Die Besucher quittierten den gelungenen Abend im Lienzer Stadtsaal mit Standing Ovations. Fotos: Dolomitenstadt/Wagner

Die Besucher quittierten den gelungenen Abend im Lienzer Stadtsaal mit Standing Ovations. Fotos: Dolomitenstadt/Wagner

„Woll Woll“ – der Lienzer Fasching lebt (wieder)

Voller Saal und Standing Ovations bei der Premiere des Lienzer Faschings-Kabaretts 2020.

Robert Possenigs Wunsch ging in Erfüllung. Am 13. Februar strömten hunderte Besucher zur Premiere der diesjährigen Faschingssitzung in den Lienzer Stadtsaal. Monatelang arbeitete der Dölsacher Faschingsnarr zuvor mit seinen Mitstreitern daran, dem Lienzer Fasching wieder Leben einzuhauchen. Sehr zur Freude der Dolomitenstädter, wie der Besucherandrang zeigte.

50 Jahre nach der Einweihung des altehrwürdigen Saales wird er an drei Abenden zur Bühne für Kabarett, Sketches und tänzerische Showeinlagen. Bei der Premiere war tatsächlich eine Art Aufbruchsstimmung spürbar.

Organisator Robert Possenig führte durch das Programm.

Die Faschingssitzung wurde von Robert Possenig persönlich eröffnet. Im Publikum lauschten seinen Worten auch einige Politiker aus dem Bezirk, darunter die Lienzer Bürgermeisterin Elisabeth Blanik. „Wir von der Kulturinitiative Dölsach versuchen nun mit diesem Kabarett den Lienzer Fasching wiederzubeleben. Denn der Fasching in Lienz hat ohne die Dölsacher noch nie funktioniert“, so Possenig, ehe er an die Blütezeit des Lienzer Faschings von 1964 bis Ende der Siebzigerjahre erinnerte.

Christian Pichler und Hilde Wainig nahmen auf einem „Mitfahrbankl“ Platz. Hilde brachte eine Bausteinspende mit.

Augenblicke später diskutierten Hilde Wainig und Christian Pichler als „WaPi – Die Ver Kehrt Denker“ humorvoll über Vorhaben und Ideen rund um den Zukunftsraum Lienzer Talboden. Auf einem „Mitfahrbankl“ sitzend, thematisierten sie das Regionet, Backbones, den Klimawandel, den Verkehr, das Mobilitätszentrum Lienz und die Dölsacher Straßennamen. Auch Erscheinungen des 21. Jahrhunderts kamen zur Sprache und als Christian den Osttiroler Boten durchblätterte, klärte ihn Hilde auf: „Mein Gott Christian! Wer modern ist, liest doch Dolomitenstadt.at.“

Die „Lachwurzn” waren sich in Sachen Facebook nicht ganz einig…

Danach gab es für die Zuschauer Lachmuskeltraining mit dem Kabarett-Duo „Lachwurzn“, bestehend aus Thomas Widemair und Hannes Fojan. Die beiden führten eine hitzige Debatte über den Nutzen und die Gefahren von Facebook. Auch für einen gedanklichen Ausflug in den „Turbokreisel“ war Zeit. „Wenn man da falsch hineinfährt, kommt man irgendwo in Vorarlberg wieder heraus“, stellte Fojan fest.

Fremdenführerin Susanna klärte ihre „Touristen“, unter ihnen auch Bürgermeisterin Elisabeth Blanik (2.v.l.), über die Lienzer Altstadt auf.

Nicht unweit vom Glocknerkreisel startete Fremdenführerin Susanna Oberforcher in Lienz dann eine „Stadtführung spezial“, auf der sie auch von der Bürgermeisterin begleitet wurde. „Heiß umfehdet, wild umstritten, liegst dem Städtchen du inmitten“, so die Fremdenführerin als sie die kleine Gruppe über den Hauptplatz aufklärte. Die Schweizergasse empfahl sie ihren „Touristen“ zwar auch, vorbeischauen wollte sie dort aber nicht: „Sonst wecken wir das Dornröschen auf.“ Nach der Führung blieb die Bürgermeisterin noch auf der Bühne, wo sie sich mit Faschingsnarr Possenig unterhielt:

Die Putzfrauen Brunelle, Geraldine, Hermine und Babsi kehrten nichts unter den Tisch und plauderten aus dem Nähkästchen.

Gymnasiast und Poetry-Slammer Dominik Zamojski witzelte nach einer Pause über seine Landsleute aus Polen, ehe die Putzfrauen Brunelle, Geraldine, Hermine und Babsi im „politischen Osttirol“ aufräumten. Die vier plauderten im Stadtsaal allerhand Geschichten und Gerüchte über Politiker aus Land und Bund aus. „Der Strache hat sich jetzt ja in St. Jakob beim Skifahren verletzt. Angeblich hat er im Slalomtraining bei einem Goldbarren eingefädelt.“

Sieht so entspannte Urlaubsplanung aus? Thomas Widemair und Michi Fuchs taten sich schwer, ein geeignetes Urlaubsziel zu finden.

Michi Fuchs versuchte ihrem sichtlich desinteressierten Gatten Thomas Widemair von einer Luftveränderung zu überzeugen. Dachte Thomas dabei eher an einen Umzug in den Dachboden des gemeinsamen Hauses, sehnte sich Michi vielmehr nach einem Aufenthalt in der Fremde. Nachdem die beiden schließlich im Streit die Bühne verließen, setzte abschließend „Satiri Kuss“ Heinz Girstmair zu einer Trauerrede für seinen verstorbenen Schulfreund an.

Am Ende des Abends setzte Dirigent Hans Pircher zu einem beeindruckenden Solo an.

Musikalisch umrahmt wurde die Faschingssitzung vom Varietè Orchester 2020 mit Stücken aus den 20er-Jahren. Dirigiert wurden die 24 Musiker von Hans Pircher, der auch mit einer Gesangseinlage beeindruckte. Auf der Bühne sorgten die Valeina Dance Champions mit Tanz-Einlagen – unter anderem aus ihrem WM-Programm – für Abwechslung, ehe sich gegen Mitternacht das Publikum für Standing Ovations erhob und ein gelungener Abend im Lienzer Stadtsaal zu Ende ging.

Bereits heute, 14. Februar, steht die nächste Vorstellung auf dem Programm, der dritte Termin für das Faschings-Kabarett ist Donnerstag, 20. Februar – jeweils mit Beginn um 20:00 Uhr. Karten dafür gibt es in allen Geschäftsstellen der Dolomitenbank (Erwachsene 18 Euro, Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre 10 Euro).

Slideshow von der Lienzer Faschingssitzung:

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2 Postings bisher
Koal

☺Top Abend .... hab' mir im Vorfeld nicht so viel erwartet. Akteure, Musik + Moderation war AAA (Dribble A) ...... Woll...Woll Auf ein Wiedersehen im jahr 2021 !!! (?)

Domenik

Tolle Show, lustige Gags und Musikgenuss vom Feinsten!

Großartig, was die Veranstalter mit Frontman Robert Possenig auf die Bühne äh Beine gestellt haben 👍 Prädikat: Absolut sehenswert!