Erster Coronavirus-Todesfall in Kärnten gemeldet

Der 65-jährige Patient im Klinikum Klagenfurt hatte schwere Vorerkrankungen.

In Kärnten ist am Sonntag der erste Todesfall in Zusammenhang mit dem Coronavirus bekanntgeworden. Wie Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) bei einer Pressekonferenz sagte, starb am Samstag ein 65-jähriger Patient im Klinikum Klagenfurt. Er hatte schwere Vorerkrankungen und war mit dem Coronavirus infiziert. Unterdessen wurden in Völkermarkt mehrere Fälle gemeldet – hier war ein Begräbnis der Grund.

Konkret gibt es im Bezirk Völkermarkt 24 Covid-19-Fälle – in der Stadt Klagenfurt, die mehr als doppelt so viele Einwohner hat als der Bezirk Völkermarkt, sind es 20 Fälle. Laut Kaiser sei das auf ein Begräbnis zurückzuführen, das am 6. März in Völkermarkt stattgefunden hatte: „Es hat sich um ein Begräbnis mit einem Leichenschmaus mit 86 Personen gehandelt. Das war kurz bevor solche Zusammenkünfte untersagt worden sind.“ Das Contact Tracing, also die Untersuchung, wer mit den Erkrankten Kontakt hatte, habe ergeben, dass der Großteil der Coronafälle im Bezirk auf dieses Begräbnis zurückzuführen sei. Da die maximale Inkubationszeit von 14 Tagen bereits überschritten ist, rechnet man nun nicht mehr damit, dass noch viele Erkrankungen von Begräbnisteilnehmern bekanntwerden.

„Die Entwicklung in der kommenden Woche ist entscheidend“, betont der Kärntner Landeshauptmann Peter Kaiser.

So wie Kaiser appellierte auch Gesundheitsreferentin Beate Prettner (SPÖ) am Sonntag, sich an die Ausgangsbeschränkungen zu halten. Das gelte auch für Personen, die keine Symptome haben – denn, so Prettner, ein sehr großer Teil der mit dem Coronavirus Infizierten bemerke kaum Symptome: „Bitte verhalten Sie sich so, als wären Sie selbst infiziert“, lautete ihr Rat. Weiters gab Prettner bekannt, dass man nun die Zusage habe, das Labor im Institut für Lebensmittelkontrolle und Veterinärmedizin benutzen zu können, um Coronavirus-Tests auswerten zu können.

Kaiser warnte auch noch einmal eindringlich vor Partys, die derzeit trotz der Ausgangsbeschränkungen stattfinden würden: „Es liegen Hinweise vor, dass es solche Partys in Kärnten gibt. Wir werden gemeinsam mit der Exekutive alles tun, damit solch ein Schaden herbeiführendes, willkürliches Verhalten ein Ende findet.“ Die Entwicklung in der kommenden Woche sei entscheidend, betonte Kaiser. In Kärnten wurden am Sonntag zu Mittag 105 bestätigte Coronavirus-Fälle gemeldet, zehn Patienten sind im Krankenhaus, fünf auf der Intensivstation.

Die Arbeit von
dolomitenstadt.at unterstützen

Liebe Leserinnen und Leser,

gerade in Krisenzeiten ist faktenorientierte und schnelle Information wichtig.
Wir arbeiten trotz Rückgang bei den Werbeeinnahmen mit großem Einsatz, um Sie bestmöglich – und kostenlos! – zu informieren.

Wenn Sie unsere journalistische Arbeit mit einem einmaligen Beitrag unterstützen möchten, haben Sie jetzt Gelegenheit dazu. Wir würden uns freuen!

Sie möchten dolomitenstadt.at unterstützen?

Ein Posting verfassen

Sie müssen angemeldet sein, um ein Posting zu verfassen.
Anmelden oder Registrieren