V.l.: Itta Tenschert, Doris Batkowski, Manuela Girstmair, Michaela Hysek-Unterweger, Camilla Köll, Sabine Platzer-Werlberger und Sabine Hutter. Fotos: Dolomitenstadt/Wagner

V.l.: Itta Tenschert, Doris Batkowski, Manuela Girstmair, Michaela Hysek-Unterweger, Camilla Köll, Sabine Platzer-Werlberger und Sabine Hutter. Fotos: Dolomitenstadt/Wagner

Chancen und Probleme: Frauen und der Arbeitsmarkt

Im AMS Lienz wurde über die berufliche Zukunft von Frauen in Osttirol diskutiert.

Die Leiterin des Lienzer AMS, Doris Batkowski, begrüßte am 25. Oktober gemeinsam mit Itta Tenschert vom Frauenberufszentrum Osttirol Vertreterinnen von Osttiroler Unternehmen, Ausbildungsträgern und des AMS Tirol zu einer Podiumsdiskussion.

Die stellvertretende Landesgeschäftsführerin des AMS Tirol, Sabine Platzer-Werlberger, ergriff als erste Rednerin das Wort und zeigte Stärken, Schwächen und Chancen des Osttiroler Arbeitsmarktes auf. Dieser habe sich über die vergangenen Jahrzehnte stark verändert, stellt Platzer-Werlberger fest. Sie spricht von einer „relativ stabilen Lage“ und freut sich besonders über die steigenden Beschäftigtenzahlen bei den Frauen im Bezirk, verweist aber auch auf die nach wie vor beachtliche „Gender-pay-gap“.

Platzer-Werlberger sieht die beruflichen Chancen für Frauen „in der Aus- und Weiterbildung“.

Im Audiointerview mit Dolomitenstadt.at spricht Platzer-Werlberger über die Situation und die Herausforderungen für Frauen am Osttiroler Arbeitsmarkt:

Manuela Girstmair, die das Institut für Gesundheitsbildung in Lienz leitet, hat vor wenigen Tagen das BKH Lienz, die Wohn- und Pflegeheime Osttirol sowie den Sozialsprengel Osttirol nach den Geschlechtern ihrer Angestellten befragt. „Rechnet man Karenzfälle dazu, ergibt sich in der Pflege in Osttirol ein Frauenanteil von rund 90 Prozent“, so Girstmair, die ihre Branche logischerweise als beliebtes Betätigungsfeld für Frauen sieht.

Auch Michaela Hysek-Unterweger weist in ihrem Unternehmen einen hohen Frauenanteil vor: „Rund 70 Prozent der Angestellten der Unterweger Früchteküche sind weiblich. Wir haben die Prozesse über die Jahre so angepasst, dass verschiedenste Jobs auch von Frauen problemlos gemeistert werden können.“ Die frischgebackene Obfrau der Osttiroler Wirtschaftskammer spricht das Verlangen der jungen Generation nach einer gesunden Life-Work-Balance als eine der großen Herausforderungen für die Zukunft an.

Auch die Vereinbarkeit des Berufes mit dem Privatleben ist laut Sabine Hutter – sie arbeitet als Personalleiterin bei der PLETZER-Gruppe – wichtig. Um Frauen den (Wieder-)Einstieg in die Arbeitswelt zu erleichtern, ist es ihrer Ansicht nach unerlässlich, nicht die Frauen an sich in den Fokus zu stellen, sondern die Familien. Camilla Köll pflichtet bei und stellt fest: „Jede Frau arbeitet gerne, wenn sie den passenden Job gefunden hat.“ Vor allem in der Tourismusbranche sieht Köll viele Möglichkeiten für Frauen. „In dieser Branche ist es immer möglich einen Job zu bekommen. Man hat jede Möglichkeit, wenn der Wille stimmt“, schließt die Hoteldirektorin.

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