Lienzer Talboden – gestern, heute und morgen

Bei Revital in Nußdorf wird am 23. Oktober über ein topaktuelles Thema diskutiert.

In Österreich wurden in den Jahren 2016 und 2018 pro Tag durchschnittlich 11,8 Hektar Boden neu verbaut. Das entspricht einer Fläche von etwa 20 Fußballfeldern. Auch im Lienzer Talboden geht immer mehr Boden verloren. Ob Industriegebäude, Shoppingzentren, ausufernde Parkflächen, Industrieanlagen oder Verkehrsflächen – der Bodenverbrauch schreitet immer mehr voran. Dabei ist der Boden eine limitierte, ökologisch und ökonomisch wertvolle Ressource, der zusammen mit Wasser und Luft eine zentrale Grundlage für das Leben darstellt. Der Boden übernimmt eine Vielzahl an Funktionen. Er ist Grundlage unserer Nahrungsproduktion sowie unseres Rohstoffbedarfs. Er ist Bestandteil der natürlichen Wasser- und Stoffkreisläufe und spielt somit auch eine große Rolle in der Abflussregulierung.

Der Boden wirkt weiters als Filter und Puffer gegenüber Schadstoffeinträgen und schützt Gewässer und das Grundwasser. Er ist elementarer Lebensraum für Menschen, Tiere, Pflanzen und Bodenorganismen. Besonders „wertvolle Böden“ im ökologischen Sinn können beispielsweise seltene Pflanzengesellschaften beherbergen und spielen somit eine wichtige Rolle im Arten- und Biotopschutz. Zusätzlich beinhaltet der Boden viele Informationen über die natürliche Entstehung und die historische Nutzung und ist somit ein wertvolles und komplexes Archiv der Kultur- und Naturgeschichte. Auch im Klimawandel spielt der Boden direkt als CO2-Speicher und indirekt eine zentrale Rolle. Bodenverlust und Bodenbeeinträchtigungen sind – in menschlichen Zeiträumen betrachtet – nicht regenerierbar.

Um die Wichtigkeit des Bodens und das Bewusstsein des Flächenverbrauchs in den Mittelpunkt zu rücken, veranstaltet die Firma Revital Integrative Naturraumplanung in Nußdorf am 23. Oktober ein Diskussionsforum mit dem Titel „Zukunftsbilder Lienzer Talboden – gestern, heute und morgen“. Dieses Forum ist gratis und für jede Person zugänglich. „Die Veranstaltung soll einerseits Informationen bereitstellen und andererseits Lösungsmöglichkeiten für ein sinnvolles Miteinander aufzeigen“, erklärt Susanne Gewolf von Revital. So wird neben den Bodenfunktionen auch aufgezeigt, welche raumplanerischen Möglichkeiten es zur Sicherung von Grünzonen in intensiv genutzten alpinen Talräumen gibt und wie sich der Lienzer Talboden im Laufe der Jahre verändert hat.

Um 18.30 beginnt das Forum mit Einführungsvorträgen von Maria Legner (Klimabündnis Tirol) und Mario Lumasegger (Revital). Danach ist eine Podiumsdiskussion geplant, wo diskutiert wird, ob und wie es gelingen kann, die vielen Nutzungsinteressen im Lienzer Talboden sinnvoll unter einen Hut zu bringen. Die Veranstaltung ist kostenlos, eine Anmeldung unter akademie@revital-ib.at oder 04852/67499 0 ist erwünscht.

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18 Postings bisher
wolf_c

... ein wunderbares Beispiel angewandten Umgangs mit dem Raum ist der neue großartigschönschwarzoberflächenfestverdichtetedichte Autoparkplatz zwischen Friedhof und Tammerburg ... da erübrigen sich die Futterwiesen für Bienen in weiterer Folge ... die Weisheit der Raumplanung und ihrer Senatoren berührt uns jedoch zutiefst, sie konnten wahrscheinlich nicht anders ...

ghostrider76

...lieber Erich ergänzend möchte ich noch anbringen.

...vielleicht könnten sich deine Kinder u. eventuell mal Kindeskinder usw. auch an grünen Landschaften in Lienz erfreuen! Geht dies nämlich in diesem Tempo weiter was der Gemeinderat LZ die letzten Jahre „verbrochen“ hat, so wird davon nicht viel übrig bleiben... 🤔

..und mathematisch für dich:

Einwohnerzahl/2009 + (plus) NULL Zuwachs = (ergibt) keinen Bedarf (Neubauten)

...ist nicht ganz einfach! Aber womit lässt sich dieser massiver Bauwahn die letzten Jahre hinweg dann erklären bzw. rechtfertigen?

Arbeitsbeschaffung? Genau genommen durch NICHTS! Nicht nur, dass dadurch Ackerland sinnlos, unwiederbringlich vernichtet wird, müssen wohl zig Immobilien leer stehen.

    steuerzahler

    Es gibt einen riesigen Investitionsdruck durch die unsagbar dämliche Nullzinspolitik. Wie soll man sein Geld anlegen? Heutzutage wohl nur mehr in Immobilien. Das machen nicht nur Privatiers, sondern auch andere Institutionen. Das führt natürlich zu einem Bauboom und Leerständen.

      senf

      @steuerzahler, hast recht, die geldanlage in immobilien ist derzeit lukrativ, man wird oder muss den marktpreis für mieten noch und noch weiter in die höhe treiben, bis letztendlich genug wohnungen leer bleiben, weil sie für viele nicht mehr leistbar sind

      @ghostrider76, hast du schon einmal davon gehört, dass der bedarf an wohnungen gesellschaftsbedingt ständig steigt (auch im heiligen land tirol) und deine kluge vergleichshochrechnung wohnungen/einwohnerzahl daher ein unbrauchbares ergebnis liefert? übrigens: die zukünftige jugend wird die stadt in ihrem aufwachsen erleben und nicht so wie wir in unserer zeit oder generationen vor uns. das werden auch für sie nur alte ansichtskartenmotive bleiben.

      in einem punkt gebe ich ihnen recht: der sinnlose grundverschleiss der agrarier im lienzer talboden ist nach meiner auffassung nicht zu verantworten. auch nicht die bereits weit umgreifenden monokulturen. schwacher trost: einige insekten und kleinlebewesen, die ihren ehemaligen lebensraum in naturverträglich bewirtschafteten wiesen, felder und äcker des talbodens hatten, finden ihr neues zuhause in der vielfalt der lienzer hausgärten und: in den ruinen der agrarier 🐝🐛 🌸🌳 🐸🕷🐰🐭

ghostrider76

Hi Erich,

...toll, dass du so ein Familienmensch bist! Gratulation auch zu deinen 3 Kindern. Leider geht deine „Rechnung“ die du hier aufstellst dennoch nicht auf. 😐 Denn wie „trauerhilfe.at“ darlegt sterben in Lienz und im Bezirk Lienz auch laufend Leute. Ist halt einmal der Lauf der Dinge. Dies scheint Dir entgangen zu sein! Nochmals für dich, die Einwohnerzahl in LZ stagniert! Dadurch lässt dieser Bauwahn der sich in Lienz, Amlach, Tristach, usw. abspielt absolut nicht rechtfertigen. Deine Kinder können auch ohne weitere neue Bauvorhaben in Lienz bleiben. Diesbezüglich bin ich mir sehr sicher! Viele Jugendliche studieren auch. Im Moment viele in Graz und bleiben dann dort oder gehen ganz irgendwo anders hin. LZ hat seine Einwohnerzahl über die letzten 10 Jahre überhaupt nur durch Zuzug halten können. Lieber Erich alles wird gut. Zur der Autobahndebatte will ich mich gar nicht weiter äußern, jene Bilder die ich zumindest aus den 30/40er Jahren von den Autobahnen kenne, zeigen, dass diese nicht sonderlich stark frequentiert waren. Vermutlich wurde der Treibstoff anderswo dringender gebraucht. Ich bin der Meinung man sollte die bestehenden Gebäude und Liegenschaften sinnvoller nutzen und nicht weiter Ackerland vernichten. Mit einer intelligenten Raum- u. Widmungsplanung sollte dies möglich sein!

ghostrider76

Hi Senf,

...du hängst vermutlich in einem ähnlichen Abhängigkeitsverhältnis wie F_Z zur Stadtgemeinde LZ oder der Bauindustrie Osttirol fest. Sorry, zumindest wolltest bzw. hast du mich nicht mit irgendwelchen aus dem Hut gezauberten Zahlen entnervt. Danke! 😬 Naja, leider trägst du auch sonst absolut nichts bei! Obwohl du sehr viel schreibst. Es ging bei der Autobahn Causa auch nicht um irgendwelche Statistiken. In den 1930er Jahren (um allgemein zu bleiben) wurde mit dem Bau von Autobahnen begonnen. Anmeldezahlen hin oder her, der Bedarf war damals einfach nicht da. Die Autobahnen schwach bis gar nicht befahren. Ähnlich Verhält es sich mit dem „Bauboom“ im Lienzer Talboden. Die Einwohnerzahlen stagnieren. Womit lässt sich dann dieses doch sehr rege Bauwesen und die Vernichtung von Ackerland erklären? Woher soll der Bedarf kommen? Der Autobahnbau wurde rückblickend aus eine Art „Arbeitsbeschaffungsmaßnahme“ angesehen. Es kam auch zig Jahre später zu einem Autoboom. Jedoch zweifle ich einen Bevölkerungsboom in Lienz u. im Bezirk LZ die nächsten zig Jahre/Jahrzehnte massiv an. Womit lediglich Beschäftigung als Zweck übrig bleibt. Die Liegenschaft in der Minenkugel sowie dieses entstehende „Ghetto“ -Südpark- im Süden von LZ sind lediglich meiner Ansicht nach die größten „Bausünden“ die vom Gemeinderat LZ „abgesegnet“ und gefördert wurden. Anführen kann man hier genauso das Bautreiben am Tischlerfeld, der Betonbunker im Ruefenfeldweg oder die Ansiedelung oberhalb des Schleinitzweg im „ehemaligen“ Zeiner-Garten. Letzteres wird vermutlich nicht enden, bis von diesem ehemaligen Bauernhof nichts mehr übrig ist. Fraglich bleibt auch, was sich jene Personen denken, die diese Gründe (Grünflächen) von ihren Eltern, Großeltern,... übernommen haben. Wäre dies im Interesse ihrer Vorfahren? ...wohl kaum. 🤭Letztlich nur verantwortungslos den Vorfahren und kommenden Generationen gegenüber! Aber man(n)/frau lebt halt nur einmal. Und das man in Nordtirol bzw. in Innsbruck und im Speckgürtel Innsbruck umgedacht hat und nicht nach Belieben landwirtschaftliche Flächen in Baugrund umwidmet, habe ich bereits in einer vorherigen Stellungnahme angeführt! Dort hat man bereits vor Jahren die Zeichen der Zeit erkannt. Die Bauern dort bekommen so gut wie keine Umwidmung durch!

    Erich

    ich bin nach wie vor der Meinung daß meine 3 Kinder irgendwoh eine Wohnung brauchen entweder es zieh ich aus oder die die schaun sich irgendwo um eine Wohnung um aber wenn wir keine neuen Wohnungen bzw Arbeitsplätze schaffen müssen sie leider abziehen wahrscheinlich hast du keine Kinder, die irgendwoh unterzubringen sind deshalb bist du der Meinung wir brauchen keine neuen Wohnungen oder du sagst mir 3 kinder sind zu viel die sollen selber schaun aber FAMILIENLEBEN zählt für UNS noch immmmmmer sehr viel lg erich

senf

@ghostrider: "Der Lienzer Talboden wurde in den letzten Jahren ohne Sinn und Verstand zubetoniert!" falsch! der lienzer talboden hat trotz der rasanten entwicklung im wohnbau, der kleinindustrie dem gewerbe, handel und dienstleistungen zur besserstellung für die menschen etwa dieselbe stadt- und randgemeindenerweiterung, wie ähnliche regionen hier in österreich. nicht mehr! du musst dir vergleichsweise solche in nordtirol, der steiermark oder auch in kärnten anschauen, bevor du derartige miesmachermeldungen aus deinem ego loslässt.

natürlich ist nicht alles eitle wonne, natürlich gibt es kritik, aber alles schlechtzureden und misszumachen, wie es einsame wölfe hier im forum ständig machen, ist das, was uns nicht weiterbringt und niemanden dient. ich denke, dass diese kritik vorwiegend von denjenigen kommt, die alles haben, das leben in allen vorzügen geniessen und vor lauter neid gar nicht anders können. ernstzunehmende vorschläge, wie man es besser machen könnte, was zu tun wäre und wie man bedürfnisse der gesellschaft optimal, ausgeglichen in allen belangen befriedigt, bleiben aus. warum wohl?

stadteerweiterung minenkugel: was ist daran so schlecht, ein voll erschlossenes areal wird straßenseitig für wohnzwecke genutzt. was ist daran schlecht, wenn sich eine stadt wie lienz von innen nach aussen (amlacherstraße) erweitert - mit widmungen geregelt - anstatt überall grossräumige grünflächen anzupatzen?

wer sich ernsthaft gedanken macht und den überblick haben will, sollte sich den talboden mit der stadt und den dörfern aus der luft anschauen. im stadtkern dichte bauweise, in den stadt-randbereichen von patriasdorf bis grafenanger, dann von der südtirolersiedlung bis zur schlossgasse und weiter in die tristacherstraße ein wohngürtel mit passable privathäuser und wohnblöcke mit überraschend viel gartengrünflächen und grünstreifen. dazwischen bildungseinrichtungen, versorger und arbeitsstätte.

eine stadt, eine region die lebt, verändert sich ständig und der moderne mensch hat auch den intelekt und die mittel dazu, die erforderlichen ansprüche unter einen hut zu bringen. lienz ist sicher ein gutes beispiel.

https://maps.tirol.gv.at/tirisMaps/synserver;jsessionid=4A21670C791FAFB96EA15243A8487FC1?user=guest&project=tmap_master

ghostrider76

F_Z

...keine Ahnung wie du zu deinen Daten kommst. ☹Ich habe „gegoogelt“ und laut meinen Recherchen gab es im Jahr 1937 in Österreich 33.625 zugelassene PKW‘s. Hinzukommen 15.375 LKW‘s. Etwa die Hälfte der 1937 in Österreich zugelassenen Fahrzeuge waren in Wien angemeldet. Der erste Spatenstich für eine Autobahn erfolgte durch Konrad Adenauer für den Abschnitt Kölln-Bonn am 6. August 1932. Dies sind 87 Jahre. Es steht in meinem Text „der erste Spatenstich für eine Autobahn“. Nicht mehr und nicht weniger! Du interpretierst da nach Belieben Dinge und recherchierst nicht korrekt. Kurz nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich, erfolgte am 7. April im Beiseins A. Hitlers ein Spatenstich für den Abschnitt Salzburg. Damals Deutsches Reich. ...ich befürchte ich habe mit meinem Text womöglich dich oder einen deiner „schwarzen Brüder oder Schwestern“ (um korrekt zu „gendern“) vom Gemeinderat LZ aufgeschreckt. 😢 Sorry, die bezeichnen sich jetzt ja als „türkis“. 🙁 Frage: „...fürchtet irgendein Prokurist oder dergleichen in der ersten oder zweiten Reihe des Gemeinderates LZ um weitere Bauaufträge für sein Unternehmen“? Naja und Gedanken hätte man sich bereits viel früher machen sollen! „Man soll den Brunnen nämlich nicht erst zudecken, wenn das Kind bereits in den Brunnen gefallen ist“. Es gibt nämlich mehr als genug Wohnungen und Häuser in Osttirol die leer stehen. Auch zum Kauf. Google sprich beispielsweise „willhaben“ zeigt dies. Angebot und Nachfrage regeln den Preis. Wer liquide ist kommt in Osttirol aufgrund der niedrigen Zinslage definitiv zu einem Eigenheim. Und die ganzen Neuprojekt, mit Mietkauf und dergleichen sind für nichts gut. Vernichten lediglich Ackerfläche, tragen zur (Erd-) Erwärmung bei und verschandeln das Ortsbild! Alleine was man in der Minenkugel aufgeführt hat, ist eine Schande. Wünsche den Eigentümern und Mietern viel "Freude" neben zweier Hochspannungsleitungen!

    F_Z

    Wiki sagt: Konrad Adenauer eröffnete am am 6. August 1932 den Abschnitt Kölln-Bonn einer autobahnänlichen Stasse - da die Richtungsfahrspuren nicht baulich getrennt waren, war es aber keine Autobahn - den Status erhielt dieses Teilstück erst nach einem Ausbau 1958. Trotzdem wird diese Strecke als erste öffentliche Autobahn Deutschlands bezeichnet. (https://de.wikipedia.org/wiki/Autobahn#Deutschland). In Deutschland gabs damals übrigens 1.513.328 Autos von insgesamt 2.785.311‬ KFZ. (https://de.wikipedia.org/wiki/Wirtschaftszahlen_zum_Automobil/Deutschland#Deutsches_Reich). Für Österreich gibt es im technischen Museum eine KFZ-Datenbank die ca. 69.000 Fahrzeuge aus dieser Zeit umfasst. Davon 31.000 PKW und LKW, was ca. 75% der damaligen PKW ud LKW entspricht. Bei KFZ zählen natürlich Motorräder auch dazu - und mit denen kommt man auf die über 100.000. (https://www.wienerzeitung.at/nachrichten/wissen/geschichte/543488_Der-groesste-Autoraub-in-Oesterreich.html). 🤓

ghostrider76

Der Lienzer Talboden wurde in den letzten Jahren ohne Sinn und Verstand zubetoniert! Als größter Bausünde gehört hier wohl die Liegenschaft entlang der Zettersfeldstraße, sprich Minenkugel angeführt. Aber auch was sich im Süden von Lienz einschließlich in Amlach abspielt ist mehr als bedenklich. Dies trotz einer stagnierenden Einwohnerzahl. Berücksichtigt man noch die vielen „Pendler“ die eigentlich auswärts arbeiten bzw. leben und lediglich nach wie vor nur ihren Hauptwohnsitz („Scheinwohnsitz“) in Lienz haben, verschlimmert sich diese Perspektive noch erheblich. Doch wer ist schuld an dieser Misere? Eindeutig die PolitikerInnen! Genauer gesagt die 12 Mitglieder des Gemeinderates der Sonnenstadt Lienz! Die zerstören bewusst wertvollstes Ackerland um irgendwelchen „Tagträumern“, „Mietnormaden“ und potentiellen Wähler den Wunsch vom Eigenheim möglichst günstig zu erfüllen. Die Bautätigkeit sprich Wohnraumbeschaffung im Talboden lässt sich zumindest definitiv nicht durch eine steigende Einwohnerzahl begründen. Dadurch stellt sich die Frage, ob es sich hier nicht um eine Art „Arbeitsbeschaffungsmaßnahme“ handelt. Nach dem Motto: „Lebt der Handel, lebt der Stadtteil“. Vor gut 85 Jahren wurde beispielsweise der erste Spatenstich für die Autobahnstraßen gesetzt, obwohl es dazumal so gut wie keine Autos gab. Rechnet der Gemeinderat in Lienz etwa mit einer Bevölkerungsexplosion? Naja, Lienz hat nach wie vor keinen Autobahnanschluss und zig Osttiroler müssen ungewollt ihre Brötchen auswärts verdienen. Schaut man nach Nordtirol, genauer gesagt zur Landeshauptstadt selbst, so findet man hier in Innsbruck und im Speckgürtel von Innsbruck kaum einen Baugrund. Denn die Gemeinden dort widmen so gut wie keinen einfach mehr um! Dort wurde dieser Zersiedelungspolitik und Vernichtung von landwirtschaftlicher Fläche bereits vor Jahren ein „Riegel“ vorgeschoben. Lienz bzw. der Bezirk Osttirol „hängt“ da leider noch weit zurück! Die Schrebergärten Siedlung mit Kanalanschluss ect. im Bereich Minenkugel lässt bereits schlimmeres vermuten. Aber auch im Süden von Lienz wird man vermutlich nicht ruhen, bevor Lienz und Amlach zusammengewachsen sind. Vielleicht strebt Amlach ja die „Eingemeindung“ an Lienz an. Wer weiß? Eine besondere Unverfrorenheit, war das man der Genossenschaft den Neubau in der Peggetz ermöglicht hat, ohne die bereits vorhandenen „Immobilien“, sprich den Altbestand für die Gemeinde Lienz zu sichern! So gammeln diese Liegenschaften in Bestlagen weiter vor sich hin. Aber die Genossenschaft hat sich erweitert und kann garantiert mit Wertsteigerung über die Jahre rechnen. „Gratulation“ dem Gemeinderat!

    F_Z

    Also der erste Spatenstich für eine Autobahn auf heutigem österreichischem Staatsgebiet war am 7. April 1938 - "gut 85 Jahre" ist also falsch. Und kurz googeln zeigt dass es damals knapp über 100.000 KFZ in Österreich gab. Ich stimme dem schon zu, dass es mit dem Bodenverbrauch nicht so weitergehen kann, aber mit unrichtigen Werten argumentieren und von der Praxis nicht allzu viel Ahnung haben bringt halt auch nicht weiter. Tipp: einfach mal nachschauen was im Raumordnungskonzept von Lienz als Siedlungsraum drinnen ist, bzw. mal einige Gesetztes- und Verordnungstexte lesen und sich dann Gedanken darüber machen was ein Gemeinderat darf bzw. kann, und was nicht.

      wolf_c

      ... eine gute Gelegenheit was der Gemeinderat und der Bürgermeister 'kann' ergibt sich gerade dazu im Rahmen der Verkehrsneuordnung durch das Mobilitätszentrum in der Tristacherstrasse ... man könnte daraus sogar eine Richtungsentscheidung für ganz Lienz konstruieren ... wir werden sehen, wie ernst die vielen 'könnte' 'möchte' 'sollte' 'wünschte' - Absichtserklärungen des ROK gemeint und gedacht sind ...

      F_Z

      nun ja, auf eine Landesstrasse hat eine Gemeinde nur begrenzt Einfluss. Und im ÖROK gibt es keine "könnte", "möchte", "sollte" und "wünschte". Das heißt da: "...wird angestrebt". Konkret steht da: Die flussbegleitenden Radwegeverbindungen entlang der Drau (linksufrig zwischen Grafenbach und Peggetz sowie rechtsufrig zwischen Tristacher Straße und Tristach) sind zu vervollständigen. Die Errichtung von Radwegen bzw. Radfahrstreifen entlang folgender als radfahrfreundlich ausgewiesener Straßenverbindungen ist anzustreben: Rechter Iselweg, Schlossgasse, Schweizergasse, Tristacher Straße, Tiroler Straße entlang des Bahnhofareals. Der Kreuzungsbereich Amlacher Straße / Tiroler Straße ist fahrradfreundlicher zu gestalten. Der Kreuzungsbereich Amlacher Straße / Tristacher Straße / Rechter Drauweg ist fahrradfreundlicher zu gestalten. Der Kreuzungsbereich Grafenbachstraße / Tristacher Straße ist fahrradfreundlicher zu gestalten.

      wolf_c

      ... -fahrradfreundlich-, klingt wie -bienenfreundlich- auf den Giftspritzmitteln, und des weiteren sind wir tief ergriffen ob der Weisheit und Intelligenz und des Tiefgangs dieses WischiWaschiGeplappers, unverbindlich und darin enthalten das gleiche wie bisher: für die Menschen ist das da was überbleibt, nach dem Auto ... und in der Tristacherstrasse wird die Absicht sichtbar werden, hoffentlich irre ich mich ...

Gertrude

Diese Diskussion hätte bereits vor 10 Jahren stattfinden sollen, jetzt ist es schon fast zu spät.

steuerzahler

Ich hoffe, alle Politiker, Raumplaner, usw. sind schon für diese Veranstaltung angemeldet. Ich beobachte seit geraumer Zeit, wie zwischen Lienz und Debant immer mehr an Grünland verschwindet. Dadurch wird natürlich auch der Verkehr immer mehr. Die RGO spekuliert mit einem Grundstück in der Nußdorferstraße und verbaut gleichzeitig Ackerland. Die Molkerei wurde geschloßen, der Laden wandert ebenfalls aus, usw. Das Alles bringt weniger Grünland und mehr Verkehr. Natürlich braucht es Platz für Unternehmen. Im eng begrenzten Talboden ist das schwierig. Die einzige Alternative wäre, in den Berg zu bauen. Oder Parkflächen unterirdisch anzulegen. Kostet halt mehr, aber woher soll der benötigte Raum kommen?

Noch etwas am Rande. Es scheint modern zu sein, Flächen in der neuen Maßeinheit "Fußballfelder" anzugeben. Ich weiß nicht, wie groß ein Fußballfeld ist, es interessiert mich auch nicht. Ich weiß aber, wie so viele, wie groß ein m2 oder ein ha ist.

wolf_c

... beim Bewußtseinsstand unserer Wahlberechtigten des Talbodens und beim Bewußtseinsstand derer Vertreter wird das eine schwierige Übung. Und dabei an -Zukunft- zu glauben tollkühn ...