Nordtirol: 33 Stück Rotwild in Wildgatter erlegt

TBC-Vorbeugung im Bezirk Reutte als Begründung. Bürgermeister spricht von „Massaker“.

Wegen des Abschusses von 33 Stück Rotwild in Kaisers (Bezirk Reutte) in Tirol zur Bekämpfung von TBC ist eine Kontroverse über die Vorgehensweise entstanden. Die Tiere wurden in einem Wildgatter erlegt, laut dem Land dauerte der Vorgang nur wenige Minuten und verlief „tierschutzgerecht“ und „schonend“. Der Bürgermeister von Kaisers sprach hingegen gegenüber dem ORF Tirol von einem „Massaker“.

Der Abschuss der Tiere war aufgrund eines Urteils des Landesverwaltungsgerichts notwendig geworden, argumentierte das Land. Die Abschussquote, die zur Eindämmung der vom Tier auf Menschen übertragbaren Seuche TBC notwendig sei, wurde damit erfüllt, hieß es. Zudem übte man Kritik am „Jagdausübungsberechtigten“ in der Außerferner Gemeinde. Den Abschussanordnungen sei in der Vergangenheit nicht Folge geleistet worden. Die TBC-Infektionsrate liege in Kaisers nämlich deutlich über dem Durchschnitt. Diese Maßnahme anhand eines Regulierungsgatters umzusetzen, sei eine „jagdfachlich anerkannte Methode“.

„Es kann nicht sein, dass man solche tierquälerischen Maßnahmen unter dem Deckmantel der Seuchenbekämpfung vollzieht“, kritisierte hingegen der Kaiserer Bürgermeister Nobert Lorenz. Statt 20 Tieren wurden außerdem 33 geschossen, sagte er. Auch der Bürgermeister von Elbigenalp, Markus Gerber, ging mit der Vorgangsweise hart ins Gericht. Nach 45 Minuten seien noch nicht alle Tiere tot gewesen, meinte er.

Der Abschuss rief auch die Tiroler FPÖ auf den Plan, sie bezeichnete die Maßnahme als „Massenmord“. Die FPÖ werde eine schriftliche Anfrage im Landtag an den zuständigen Landesrat Josef Geisler (ÖVP) einbringen, warum das Vorgehen an den Tieren gestattet wurde, sagte FPÖ-Chef Markus Abwerzger. Er forderte den sofortigen Rücktritt des Tiroler Landesveterinärs Josef Kössler.

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17 Postings bisher
hachwoldhansl

Das Nordtirol einen Überbestand an Rotwild hat ist der Jägerschaft anscheinend bekannt. Sollte der Abschussplan nicht funktionieren, so ist der Sache auf den Grund zu gehen! Jedoch nicht so!! Die Verantwortlichen sollten sich Gedanken machen! Schade, dass mit so einer verwerflichen Aktion das gesamte Jagdwesen in den Dreck gezogen wird.

Fiore

Denjenigen, der das Wort schonend in Zusammenhang mit diesem Gemetzel benutzt, muss ich ernsthaft fragen, ob er noch klar bei Verstand ist. Sobald der erste Schuss fällt, sind doch alle Tiere nur noch in heller Panik - was ist daran schonend? 2 Jäger für 33 Tiere? Und die brauchen 45 Minuten, obwohl die Tiere nur ein paar Meter entfernt und eingesperrt sind? Dieses ganze Massaker ist wirklich nur zum schämen. an Trendy - da bin ich nicht ganz deiner Meinung - an Menschen, die der Natur sowas antun, kann sich die Natur gerne rächen!

Hapo

Wenn ein Jäger seinen alten bzw. kranken Hund selbst erschießen will, ist das verboten! Dieses grausame Gemetzel von Kaisers im Außerfern soll "tierschonend" sein? Warum hat man die Tiere nicht betäubt? War das vielleicht zu aufwendig? Wer hat festgestellt, dass gerade diese 33 Tiere mitTBC angesteckt waren? Haben vielleicht die Jäger, die die Abschußquote nicht erfüllt haben, jetzt ihre "Waidmannskunst" zeigen können, weil die Tiere eingesperrt waren? Wo bleiben die Stimmen der Tierschützer? Diejenigen, die diese Vorgehensweise angeordnet haben, sollten zur Rechenschaft gezogen werden!

Trendy

So ein umgang mit Tieren ist einfach nur zum schämen, wie grausam ist nur der Mensch!? Hoffe die Natur macht niemals das selbe mit Menschen was wir ihr antun. Furchtbar!!!😡😞

bergfex

Der Fisch fängt beim Kopf an zu stinken.

Diese zwei Jäger (so leid es mir tut) waren nur Empfänger eines Befehls.

Es werden Gatterfütterungen gemacht um einigen tötungsgeilen möchtegern Tiermördern zu einer Trophähe zu verhelfen.

Würde der Abschußplan richtig gemacht und auch ausgeführt, käme es nicht zu solchen Situationen.

Werden diese Trophäen nun an den Bestbieter verkauft? Werden auch sie bei div. Trophäenschauen ausgestellt?

    Christof

    Ich kann dir zu dieser absolut verwerflichen Methode zumindest zwei Antworten geben:

    Die Trophäen MÜSSEN bei der Trophäenschau zu sehen sein und "gehören" dem Jagdpächter! Was der damit macht, ist seine!

    Mich persönlich würde noch interessieren, ob man das Untersuchungsergebnis irgendwann erfährt und ob das Wilbret bis dahin sachgemäss gekühlt wird, um es bei negativem Test der Vermarktung zuzuführen?!?

    Wurden vor diesem gerichtlich angeordneten, grausamen Gatterabschuss WIRKLICH ALLE möglichen Alternativen (Verlängerung der Schusszeit, Nachtabschuss, Anfütterung,...) angeordnet/genehmigt?????

Kapatieme

TBC kann kein Argument für so einen stümperhaften , tierverachtenden Vorgang sein. Das schaut ja aus wie in einem schlechten Horrorfilm. Man muß sich schämen sich für solche Tiroler Jäger!

Schachtelhalm

So etwas hat man vor gar nicht so langer Zeit mit Menschen gemacht. Schlächter und Auftraggeber findet man überall - und die Verantwortlichen verkriechen sich wie immer hinter ihren Schreibtischen. Es ist unfassbar!

    baur.peter

    wie kann man blos so einen kommentar schreiben? ja wirklich unfassbar

Chitina

Also der Aufschrei kommt zu spät und richtet sich gegen die Falschen. Seit Jahren ignoriert die Jägerschaft behördliche Abschusspläne. So entstehen Privattierparks erster Güte...mit allen Konsequenzen der Massentierhaltung.

hoerzuOT

Der Beitrag von "Tirol heute" vom 10.2.20 bestätigt die unfassbare Grausamkeit des Vorganges.

DAS MUSS SOFORTIGE KONSEQUENZEN FÜR ALLE VERANTWORTLICHEN HABEN!!! In welcher Welt leben wir, in der so etwas möglich ist?!

Wer auch immer das zu verantworten hat; wer auch immer "mitgemacht" hat--- MUSS zur Rechenschaft gezogen werden. So etwas darf nicht passieren!!!!!

    Sumse

    leider hast du überhaupt keine Ahnung,was TBC für eine Region bedeutet. Informiere dich bitte zuerst bevor du so einen unqualifizierten Kommentar verfasst!!

      hoerzuOT

      Und schon wieder: die Sumse. Nomen est Omen. Verzeihen Sie, wenn ich manchmal an Ihrem Leseverständnis zweifle. Beinhalten meine Zeilen den Hinweis, dass mit TBC sorgloser umgegangen werden sollte, oder weise ich darauf hin, dass derartige Grausamkeiten des Tieres unwürdig sind. Mmmhh, denken/lesen Sie scharf an.

    Sumse

    OT Ich empfehle dir den Besuch eines Schlachthofes und die Teilnahme an einer Treibjagd.Mach dir keine Illusionen!

Wolke

Ich stimme chiller336 zu 100% zu!

chiller336

no comment ..... und mit den 33 dahingemetzelten stück rotwild is die tbc gefahr jetzt gebannt? wieso werden abschussanordnungen nicht erfüllt? warum gabs nicht wenigstens mehr jäger und nicht nur zwei "scharfschützen" die dafür 45 minuten brauchen? wieviel schuss munition wurden wirklich verschossen? angesichts dessen, dass sich tiere gegenseitig die kiefer gebrochen haben in ihrer panik kann ich nur sagen: all ihr verantwortlichen, schämts euch in grund und boden, möge euch der geist dieser armen tiere für immer verfolgen 😠😠😠😠😠