Tourismus: NEOS fordern Richtungswechsel

Tourismusabgabe soll abgeschafft werden. Kein öffentliches Geld für „Gletscherehe“.

„Die NEOS feilten als erste Partei im Tiroler Landtag an einem Tourismusprogramm“, betont Dominik Oberhofer, Klubobmann und Tourismussprecher der NEOS Tirol, in einem Pressegespräch am 5. Dezember in Lienz. Er spricht dabei von einem 10-Punkte-Plan, der die künftige Landtagsarbeit der Pinken prägen wird. „Daraus entwickelten wir 34 Anträge, die wir nach und nach im Landtag einbringen werden“, so Oberhofer.

Der 20 Seiten umfassende Plan beinhaltet auch eine Vision der Pinken für einen Perspektivenwechsel im Osttiroler Tourismus. „Osttirol darf nicht zum neuen Kitzbühel werden. Wir wollen nicht Leuchtturmprojekte, sondern kleinstrukturierte Betriebe fördern“, hält Oberhofer fest.

Die Gäste würden in ihren Entscheidungen zunehmend ökologischer und nachhaltiger denken und auch die Tourismusgesinnung nehme ab. „Immer mehr Tirolerinnen und Tiroler haben das Gefühl, zu wenig oder gar nicht mehr vom Tourismus zu profitieren“.

„Mit einer Änderung des Tourismusgesetzes wollen wir die Finanzierung der Tourismusverbände und der Tirol Werbung auf neue Beine stellen“, erklärt Dominik Oberhofer den 10-Punkte-Plan seiner Partei.

Der 10-Punkte-Plan beinhaltet „die Stärkung der Interessen der Tiroler Bevölkerung“, die Wahrnehmung von Chancen durch Bildung, die nachhaltige Weiterentwicklung der Verkehrsinfrastruktur, das „Fördern ohne Förderungen“ und die Abschaffung der Tourismusabgabe.

Zudem stehen die Einführung einer einheitlichen Nächtigungsabgabe, die Demokratisierung und Professionalisierung der Tiroler Tourismusverbände, die Stärkung der Regionen, die „verantwortungsvolle Weiterentwicklung der Skigebiete“ und die Stärkung der Privatzimmervermieter auf der Agenda.

Um all diese Vorhaben umzusetzen, sieht das Papier der NEOS Maßnahmen, wie ein 10+2 Monate-Bezahlmodell für Saisonkräfte (Stichwort Fachkräftemangel), die Stärkung des dualen Bildungssystems und den Ausbau von Bus und Schiene vor. Oberhofer wünscht sich „unternehmerisch denkende Tourismusverbände“ und bei Infrastrukturprojekten mehr direkte Demokratie nach dem Schweizer Modell.

Ein solches Projekt – die „Gletscherehe“ Ötztal-Pitztal – stand zuletzt stark in der Kritik. Auf die Frage, ob er als Tourismussprecher der NEOS dieses Vorhaben befürworte oder ablehne, meint Oberhofer: „Wenn es möglich ist, dann soll es gebaut werden. Fällt die UVP negativ aus oder will der Betreiber öffentliches Geld, bin ich definitiv dagegen.“ Er ist sich aber sicher, dass „wir noch zehn Jahre über dieses Vorhaben sprechen werden“ und die UVP negativ ausfallen wird – so seine Privatmeinung.

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