Dramatik beim Zieleinlauf auf dem Hauptplatz in Lienz. Zwei Läufer stürzen und so sprintet Vinjar Skogsholm (Mitte) mit hauchdünnem Vorsprung als erster über die Linie. Foto: Expa/Angerer

Dramatik beim Zieleinlauf auf dem Hauptplatz in Lienz. Zwei Läufer stürzen und so sprintet Vinjar Skogsholm (Mitte) mit hauchdünnem Vorsprung als erster über die Linie. Foto: Expa/Angerer

Dolomitenlauf: Ein Norweger hatte in Lienz die Nase vorn

Vinjar Skogsholm absolvierte die 42 Kilometer im klassischen Stil mit durchschnittlich 26,5 km/h.

Gezählte 829 Läuferinnen und Läufer nahmen am Sonntag, 19. Jänner, einen besonderen Dolomitenlauf in Angriff. Die Strecke führte, verlängert durch einige Schlaufen, von Heinfels auf dem Radweg der Drau entlang via Strassen, Abfaltersbach, Mittewald und Anras bis auf den Hauptplatz von Lienz. Zur Auswahl standen 42 oder 30 Kilometer im klassischen Stil, also ohne Skatingtechnik. Etwa Dreiviertel der Teilnehmer wählten die lange Distanz und legten durch perfekte Loipenbedingungen und die abschüssige Trassenführung ein beachtliches Tempo vor.

„Abfahrtslauf“ für die Athleten im Classic-Bewerb des Dolomitenlaufs 2020. Die Strecke Heinfels-Lienz führt großteils bergab, entsprechend schnell war das Rennen. Foto: Expa/Angerer

Vor allem die Spitzenläufer gaben Vollgas. Es bildete sich rasch eine rund 15 Mann starke Spitzengruppe, die mit hohem Tempo durch das Pustertal raste. Vor allem die italienischen und russischen Läufer dominierten, unter ihnen der Olympiasieger von 2006 Eugeny Dementiev. Ab der Hälfte des Rennens änderte sich die Situation. Je näher Lienz kam, desto mehr lichtete sich das Spitzenfeld. So traten etwas mehr als zehn Athleten zum Zielsprint auf dem Lienzer Hauptplatz an. Wenige Meter vor dem Ziel verhedderten sich die beiden in Führung liegenden und kamen zu Sturz. So war der Weg frei für den Norweger Vinjar Skogsholm.

Das Siegertrio beim Dolomitenlauf Classic 2020 von links: Veli-Matti Räsänen, Vinjar Skogsholm und Stanislav Rezacstanislav. Foto: Expa/Angerer

„Es war mein erster Start beim Dolomitenlauf und dann gelingt mir gleich der Sieg. Es war ein spannendes und hartes Rennen bei perfekten Bedingungen. Natürlich habe ich vom Sturz der beiden Konkurrenten im Zielsprint profitiert. Aber ein Sieg ist ein Sieg,“ jubelte der 25-Jährige nach seinem Triumph, erzielt mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 26,5 km/h. Auf den zweiten Platz sprintete der Finne Veli-Matti Räsänen vor dem Russen Stanislav Rezacstanislav. Der Schweizer Weltcupsieger Toni Livers wurde Sechster. Der aus Reutte kommende Thomas Steurer erreichte mit rund fünf Minuten Rückstand als 19. und somit bester Österreicher den Lienzer Hauptplatz.

Bei den Damen siegte die erst 21-jährige Deutsche Melina Schöttes. Sie gewann rund drei Minuten vor der Finnin Terhi Pollari, Dritte wurde mit Hanna Nöhmeier ebenfalls eine Langläuferin aus Deutschland. Die Österreicherin Anna-Maria Woerndle verpasste als Vierte das Podium um fünf Minuten.

Die deutschen Langläufer feierten über die Kurzdistanz einen Doppelsieg. Maxim Cervinka gewann vor Tim Seifert und dem Südtiroler Matthias Schwingshackl. Als bester Österreicher landete der Lesachtaler Nils Kurz an der vierten Stelle. Bei den Damen siegte über 30 Kilometer die slowenische Weltcup-Läuferin Sara Jazbec rund 55 Sekunden vor Petra Tanner aus Reith bei Seefeld. Den dritten Platz mit einem Rückstand von dreieinhalb Minuten holte sich die Italienerin Caterina Piller.

Ergebnisse Dolomitenlauf 2020 Lienz

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3 Postings bisher
beobachter52

Eigentlich ist es ja nicht so wichtig - und trotzdem stört es mich: Warum wird bei den Teilnehmerzahlen solcher Veranstaltungen in den Medien (und auch auf der offiziellen Homepage des Dolomitenlaufs) so übertrieben? "Mehr als 700 Teilnehmer" hieß es nach dem Skatingbewerb in Obertilliach. Laut Ergebnislisten waren es 444 (230 und 214). Beim Skatingbewerb am Sonntag las man zuerst von "genau 829 Teilnehmern", dann "an die 1000" (Kleine) und "über 1000" (Krone). Wieder laut Ergebnislisten: 759 (618 und 141)! Jeweils durchaus beachtenswerte Teilnehmerzahlen, wenn man zB. mit dem Pustertalmarathon am letzten Wochenende vergleicht! Warum also diese Übertreibungen?

    Warum

    ich bin der meinung das die teilnehmerzahlen bewußt höher beziffert werden damit die "imensen" kosten für den TVB OSTTIROL eher gerechtfertigt sind. leider wird man nie erfahren was der TVB OSTTIROL und die stadt lienz für den dolomitenlauf von heinfels bis lienz an geld und bauhofleistungen und portokosten aufwenden mussten.

      Urmel

      Generell sollte man sich Gedanken darüber machen, in wie weit ein derartiger Aufwand - aufwändige Beschneiung und wochenlanges Präparieren des Drauradweges - in Zeiten wo die alle Welt über CO 2 -neutrale Veranstaltungen spricht noch Zeitgemäß ist. Das gilt sowohl für den Dolomitensprint am Hauptplatz wie auch für das Classic-Race. Zumal in Obertilliach eine gute Schneesituation vorhanden ist. Man fragt sich wie lange die Profilneurose eines Obmannes noch von den Osttirolern mitgetragen wird. Da ja der LRC und der TVB Osttirol miteinander verwoben sind, passt das der Auftritt des TVB, der mit Naturbelassenheit und Ursprünglichkeit der Region wirbt und einem derartigen Aufwand nicht zusammen. Leider bleiben außer dem schaalen Beigeschmack der "Null-Nachhaltigkeit" auch - wie in jedem Jahr - der Müll an der Strecke und bei den Anwohnern zurück. Danke Franz, wir räumen Deinen Müll schon weg !