druck setzen. Die Jungjournalisten von dolomitenstadt.at holen deshalb Wahlberechtigte unter 20 vor das Mikrophon und fragen in unserer neuen Serie „Jugend wählt“, welchen Stellenwert die Politik im Leben junger Menschen aus der Region hat.

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