„Landeshubschrauber“ bei Festakt übergeben

Tirol kaufte den Helikopter für 3,3 Mio Euro netto – Bund trägt Betriebskosten.

Der Hubschrauber, den das Land Tirol eigens für den Zivil- und Katastrophenschutz angekauft hatte, ist nun am Donnerstag bei einem Festakt am Flughafen Innsbruck offiziell übergeben worden. Bereits im Jahr 2015 war die Entscheidung zur Anschaffung gefallen. Das Land kaufte den Hubschrauber für 3,3 Millionen Euro exklusive Umsatzsteuer, der Bund trägt die Kosten für den laufenden Betrieb.

„Das ist ein zukunftsweisendes Modell für Land und Bund“, meinte Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP). Bereits vor Jahren sei die Entscheidung für den „Landeshubschrauber“ gefallen, betonte Platter. Auslöser war damals unter anderem die Ankündigung des Verteidigungsministeriums die Kaserne in Vomp zu schließen und den dortigen Hubschrauberstützpunkt aufzulassen.

Der Landeshubschrauber „H125“ soll nunmehr etwa zur Bekämpfung von Waldbränden und für den Katastrophenschutz eingesetzt werden sowie generell dann zur Stelle sein, wenn es darum geht „Naturgefahren zu bewältigen“, wie Platter hervorhob. Dass es solche regelmäßig gebe, strich Werner Senn, Leiter der Flugpolizei im Innenministerium, heraus. „Man muss nur an das Hochwasser in Tirol im Jahr 2005 denken oder an die Waldbrände“, meinte er. Die heftigen Unwetter im Juni 2015 seien zudem eine weitere Geburtsstunde für den „H125“ gewesen.

Vor dem neuen Fluggerät von links: Werner Senn, Leiter der Flugpolizei, Landeshauptmann Günther Platter, Innenminister Wolfgang Peschorn und Sicherheitsreferent LHStv Josef Geisler. Foto: Land Tirol/Berger

Auch Landespolizeidirektor Helmut Tomac betonte die Wichtigkeit des Landeshubschraubers, der schon allein deswegen nach Tirol gehöre, „weil die Hälfte der österreichweiten Alpinereignisse sich in Tirol abspielen“. Der Hubschrauber, der von der Polizei betrieben wird, sei überaus „hilfreich bei Suchflügen“. Zudem verfüge der Hubschrauber über einen Doppellasthaken, sei nachtflugtauglich und der „leistungsstärkste Hubschrauber in dieser Klasse“, lobte Senn den Hubschrauber, den er eigenhändig nach Tirol geflogen hatte.

Das wiederum veranlasste Innenminister Wolfgang Peschorn zu dem Wortspiel, dass hier eine „Entscheidung auf den Boden gebracht wurde“. Eine Einschätzung, die auch Platter teilte: „Ohne dich wäre der Hubschrauber jetzt nicht da“, meinte der Landeshauptmann im doppelten Sinne und lobte damit auch das große Engagement von Senn in Bezug auf den „H125“.

Der Hubschrauber-Pakt wurde im Jahr 2015 beschlossen, nachdem das Aus für den Hubschrauberstützpunkt des Heeres in der Kaserne in Vomp angekündigt worden war. Doch die Schließung wurde letztlich wieder ad acta gelegt. Ursprünglich hätte der Hubschrauber bereits im Herbst 2018 in Tirol sein sollen. Ein Zulassungsverfahren der Spezialausstattung hatte jedoch länger gedauert. Seit Dezember 2017 war stattdessen ein bestehender Helikopter der Polizei im Einsatz. Er absolvierte seither rund 450 Flugstunden für den Zivil- und Katastrophenschutz, teilte das Land mit.

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