Der Samstagabend im Vergnügungspark der Osttirol Messe: Besucher sucht man hier vergeblich – das war vor einigen Jahren noch anders. Foto: Dolomitenstadt/Wagner

Der Samstagabend im Vergnügungspark der Osttirol Messe: Besucher sucht man hier vergeblich – das war vor einigen Jahren noch anders. Foto: Dolomitenstadt/Wagner

Abends auf der Osttirol Messe: Tristesse!

Ein Vergnügungspark ohne Vergnügen lockt kaum noch Besucher an.

Es ist Freitagnachmittag, Anfang September – nach der Schule ab nach Hause und direkt nach dem Essen die Freunde anfunken. Am Abend geht es auf die jährlich stattfindende Osttirol Messe. Es ist ein echtes Highlight, vor allem für die junge Generation, wenn die Kirmes vor dem Dolomitenstadion Leben in die Stadt bringt.

In der Dämmerung strömen Jugendliche, aber auch Familien am Kassahäuschen auf dem Stadionparkplatz vorbei. Es ist viel los, vor den Fahrgeschäften lange Schlangen – und das, obwohl die Messehallen bereits geschlossen sind. Direkt beim Eingang – da wo sonst der Skaterpark aufgebaut ist – steht ein großes Karussell, das sich während der Fahrt schräg zu neigen beginnt. Gegenüber kann bei einem Schießstand die eine oder andere Kleinigkeit „geschossen“ werden. Die kleinsten Gäste fahren auf einer Eisenbahn.

Nebenan steht die „Waschmaschine“. Sie ist äußerst beliebt bei den Messebesuchern. In einem Kreis stehen die Fahrgäste nebeneinander, das Fahrgeschäft dreht sich immer schneller und richtet sich plötzlich fast senkrecht auf – die Schreie der Mitfahrenden quittieren den Spaßfaktor. Hotspot bleibt aber das Autodrom, wo unzählige Nachtschwärmer nur darauf warten, einen Wagen zu ergattern und die Freunde „abzuräumen“. Rund um all diese Attraktionen verteilen sich Stände mit Getränken, Zuckerwatte oder Klamotten.

Diese Szenen spielten sich nicht bei der diesjährigen Messe am vergangenen Wochenende ab. So erlebte man die Abende der Osttirol Messe, als ich noch Jugendlicher war. Da war der Vergnügungspark ein echtes Highlight im Veranstaltungskalender. Und heute? Tagsüber hat sich über die Jahre wenig verändert, das Interesse an der wirtschaftlichen Leistungsschau ist nach wie vor ungebrochen.

Doch die Abende auf dem Rummelplatz sind mittlerweile ein Schatten ihrer selbst. Lokalaugenschein am Freitag: Der Bereich mit den Fahrgeschäften wurde verkleinert, das Angebot ist fast blamabel. Das Gelände wirkt gegen 21:00 Uhr verlassen. Die Leute, die sich herumtreiben, lassen sich an zwei Händen abzählen. Im Autodrom stehen die Autos still. Gegenüber steht mit der „Crazy Wave“ eine Bank, die sich in Kreisen bewegt – mit vielen freien Plätzen. Die Betreiber müssen zuwarten, um überhaupt genug Passagiere an Bord zu bekommen.

Es gibt einen Simulator – der kaum Interesse weckt – und ein halbherziges Spiegelkabinett. Das wars. Kein Karussell, keine „Waschmaschine“, kein Fahrgeschäft für die Kleinsten und kein Catering. Man kann keine Getränke kaufen und es gibt keinen Imbiss für zwischendurch. Nur ein Süßwarenstand hält die Stellung, der Andrang dort ist abends äußerst überschaubar. Am Samstagabend das gleiche Bild.

Mir stellt sich daher die Frage: Was ist aus den Abenden auf der Osttirol Messe geworden? Das Angebot an Fahrgeschäften dürfte vor allem aufgrund des abnehmenden Interesses abgespeckt worden sein. Tagsüber herrscht natürlich reger Betrieb durch die Hallenbesucher, abends wird es aber immer düsterer. Auch die Öffnungszeiten wurden mittlerweile geändert: Statt wie früher bis Mitternacht ist der Vergnügungspark nur noch bis 22:00 Uhr geöffnet.

Die Schulbälle seien der Grund für ausbleibende Besucher, hört man. Mag sein. Früher feierten die Maturanten im Oktober und November, seit einigen Jahren gibt es einen Ballmarathon im September. Einer der Bälle kollidierte auch heuer mit dem Messe-Termin – suboptimal.

Den Bällen den schwarzen Peter zuzuschieben ist aber zu einfach. Sie gehen an Samstagen über die Bühne – bleibt also immer noch der Freitagabend. Eher sollte man fragen, wie sich wieder mehr Besucher abends auf das Messegelände locken lassen und ob man das überhaupt noch will? Ich habe den Eindruck, dass darüber kaum nachgedacht und nur auf den abnehmenden Andrang reagiert wird – mit der Reduzierung des Angebotes. Dabei kann ein echter Rummel einmal im Jahr dem Bezirk doch nicht schaden, oder?

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3 Postings bisher
Trendy

Die Osttirol Messe baut immer mehr ab, vielleicht sollte man einmal nachdenken das es nicht nur Betriebe in Osttirol gibt und auch den Interessen von Privatpersonen NEUESTES vorstellt dann ist auch der Zulauf besser. Zum Abendgeschäft bzw: Kirmis, naja, wenn nichts atraktives geboten wird, wird auch niemand mehr kommen!!! Die heutige Jugend wäre über mehr Action sicher begeistert aber nicht auf dem Stand von 1900.....

thomas78

Die Osttirol Messe kollidiert mit dem Oktober Fest😄

    bergfex

    Was der Veranstalter 😜in Lienz vorher aber nicht weiß.