In Europa hat derzeit jeder Vierte im Laufe seines Lebens einen Schlaganfall. Foto: iStock/Ralf Geithe

In Europa hat derzeit jeder Vierte im Laufe seines Lebens einen Schlaganfall. Foto: iStock/Ralf Geithe

Tiroler Forschungszentrum gegen Gefäßalterung

Schlaganfall trifft jeden Vierten in Europa. 17 Millionen Euro Budget bis 2023.

Das Forschungszentrum „VASCage“, das als eigenständige GmbH unter der Federführung der Medizinischen Universität Innsbruck und der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck agieren wird, nimmt ab sofort seine Tätigkeit auf. Insgesamt sind 30 Firmenpartner und 15 wissenschaftliche Partnerinstitution an der Firma beteiligt. Nach einer Förderphase soll das Unternehmen auch marktwirtschaftlich agieren.

Insgesamt 17 Millionen Euro fließen im Zeitraum von 2019 bis 2023 in die Forschungs- und Entwicklungsarbeit von „VASCage“. Bund, die Bundesländer Tirol, Salzburg und Wien sowie Industrieunternehmen tragen diese Summe. „Wir arbeiten hier aber im Grundlagenforschungsbereich, bei dem man in Dimensionen von zehn bis 20 Jahren denken muss“, betonte der Rektor der Medizinischen Universität Innsbruck, Wolfgang Fleischhacker, am Donnerstag in Innsbruck.

Dennoch will man nicht zehn Jahre und mehr mit reiner Grundlagenforschung verbringen, sondern in den nächsten Jahren auch „Produkte auf die Straße bekommen“, wie es der Geschäftsführer der VASCage GmbH, Matthias Ullrich, ausdrückte. Das im Forschungszentrum im Fokus stehende Problem der Gefäßalterung, deren gewichtigste Konsequenz der Schlaganfall ist, sei nämlich drängend, strich der Innsbrucker Neurologe Stefan Kiechl, der auch als wissenschaftlicher Leiter von VASCage agieren wird, hervor. „In Europa hat derzeit jeder vierte im Laufe seines Lebens einen Schlaganfall“, erläuterte er.

Drei bis vier Jahre waren es dann auch, die Ullrich in diesem Kontext als Zeitraum für die ersten „Produkte“ nannte. „Dann sollen zumindest erste Prototypen fertig sein“, stricht er hervor, die dann bald „Marktreife“ erlangen sollen. Diese Produkte werden etwa im Bereich der Prävention oder Rehabilitation angesiedelt sein. Spätestens ab diesem Zeitpunkt soll auch die „kommerzielle Phase“ eingeläutet werden. „Wir wünschen uns unter anderem, dass dann Firmen unsere Erkenntnisse aufgreifen und für neue Produkte nützen“, so Kiechl.

Wie genau diese „kommerzielle Phase“ aussehen wird, war abseits von möglichen Produkten, die Ullrich auf Nachfrage nicht näher spezifizieren wollte, noch wenig konkret. Deutlich war aber, dass den Akteuren der Universität Innsbruck und der Medizinischen Universität Innsbruck eine Mischform „aus Kommerz und Forschung“ vorschwebt. „Das Unternehmen soll beiden Ebenen dienlich sein“, meinte etwa Fleischhacker, während sein Rektor-Kollege Tilmann Märk von der Universität Innsbruck davon sprach, dass „VASCage sowohl auf dem Markt existieren, als auch Entwicklungsarbeit in der Forschung leisten soll“.

Die Voraussetzungen, dass dieser Spagat gelingt, stehen, so betonten alle Akteure, sehr gut. Bernhard Tilg (ÖVP), als Landesrat unter anderem für Gesundheit zuständig, beschrieb das Thema „Älterwerden und Schlaganfall“ in diesem Zusammenhang als „ein wichtiges Schlüsselthema in Tirol und Österreich“. An diesem „Schlüsselthema“ werden sich jedenfalls künftig in Innsbruck etwa 50 bis 60 Mitarbeiter abarbeiten, wie Ullrich verriet.

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