Der Alltag in Osttirol in Zeiten von Corona

Einigeln, zupacken oder durchtauchen – wie bewältigen Sie diese schwierige Zeit?

Not macht ja bekanntlich erfinderisch. Im Fall der aktuellen Corona-Krise sieht man das auf Schritt und Tritt. Mir begegnete heute im Hof unseres Wohnblocks eine junge Frau mit Gesichtsmaske. Sie arbeitet für die Arztpraxis im Haus und fängt Patienten ab, die unbeirrt und unbelehrbar versuchen, mit verdächtigen Symptomen ins Wartezimmer vorzudringen. Es werden jeden Tag weniger, erfahre ich, langsam greifen die Informationskampagnen.

Bis hierher und nicht weiter. Wer in die Ordination will, wird an der Tür gecheckt. Foto: Dolomitenstadt/Pirkner

200 Meter weiter wird auf der Baustelle hinter dem Wasserwerk ohne Rücksicht auf Verluste die alte Molkerei demoliert. Fünf Arbeiter wirbeln viel Staub auf, Atemschutz brauchen sie dabei offenbar keinen. Hier der Link zur offiziellen Stellungnahme der Bauinnung, wann eine Baustelle trotz Ausnahmezustand weiter betrieben werden darf.

Systemrelevant dürfte diese Baustelle eher nicht sein. Gearbeitet wird dennoch. Foto: Dolomitenstadt/Pirkner

In den Mailboxen der Redaktion bietet sich Tag für Tag das gleiche Bild: Unglaubliche Mengen an digitaler Post, darunter eher wenig präzise Information. Man spürt dennoch generell das Bemühen, Licht ins Dunkel zu bringen, Fuß zu fassen, sich zu organisieren. Für manche ist es eine Chance.

Immer schön Abstand halten. Mobiler Brot- und Lebensmittel-Kiosk der Firma Joast in Lavant. Foto: Dolomitenstadt/Wagner

Die Bäckerei Joast tourt mit einem mobilen Verkaufsstand durch die Gemeinden. „Wir haben diesen Freiluftverkauf am Montag gestartet. Am frühen Vormittag tauchen wir in den Gemeinden auf“, erklärt Brigitte Joast, die zuvor sämtliche Bürgermeister rund um Lienz kontaktiert hat. Thurn, Gaimberg, Lavant und Tristach machen derzeit mit. Zu kaufen gibt es neben Brot und Gebäck auch Eier, Hefe, Knödelbrot und Milchprodukte.

Drive-in-Ordination, gesehen nicht in Los Angeles, sondern in Matrei in Osttirol. Foto: Trojer

Findige Lösungen haben jetzt Hochkonjunktur, wie die „Drive-in-Ordination“ von Cornelia Trojer in Matrei. Sie behandelt viele Patienten „kontaktlos“, zum Beispiel mit Wundkontrollen via Smartphone-Fotos.


Und Sie, liebe Leserin, lieber Leser? Wo sind Sie gerade? Welche Taktik haben Sie sich für die nächsten Wochen und Monate zurechtgelegt? Einigeln, zupacken oder durchtauchen – wie bewältigen Sie diese schwierige Zeit? Schreiben Sie uns!

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2 Postings bisher
dottoro

Danke an das gesamte Taem von dolomitenstadt.at für die Bemühungen uns täglich am laufenden zu halten,ich hoffe Ihr bleibt alle gesund damit Ihr weiterhin diese so wichtigen Informationen den Menschen näherbringen könnt.Man merkt jetzt schon,dass die Menschen näher zusammenrücken und dass die Hilfsbereitschaft untereinander sehr groß ist,positive Berichterstattung ist auch ein Teil davon.Weiter so,danke.