Interhospitalflüge: Verrechnung an Patienten rechtswidrig?

Tiroler Gebietskrankenkasse rät Versicherten, Kostenübernahme nicht zu unterschreiben.

Wie die Tiroler Tageszeitung im heutigen Lokalteil berichtet, hat sich nun auch die Tiroler Gebietskrankenkasse in die Diskussion rund um die Überstellungsflüge aus dem Lienzer BKH in andere Spitäler eingeschaltet. Laut TT gibt es einen Brief an den Obmann des Krankenhausverbandes, Andreas Köll, in dem die Kasse klarstellt, dass sie die Vorgehensweise des Verbandes für rechtswidrig hält. Aus Sicht der Kasse liege demnach mit der Aufnahme eines Patienten bereits ein „totaler Krankenhausaufnahmevertrag“ vor. Die TGKK vertritt rund vier Fünftel aller im Lienzer Spital behandelten Patienten und rät den Versicherten ausdrücklich, die Verpflichtung zur privaten Kostenübernahme von Interhospitalflügen nicht zu unterschreiben.

Man prüft offenbar sogar ein rechtliches Vorgehen gegen die Regelung, die seit 1. August am BKH Lienz gilt. Seit diesem Tag muss jeder Patient beim Einchecken im Krankenhaus unterschreiben, dass er, falls eine Überstellung in eine höherrangige Klinik nötig werden sollte, die Kosten für den Hubschrauber selbst bezahlt. Bereits gestern bezeichnete der Asslinger Bürgermeister Bernhard Schneider diese Regelung als „unprofessionell und geschmacklos“. Assling ist die erste Gemeinde Osttirols, die ihren Bürgern und Bürgerinnen eine Kostenübernahme garantiert.

Während in ganz Tirol die Regelung gilt, dass das Land den Krankenhäusern die Hälfte der Kosten für Interhospitalflüge refundiert, beharrt das BKH Lienz auf einem höheren Kostenanteil mit dem Argument, dass Lienz in einer geografischen Ausnahmesituation sei. Um diese Forderung durchzusetzen, scheute der Gemeindeverband mit Obmann Andreas Köll und Stellvertreterin Elisabeth Blanik an der Spitze auch teure Prozesse gegen den Leistungsanbieter ÖAMTC nicht, der die Bezahlung durchgeführter Flüge durch das Krankenhaus eingeklagte und in letzter Instanz Recht bekam.

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24 Postings bisher
steuerzahler

Was passiert mit denen, die nicht unterschreiben? Werden die auf dem Parkplatz von der dritten Garnitur behandelt? Feldbett und Zelt sind selbst mitzubringen?

Die Bürgermeister sind uns allen bekannt. Es steht jedem frei seinen Bürgermeister zu fragen, ob er tatsächlich mit dieser Vorgangsweise einverstanden ist oder gegenüber Köll Derartiges geäußert zu haben.

    steuerzahler

    Ich hätte gerne 20 Stimmen, damit ich bei dem Matreier Stimmvieh dagegenhalten kann.

Asdfgh

Vielleicht spendet die Dolomitenbank einen Teil? Upps wir sind leider nur ,,normale‘‘ Bürger! ironie off

munja

Man muss was unterschreiben, dass man dann selbst auf den kosten sitzen bleibt...und wer zahlt bei personen die aufgrund eines unfalls nicht in der lage sind zu unterschreiben?!

senf

den osttiroler krankenhausverband bilden die 36 gemeinden des pol. bezirks lienz, deren bürgermeister die vertetung im verband obliegt. es gibt selbstverständlich eine geschäftsordnung mit klarer aufgaben und kompetenzregelung sowie die verpflichtung der dokumentation. alle beschlüsse sind daher zu protokollieren. das protokoll ist den gemeinden zur genehmigung vorzulegen. daraus ist zu schliessen, dass die bürgermeister in sämtlichen angelegenheit des bkh entsprechende kenntnis haben, letztlich sind die gemeinden auch verpflichtet, jährlich enorme beiträge für den betrieb beizusteuern.

dasselbe gilt für die jahresabschlüsse und budgetvoranschläge.

die meisten bürgermeister gehören der övp an, einige wenige sind "überparteilich"; in der regel fast alle övp-nahe. nur eine stimme gehört anderen parteien an, allerdings in der stellvertreterfunktion. glaubt hier im forum wirklich jemand, dass man sich gegenseitig die augen auspieckt? träumt ruhig weiter, liebe poster.

    wolfgangwien

    Naja, vielleicht wachen die osttiroler bürgermeister auch mal auf und trauen sich was zu.

skeptiker

Eines ist klar - diese Thema muss dringend endgültig geklärt werden.

Es kann nicht sein, dass das auf dem Rücken der Patienten ausgetragen wird. Wie will das Krankenhaus reagieren wenn eine Verlegung notwendig ist aber der Patient nicht unterschrieben hat?

Das Land zahlt bzw. will nur die Hälfte der Kosten zahlen, das BKH will einen höheren Kostenanteil - die Lösung ist dem Vertrag nicht beitreten und die Kosten auf den Patienten abwälzen ? Geht's no? Das soll eine kluge Lösung sein?

​Diese unertägliche Situation sowohl für die Patienten als auch fürs BKH muss beendet werden.

Asdfgh

Laut Herrn A.K. hätten alle Bürgermeister dafür gestimmt. Was stimmpt jetzt genau? Vielleicht geben andere Bürgermeister/innen anderer Gemeinden auch noch ein Statemant ab? Wer bitte kann sich so eine Überstellung leisten? Wünsche diejenigen die noch gesund sind, daß sie nie so eine Überstellung benötigen. Sei es durch einen Unfall oder Krankheit. Denn die, die es benötigen haben glaub ich andere Sorgen. Leider!

Mehr darf man leider nicht posten- sonst wird man geklagt😬.

julchen

Einschüchterung und Klagen ... Verhältnisse wie in den korruptesten Ländern der Welt ... Wo leben wir eigentlich? Ich bete, dass ich in der derzeitigen Situation in Osttirol nicht ernsthaft krank bzw. ein „medizinischer Notfall“ werde ...

genaugenommen

bin gespannt wie lange die osttiroler bürgermeister diesen A.K. noch zusehen? die kosten für die angestrengten prozess im namen des BKH-Lienz sollter er aus privater tasche bezahlen müssen!

    gerimesser

    bin gespannt wie lange die Osttiroler ÖVP-Politiker und die Landes-ÖVP-Politiker noch zusehen??? jede Woche neue Negativ-Schlagzeilen sind in Vorwahl-Zeiten wohl nicht wirklich fördernd?

      Sumse

      Kann ich dir genau sagen! Martin Mayerl existiert nur als Aufputz auf Volksfesten. Inhaltlich gibt es schon monatelang keine Statements. Hermann Kuenz hat den Auftrag von ganz "oben" den Ball möglichst flach zu halten. Nur keine Skandale und wenn es welche gibt einfach ignorieren! Die Landespolitiker machen es ähnlich.In Vorwahlzeiten könnte es gefährlich sein, sich ein Match mit AK zu liefern. Er hat noch einige Trümpfe in der Hand.In Matrei kennt man diese Spielchen schon fast jahrzehntelang und muss damit leben. Nur der massive Druck der Osttiroler von vielen Seiten kann diesem Spuk ein Ende bereiten.Bin aber nicht sehr optimistisch.

      steuerzahler

      Es ist ganz einfach. Bei der nächsten Wahl gibt es die Möglichkeit, das Verhalten der ÖVP entsprechend zu belohnen.

    bergfex

    Er hätte ja die Blanik zum helfen um die Kosten zu teilen. Die war doch auch dafür.

    steuerzahler

    Geklagt wird nur, wenn wer anderer die Kosten tragen muß.

andipaul

Der ganze Gemeindeverband gehört ausgetauscht hier geht es um die Gesundheit der Menschen. Der Herr Köll soll einfach gehen so schnell wie möglich

    steuerzahler

    Die kommende Wahl bietet die Möglichkeit zur Entmachtung.

klf2015

Something is rotten in the monarchy of Osttirol. Etwas ist faul in der Monarchie Osttirol ... Sicherheitshalber: satire off ;o)

spitzeFeder

Köll - Hiebler. Irgendwann stürzt auch diese Seilschaft ab. 🤔

Aber dass die Blanik da auch mitmacht - *kopfschüttel*

bergfex

(...) Bereits gestern bezeichnete der Asslinger Bürgermeister Bernhard Schneider diese Regelung als „unprofessionell und geschmacklos“.

Hat Köll nicht behauptet alle BM gefragt zu haben und deren Einverständnis erhalten zu haben?

Man sollte diesem Herrn A. K. einmal anständig auf die Finger klopfen. Wir haben doch keine Monarchie mehr in Osttirol....oder doch ???

    Biker

    Sie können dem Herrn Köll und der "Reichenpartei" auf die Finger klopfen bei der anstehenden Wahl haben Sie die Möglichkeit.

      container

      Wenn et amol die Motinga dazu im Stande sein, werd des auf Bezirksebene wohl kaum gelingen.....