Kärnten: Mehr freie Intensivbetten als sonst!

Primar Likar: „Die Leute sterben womöglich aus Angst vor dem Virus an etwas anderem.“

In Kärntens Spitälern gibt es genug freie Intensivbetten, und zwar sowohl für Coronavirus-Infizierte als auch für andere Kranke. Wie Primarius Rudolf Likar am Freitag auf Anfrage der APA erklärte, seien derzeit sogar mehr Betten leer als sonst. Derzeit werden insgesamt elf Coronavirus-Patienten intensivmedizinisch betreut, 17 weitere sind stationär aufgenommen.

Likar betonte, der Anstieg von neun auf elf Patienten im Lauf einer Woche sei alles andere als besorgniserregend. Er mache sich eher Sorgen um Menschen, die aus Angst vor einer Ansteckung mit Covid-19 nicht ins Krankenhaus kämen, obwohl sie dringend medizinische Hilfe benötigen würden. „Die Leute sterben dann womöglich aus Angst vor dem Virus an etwas anderem.“ Man habe alle notwendigen Vorkehrungen getroffen, damit Covid-19-Patienten nicht mit den anderen Abteilungen in Berührung kommen. Dies gelte auch für den intensivmedizinischen Bereich. „Da gibt es keinen Kontakt“, sagte Likar. Er ruft dazu auf, ins Spital zu kommen, wenn es notwendig ist, und nicht aus Angst zuhause zu bleiben. So wird am Klinikum Klagenfurt ein einzeln stehendes Gebäude für Covid-19-Patienten verwendet.

Normalerweise sind die Intensivbetten in Klagenfurt zu 85 bis 90 Prozent ausgelastet, hieß es von der Kabeg. Derzeit liegt die Auslastung – inklusive der Coronavirus-Patienten – bei nur 57 Prozent. „Ich habe genug Intensivbetten, zumal vier Aufwachbetten auch noch zur Verfügung stehen“, sagte Likar. Selbstverständlich sei jedes Intensivbett mit Beatmungsgeräten bestückt. Auch bei den für Covid-19-Patienten reservierten Normalbetten ist die Auslastung noch sehr niedrig. Man sei also auch für einen eventuellen rasanten Anstieg der Patientenzahlen gerüstet.

In Kärnten ist am Freitagnachmittag die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Menschen bei 304 gelegen. 28 davon befinden sich in stationärer Behandlung im Krankenhaus, elf davon auf der Intensivstation. 65 Personen sind wieder gesund, wie Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) am Nachmittag bekannt gab. Das Land will künftig Blaulichtorganisationen bei Einsätzen über Infizierte informieren.

„Menschenleben vor Datenschutz“, sei jetzt die Devise, sagte Kaiser. Man wolle in Einzelfällen Informationen geben, ob jemand am Coronavirus erkrankt ist, etwa für Krankentransporte. Man habe mit der Verfassungsabteilung Rücksprache gehalten und sei der Ansicht, dass in Wahrnehmung des Schutzes laut Epidemiegesetz die Weitergabe dieser Daten gerechtfertigt sei. Am Samstag soll es eine Gesprächsrunde mit den Bezirkshauptleuten geben. Kaiser meinte, man überlege zudem, in speziellen Fällen auch Bürgermeister zu informieren. Ob ein diesbezüglicher Vorstoß des Landes auf Bundesebene aufgenommen werde, sei derzeit noch offen.

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Domenik

Liebe Kärntner Landesregierung! Salzburg und Tirol haben es vorgemacht und Französische & Südtiroler Coronapatienten aufgenommen. Im Sinne der europäischen Solidarität bitte dies ebenfalls anbieten und Patienten aus den Corona Hot Spots Europas aufnehmen!