ÖVP-Generalsekretär Karl Nehammer besuchte als Hauptreferent das traditionelle Sommergespräch des Bauernbundes. Fotos: Dolomitenstadt/Wagner

ÖVP-Generalsekretär Karl Nehammer besuchte als Hauptreferent das traditionelle Sommergespräch des Bauernbundes. Fotos: Dolomitenstadt/Wagner

Die ÖVP hat einen Plan für den ländlichen Raum

Generalsekretär Nehammer präsentierte elf Punkte von Ärztestipendium bis Wasserstoff.

Am 28. August lud der Tiroler Bauernbund zu einem Pressegespräch, das durch die Anwesenheit von VP-Generalsekretär Karl Nehammer wenig überraschend zur Wahlkampf-Veranstaltung wurde. Bauernbunddirektor Peter Raggl moderierte die Runde, VP-Landtagsabgeordneter Martin Mayerl steuerte als regionaler Bauernbundobmann das Lokalkolorit bei. Landesrat Josef Geisler war angekündigt, ließ sich aber entschuldigen.

Karl Nehammer nutzte die Gelegenheit, um den „Plan der ÖVP für den ländlichen Raum“ vorzustellen, ein Werk mit elf Punkten von Ehrenamt bis Wasserstoff. Eine neue Pendlerpauschale, Nahverkehr, Kindergärten, Breitband, Tradition und Kultur, auch Übersiedlung von Verwaltungseinheiten in die Peripherie – all das klang vertraut, ebenso wie das von Sebastian Kurz bereits zum Wahlkampfauftakt okkupierte Thema Wasserstoff. Nehammer möchte „Österreich als Nummer 1-Nation im Wasserstoff etablieren. Wir haben zu diesem Thema bereits jetzt sehr viel Know-how im Land.“

Martin Mayerl betonte beim Pressegespräch am Mittwoch: „Die Agrarpolitik sollte nicht nur Fläche belohnen, sondern auch Leistungen, die die Landwirtschaft im Rahmen des Umweltschutzes erbringt.“

Martin Mayerl skizzierte die Themen für die Landwirtschaft im Gebirge und sprach das Thema Förderungen an: „Eine politische Herausforderung stellt zweifellos der Verteilungskampf auf europäischer Ebene über finanzielle Zuwendungen für die kommenden Jahre dar.“ Nehammer pflichtete bei und hatte die aus Sicht der ÖVP logische Lösung für dieses Problem parat: Sebastian Kurz. „Sollten den Landwirten die Zuschüsse gekürzt werden, so hat es uns Sebastian Kurz versprochen, wird die Bundesregierung versuchen, die finanziellen Verluste für die Landwirte mindestens auszugleichen.“ Wenn das Wahlergebnis eindeutig ausfalle, versteht sich.

Martin Mayerl brachte den Klimawandel ins Spiel, inklusive Sturmkatastrophe im vergangenen Oktober. Generell müsse sichergestellt werden, „dass wir im ländlichen Raum die gleichen Chancen haben, wie die Menschen im urbanen Raum,“ unterstrich Mayerl und ortete Handlungsbedarf bei der Versorgung mit Ärzten für Tier und Mensch. Auch dazu enthält das VP-Programmpapier einen Vorschlag, nämlich Landarztstipendien. Sie sollen einen Anreiz bilden, damit sich wieder junge Ärztinnen und Ärzte auf dem Land ansiedeln.

Abschließend lobte Marin Mayerl das Förderpaket des Landes Tirol für den tiergerechten Stallausbau, das seit diesem Jahr greife. Im Anschluss an das Pressegespräch fand in der Lienzer RGO-Arena das traditionelle Sommergespräch des Bauernbundes mit allen Mitgliedern, Bauern und Jungbauern statt. Karl Nehammer trat dort als Hauptreferent auf und auch Josef Geisler war vor großem Auditorium zur Stelle.

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4 Postings bisher
Domenik

Naja, hamma die alten Kassenschlager Themen zur Beruhigung der Landwirte wieder ausgegraben. Erinnere mich mir zu gut wie es bei der letzten NR Wahl 2017 hieß, dass die Bundesanstalt für Bergbauernfragen nach Osttirol kommt. Sogar a Gebäude wurde scho reserviert... Ich wünsche mir, dass sich jeder Landwirt mal die Frage stellt: Ist die eigene Situations in den letzten 20 Jahren besser geworden? Die Bauern sind zu Bittstellern von Fördermitteln degradiert worden. Die Möglichkeiten im Bezirk selbstständig was zu "schaffen" werden auch nicht mehr. Molkerei ist weg, das Trockenmilchwerk in Südtirol gebaut.

bergfex

Wie kann eine planlose Partei einen Plan haben???

senf

nicht alljährlich, sondern nur in vorwahlzeiten: sommergespräche des bauernbundes. im versorgungskampf sorgt sich der lokalmatador mayerl um die eu-millionen für die „flächenbelohnung“ und fordert nun auch subventionen für "erbrachte leistungen im rahmen des umweltschutzes", denn bauern sind ja umweltschützer, aber keinesfalls naturnützer. so zumindest der tenor der letzen jahre.

dass die landwirtschaft weltweit mitschuldig an der klimaveränderung ist, scheint im wahlkreis osttirol noch nicht angekommen zu sein. bodenverdichtung mit tonnenschweren maschinen und überzüchteten tieren, güllewirtschaft mit überdüngung der böden (futterimport), intensivbewirtschaftung der gunstlagen mit monokulturen oder mehrfachschnitte, artenverarmung, trockenlegung, bodenversiegelung und maximale leistungsziele bei nutztieren gibt es methodisch ja auch hier seit jahren.

ob mayerl dies als kriterium für leistungsabgeltung im umweltschutz meint, sei dahingestellt. vielleicht meint er es sogar ehrlich, denn das erlernt jeder hoferebe schließlich schon im jungbauernschaftsalter.

aber wem kratzen die sorgen der verbliebenen, nichtbäuerlichen landbevölkerung? im bündespektakel und in den grabenkämpfen geht es ja nicht um sachpolitik sondern um parteiinterne personen. und in der ignoranz des bündespektakels vergisst man halt zu gerne, dass eine gemeinschaft oder ein kulturkreis nur als ganzes funktioniert.

wo bleibt eigentlich die meinung des bauernbundes zu aktuellen problemen im bezirk? nicht die punkte im „övp-plan“ oder subventionsgarantien sind damit gemeint, es geht um regionale angelegenheiten die anstehen, längst öffentlich diskutiert werden und schleunigst zu lösen sind.

    steuerzahler

    Wenn weiterhin statt der Nutzung leerstehender Objekte lieber auf wertvolles Ackerland neue Objekte gebaut werden, die Später wahrscheinlich auch leerstehen, dann erledigt sich das Problem mit den Förderungen für Bauern. Es wird nämlich keine mehr geben.