Headliner bei der Dolomitenmann-Abschlussshow in Lienz: Lemo. Alle Fotos: Dolomitenstadt/Wagner

Headliner bei der Dolomitenmann-Abschlussshow in Lienz: Lemo. Alle Fotos: Dolomitenstadt/Wagner

Lemo – wasserfest beim Dolomitenmann

Vor seinem bejubelten Auftritt verrät der Sänger im Interview seine sportliche Seite.

Es regnete in Strömen, als Lemo alias Clemens Kinigadner, Singer-Songwriter, Chartstürmer, mehrfacher Amadeus-Preisträger und Headliner bei der Dolomitenmann-Abschlussshow am Samstag, 7. September, auf dem Hauptplatz in Lienz eine bejubelte Performance hinlegte.

Wir haben den Künstler, wie seinen Bühnen-Vorgänger Simon Lewis, zum Dolomitenstadt-Interview getroffen und unmittelbar vor dem Auftritt zum Beispiel erfahren, dass Lemo nur wenig Musik hört, dafür aber sportlich einiges drauf hat!

Lemo, bist du das erste Mal in Osttirol?

L: Ich hab heute so überlegt, aber ich glaube ich habe hier noch nie gespielt. Privat war ich aber schon da. Freunde meiner Eltern wohnen da und ich war schon mal beim Radio hier.

Hast du schon mal vom Dolomitenmann gehört?

L: Ja, natürlich. Das ist ja ein großes Event. Ein Freund von mir ist sogar mal mitgefahren im Kajak.

Welche Disziplin wäre die, die du am liebsten machen würdest?

L: Auf jeden Fall Kajak, das ist das einzige was ich kann von den vier Sachen.

Du paddelst? Erzähl mehr.

L: Ja. Jetzt nicht mehr so viel. Früher bin ich sehr viel gefahren. Bis Wildwasser 4, aber das schon eher mit Angst. Hauptsächlich Salza und Socia.

Bei uns in Osttirol bist du noch nie gefahren?

L: Nein, leider. Ich war ganz viel auf der Salza, dort hab ich gearbeitet und konnte deshalb viel fahren. Es gab wenig Gelegenheit andere Flüsse zu erkunden. Aber ich hab vor, das ein bissl wiederzubeleben. Wenn ich mal in Osttirol fahren möchte, meld ich mich aber vorher.

Lemo ist nicht dein richtiger Name, wie kam es dazu?

L: Nein, das ist ein Spitzname eigentlich. Ich heiße Clemens, daraus wurde Clemi, Clemo, Lemo…. Bei meinem ersten Song hab ich das dann genommen.

Lemo im Interview über deutschsprachige Texte: „Das Feingefühl für Wort, Wortwitz und Wortspiele ist in der eigenen Sprache viel besser.“

Der erste Song von dir, den jeder dann mitsingen konnte, war „Himmel über Wien“. Wie autobiographisch sind deine Songs?

L: Bis zu einem gewissen Teil natürlich sehr. „Himmel über Wien“ ist ein Trennungssong, und in dieses Gefühl hab ich mich beim Schreiben wieder hineinversetzt, obwohl es keine aktuelle Trennung gab. Gewisse Gefühle lösen eben bestimmte Stimmungen aus und das hört man in den Songs.

Kommst du aus einer Musikerfamilie?

L: Nein, gar nicht. Ich bin der Einzige der Musik macht. Meine ältere Schwester hat ganz viel Nirvana, Foo Fighters, Pearl Jam usw. gehört und da bin ich dann total in die Musik reingekippt und habe mich in die Musik verliebt, hab angefangen selber Gitarre zu spielen. Der klassische Weg halt, mit Freunden eine Band gründen, im Keller sitzen, proben, proben, proben… Erste Auftritte die natürlich komplett schlecht waren. Bandwettbewerbe – das ganze Programm. Irgendwann bin ich dann nach Wien und hab dort Tontechnik studiert, weil ich dachte, ich brauche ein Standbein.

Musiker ist jetzt als Berufswunsch bei Eltern eher wenig beliebt.

L: Ja, das stimmt wohl. Damals war das auch vielleicht noch wirklich bedenklich. Aber es gibt aktuell eine Art neue Austropop-Welle und einige ziemlich erfolgreiche Musiker, auch in Österreich.

Du sprichst so schönes Deutsch, wie kommt das? Man hört gar keinen Akzent.

L: Ja, meine Mama kommt aus Vorarlberg, mein Papa aus Nordtirol, wir haben dann in Graz gewohnt, und jetzt wohne ich in Wien. Ich hatte einfach nie einen bestimmten Dialekt. Ich singe irgendwie automatisch Dialektneutral. Das wird mir aber manchmal auch vorgeworfen …

Welche Musik hörst du privat?

L: Ich höre sehr, sehr wenig Musik. Zum einen, weil ich ständig viel mit Musik zu tun hab, im Studio sitze und überhaupt ständig Musik ist. Da bin ich dann froh, wenn ich daheim bin und es einfach still ist. Zum anderen, bin ich draufgekommen, dass man unbewusst ständig klaut. Wenn ich einen Song oft höre und ein halbes Jahr später selber einen Song schreibe, ist es mir schon passiert, dass ich dann am Ende draufgekommen bin, dass alles irgendwie geklaut war. Das macht das Hirn unterbewusst, das kennt es und will es dann verwerten und verkauft es einem selbst als eigene Idee. Das ist extrem uncool, ich hab teilweise super Songs wegschmeißen müssen, weil es mir auch so ging. Das ist einfach echt öd, wenn man lange an etwas arbeitet und am Ende erst draufkommt, das war gar nicht meine eigene Idee. Also ich vermeide es, vor allem deutschsprachige Musik zu hören.

Hast du mal überlegt, englisch zu singen?

L: Ich hab natürlich die Jugendband-Jahre englisch gesungen, bis so vor fünf oder sechs Jahren. Englisch singt sich viel besser, die Vokale kann man viel länger ziehen. Aber ich kann mich auf deutsch einfach viel, viel besser ausdrücken. Dieses wirkliche Feingefühl für Wort, Wortwitz und Wortspiele ist in der eigenen Sprache viel besser.

Als ich das erste Mal – bei Julian LePlay – als Lemo gespielt hab, konnte ich sofort merken, bist du deppat, die Leute hören mir einfach wirklich zu, weil es deutsch war. Der Kontakt zum Publikum ist ein ganz anderer, das ist cool. Und das genieße ich.

Wie sieht es mit Kooperationen aus?

L: Es wird tatsächlich auf meinem neuen Album ein Duett geben. Das ist aber noch nicht ganz in trockenen Tüchern, deshalb verraten wir noch keine Namen. Wir haben aber schon Demos aufgenommen usw.

Wann kommt das neue Album?

L: Das ist noch nicht ganz sicher. Auf jeden Fall 2020, im Frühling oder im Herbst.

Du gehst aber im Dezember auf Tour?

L: Genau. Anfang bis Mitte Dezember spielen wir neun Shows, einmal quer durch Österreich. Leider nicht in Osttirol. Wir bringen ganz viele neue Songs vom neuen Album mit. Es gibt auch schon Tickets. Falls schon mal jemand bei einem unserer Konzerte war, diese Tour wird komplett anders. Nochmal dynamischer und cooler.

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