Liste Fritz fordert freie Korridorfahrt durch Südtirol

Durchfahrt für Pkw und Öffis sollte Ost- und Nordtirolern erlaubt werden.

Die persönlichen Verbindungen zwischen Nord- und Osttirol sind traditionell eng, viele Osttiroler leben in Nordtirol und nutzen die seit 1. Mai gelockerten Besuchsbeschränkungen, um ihre Familien zu treffen. Derzeit ist das allerdings nur auf dem Weg über den Felbertauern erlaubt, weil der Weg über das Ausland – sprich über Südtirol – nach wie vor mit strengen Auflagen wie Corona-Tests oder Quarantäne verbunden ist. Speziell für Menschen aus dem Osttiroler Oberland ist die Felbertauernstrecke ein beträchtlicher Umweg. Liste-Fritz Mandatar Markus Sint, selbst Nordtiroler mit Wurzeln in Kartitsch, fordert deshalb eine rasche und unbürokratische Lösung. Sint verweist darauf, dass Südtiroler Studenten sehr wohl nach Nordtirol einreisen und dann wieder heimfahren dürfen.

„Wir begrüßen die Grenzöffnung für Südtiroler Studenten, die in Innsbruck studieren, als Lösung mit Hausverstand und verlangen gleiches Recht für alle. Wenn Südtiroler jetzt wieder dauerhaft nach Nordtirol reisen dürfen, muss es auch für Osttiroler und Nordtiroler möglich sein, ohne kilometerlange Umwege durch Südtirol durchfahren zu dürfen“, betont Sint. Das müsse sowohl für Pkw als auch für den öffentlichen Busverkehr gelten. Sint: „Der Bus Lienz-Innsbruck-Lienz hat keine einzige Haltestelle in Südtirol. Autofahrer könnten angewiesen werden, durch das Südtiroler Pustertal ohne Zwischenstopp und ohne Ausstieg durchzufahren.“

Die Landesgrenze in Sillian/Arnbach (Bild) und der Brenner sollten für Korridorfahrten zwischen Nord- und Osttirol für Einheimische geöffnet werden, fordert die Liste Fritz. Foto: Dolomitenstadt/Wagner

Das spare Zeit, Geld und sei gut für die Umwelt, betont der Fritz-Mandatar. „Eine Autofahrt von Innsbruck nach Sillian über Südtirol ist knapp 150 Kilometer lang. Führt die Fahrt über die Felbertauernstraße, ist sie 65 Kilometer länger. Hin und retour ein Umweg von 130 Kilometern. Je nach Verkehr dauert die Anreise um mindestens eine halbe Stunde länger, insgesamt also ein Zeitverlust von mehr als einer Stunde. Dazu kommt, dass viele Osttiroler, die regelmäßig von Nordtirol ins Osttiroler Pustertal fahren, eine Brennermautkarte besitzen und beim Felbertauerntunnel jetzt für Hin- und Rückfahrt zusätzlich 18 Euro Maut zahlen müssen. Das Sperrgebiet Südtirol belastet die Umwelt und die Geldbörse der Osttiroler Pendler und Gelegenheitspendler.“

Vor zwei Wochen habe die Liste Fritz die zuständige Landesrätin Ingrid Felipe von den Grünen auf dieses Problem hingewiesen.

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6 Postings bisher
Kiew

Fordern kann man viel. Ob es vernünftig oder populistisch ist, ist eine andere Frage.

Oschtadio

Die mit Osttiroler Kennzeichen am PKW zahlen keine Maut beim Felbertauerntunnel.

    dobui

    Es gibt auch viele Osttiroler mit Nordtiroler Kennzeichen - weil sie dort ihren Hauptwohnsitz haben. Die zahlen dann.

      Oschtadio

      Das sind aber keine Pendler und deshalb fahren die nicht jede Woche übern Felber

    bergfex

    Und was hat das mit dem Grenzübergang zu Italien zu tun ???

    Mich wundert sowiso , warum so viele Nicht-Osttiroler-Österreicher, inkl. der italienischen Radfahrer (mit Rad von Papin) in Osttirol herum kurven.

derLois

Das klingt nach Diplomatischem Theater, eher den Direktbus durchlassen, das wäre wesentlich besser nachvollziehbar.

Die meisten Osttiroler haben außerdem das Fahrzeug im Bezirk zugelassen und zahlen daher am Felbertauern nichts..