Die abbruchreifen Häuser der „Südtiroler Siedlung“ in der Marktgemeinde Telfs sind eine authentische Bühne für das Mitterer-Stück „Verkaufte Heimat“. Foto: Bernd Schranz

Die abbruchreifen Häuser der „Südtiroler Siedlung“ in der Marktgemeinde Telfs sind eine authentische Bühne für das Mitterer-Stück „Verkaufte Heimat“. Foto: Bernd Schranz

ORF zeichnet „Verkaufte Heimat“ für die Nachwelt auf

Bühne für das Mitterer-Stück sind die Häuser der „Südtiroler Siedlung“ in Telfs.

Anlässlich 80 Jahre Option in Südtirol steht noch bis Ende August das Theaterstück „Verkaufte Heimat – Das Gedächtnis der Häuser“ von Felix Mitterer bei den Tiroler Volksschauspielen auf dem Programm. Am 28. und 29. August 2019 wird dieses Stück Zeitgeschichte – gespielt in einer beeindruckenden und einzigartigen Kulisse von teilweise abbruchsreifen Häusern der „Südtiroler Siedlung“ in der Marktgemeinde Telfs – vom ORF Tirol für das Fernsehen aufgezeichnet.

Felix Mitterer sieht darin eine historische Dimension: „Verkaufte Heimat – Das Gedächtnis der Häuser – das Stück spielt nicht nur gestern, sondern auch heute und immerdar, denn nicht nur die Südtiroler wurden von falschen Propheten hinters Licht geführt, diese Gefahr droht uns immer wieder auf’s Neue. So auch jetzt. Nachdem die Telfer Südtiroler Siedlung abgerissen wird, ist die ORF-Aufzeichnung des Optantenstückes ein einmaliges Dokument. Etwas Unwiederbringliches wird dadurch aufbewahrt für alle Zeiten. Das ist lebendiger, packender Geschichtsunterricht.“

Binnen vier Tagen waren alle 26 Vorstellungen des Optanten-Dramas in Telfs ausverkauft. Jetzt zeichnet der ORF eine der letzten Vorstellungen auf.

Markus Völlenklee, Obmann der Tiroler Volksschauspiele Telfs resümiert am Ende des sommerlichen Aufführungsreigens: „Die Tirolerinnen und Tiroler haben unser Angebot angenommen – vier Tage nach der Premiere von ‚Verkaufte Heimat – Das Gedächtnis der Häuser‘ waren alle 26 Vorstellungen restlos ausverkauft. Es ist dies das aufwändigste, aber auch erfolgreichste Projekt der Tiroler Volksschauspiele seit ihrem 38-jährigen Bestehen. Da die Kartenwünsche nicht mehr erfüllt werden können und an Zusatzvorstellungen nicht zu denken ist, freuen wir uns ganz besonders, dass der ORF Tirol eine TV-Aufzeichnung produzieren will und es in so kurzer Zeit geschafft hat, eine Finanzierung dieser Produktion zu ermöglichen. Und es freut uns natürlich, dass unsere Arbeit einem noch größeren Publikum zugänglich gemacht wird. Aber noch mehr, dass das Thema ‚Flüchtling im eigenen Land – und doch Flüchtling‘ gerade heute eine so große und herzliche Resonanz gefunden hat.“

Für Robert Unterweger, ORF Tirol Landesdirektor, hat die geplante Produktion noch einen Aspekt: „Es freut mich sehr, dass durch die spontane Initiative des ORF Tirol und der Tiroler Volksschauspiele – in Zusammenarbeit mit Land Tirol, Land Südtirol, der Marktgemeinde Telfs und der Neuen Heimat Tirol – nach 25 Jahren wieder eine Fernsehaufzeichnung in der Spielstätte bei den Tiroler Volksschauspielen in Telfs vereinbart werden konnte. Möglich wurde sie durch einen öffentlich-rechtlichen Schulterschluss über die Landesgrenzen hinweg – der ORF Spartensender ORF III und die RAI Südtirol haben bereits Sendeplätze im Herbst bzw. Winter 2019 zugesagt. Wir werden ganz bestimmt eindrucksvoll zeigen können, was ein Landesstudio für den Bildungs- und Kulturauftrag des ORF nachhaltig leisten kann.“

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