Brandbekämpfung einst und jetzt – dokumentiert im Kulturhaus der Gemeinde Anras. Foto: Toni Außerlechner

Brandbekämpfung einst und jetzt – dokumentiert im Kulturhaus der Gemeinde Anras. Foto: Toni Außerlechner

Anras: Ein Großbrand führte zur Gründung der Feuerwehr

Im Juli 1894 brannten 21 Bauernhäuser ab. 125 Jahre später wurde Jubiläum gefeiert.

125 Jahre ist es her, dass erstmals die Initiative zur Gründung einer freiwilligen Feuerwehr in Anras ergriffen wurde. Am vergangenen Wochenende wurde dieser besondere Moment gefeiert und im Kultursaal der Gemeinde dokumentiert, mit historischen Gerätschaften der Feuerwehr, sowie deren Geschichte auf 21 Chroniktafeln. Mit Wasserkübeln und Handspritzen rückte man früher den Feuersbrünsten zu Leibe, kein Wunder, dass es selten etwas zu retten gab. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts begann dann die Gründung vieler Feuerwehren in Osttirol.


Für Anras war der vierte Großbrand in Asch 1894 Auslöser der Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Anras am 20. März 1897. Oberlehrer Hans Kaler schrieb damals in sein Universal-Tagebuch:

Anras, am 9. Juli 1894:
Ach Gott! Heute ist die Gemeinde Anras von einem sehr großen Unglück betroffen worden, d.h. die Fraktion Asch. Das Dorf Asch ist von 2 Uhr bis 5 Uhr Nachmittag (mit Ausnahme von vier Häusern und der Kirche) total niedergebrannt. Das Feuer entstand in einem Streuhaufen (Ströbekotter) beim Faltnerbauern im Oberdorf. Die ersten Leute, welche gekommen sind, also das Feuer bemerkt haben, sehen Kinder beim selben herumlaufen. Eine Magd vom Faltner, welche um diese Zeit in der Küche arbeitete, weiß, dass gerade vorher immer Kinder in die Küche kamen und Wasser holten. Die Leute haben sich nachher vor Schrecken nicht mehr erinnern können, was das für Kinder gewesen seien. Nachher leugneten alle oder wurden hierzu abgerichtet, trotzdem unterliegt es aber keinem Zweifel, dass Kinder mit Zündhölzchen gespielt und das Unglück herbeigeführt haben. Die vier Bauern, Huber, Faltner, Schneider und Mesner, haben fast gar nichts gerettet, die anderen, besonders im Unterdorf, konnten noch ziemlich viel ausplündern.

Abgebrannt sind im Ganzen: 21 Wohnhäuser mit Futterhaus, ein alleinstehendes Futterhaus. 19 Familien mit 150 Personen sind dabei verunglückt. 30.000 fl ö.W. beträgt die Versicherungssumme auf die Gebäude, 5.000 auf die Mobilien. Dem steht aber ein Gesamtschaden von 144.000 fl ö.W. gegenüber. Vom Brande verschont blieben Glaner im Oberdorf, Höfer, Ortner und Tischler im Unterdorf und die Kirche. Johann Kammerlander, Geiler, war gar nicht versichert. Auf Mobilien waren nur acht versichert.


Der gute Wille und eine beachtliche Mannschaft waren vom Start weg vorhanden, was fehlte war Geld für Geräte und meist auch ausreichend Löschwasser. Die Gemeinden hatten kaum Einnahmen, sie waren ja nicht einmal in der Lage, einen Bürgermeister zu bezahlen.

Einige gut erhaltene bzw. restaurierte Gerätschaften aus dieser Zeit wurden in der Ausstellung gezeigt. Ergänzt wurden diese Gerätschaften mit Leihgaben der Feuerwehren Abfaltersbach, Strassen und Sillian. Ebenfalls zu sehen war das 1976 angekaufte Kleinlöschfahrzeug der Marke Chevrolet, welches im Oldtimermuseum der Stadtfeuerwehr Lienz steht.

Am Sonntag sorgte der Anraser Saitenklang für die musikalische Unterhaltung und ein familiengerechtes Programm für viel Abwechslung: eine Kinder-Malecke, Zielspritzen mit den Kübelspritzen der Feuerwehr Lienz, die Drehleiter Sillian, eine Runde im Feuerwehrauto drehen, in die Rolle eines Polizisten schlüpfen, sich über die Bergrettung und den Zivilschutz informieren und ganz nebenbei tolle Sachpreise bei einer Tombola gewinnen – für einen unterhaltsamen Sonntag war gesorgt. Toni Außerlechner war mit der Kamera dabei:

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