Vorbehalte gegen geplanten MPreis an der Zettersfeldstraße

Aufreger ist weniger der Supermarkt als die Verkehrssituation samt Gutachten von 2010.

Im Eiltempo werden derzeit die gewerbe- und baurechtlichen Verfahren für einen neuen MPreis-Supermarkt an der Zettersfeldkreuzung in Lienz durchgezogen. Die Tiroler Supermarktkette geht offenbar in die Offensive. Neben dem Projekt an der Zettersfeldstraße wird ein MPreis nur wenige hundert Meter entfernt im neuen Bahnhofsgebäude eröffnet. Nahe am künftigen Standort liegt auch der Markt an der Beda-Weber-Gasse, der erst vor Kurzem um- und ausgebaut wurde. Zu all seinen Projekten verweigert das Unternehmen kategorisch sowohl Auskünfte als auch Interviews.

Die gewerberechtliche Verhandlung für das Grundstück an der Zettersfeldstraße fand – wie berichtet – am 27. Mai statt. Am 4. Juni geht die Baurechtsverhandlung über die Bühne. Am neuen Standort regt sich Widerstand unter den Anrainern. Zumindest zwei Einsprüche sind der Redaktion bekannt. Ziel der Kritik sei weniger der Markt selbst, als die recht unübersichtliche Verkehrssituation in diesem Bereich, wird ausdrücklich betont.

Schräg gegenüber der Hofer-Ausfahrt ist die MPreis-Einfahrt geplant. Die Linksabbieger-Spur in die B100 soll zudem verlängert werden. Foto: Dolomitenstadt/Wagner

Das erforderliche Verkehrsgutachten für das Projekt samt straßenbaurechtlicher Bewilligung der Landesregierung stammt aus dem Jahr 2010. Manche Anrainer irritiert, dass kein neues Gutachten erforderlich ist, trotz mittlerweile völlig veränderter Rahmenbedingungen. 2010 gab es die von der Stadt Lienz forcierte Wohnsiedlung in der Mienekugel noch nicht. Die Situation in der Nußdorferstraße war noch nicht vom Umfahrungsverkehr für die B100 geprägt und auch das städtische Linienbusnetz existierte nicht. All das konnte der Gutachter nicht wissen als er 2010 vermerkte, es bleibe durch das Projekt „sowohl bei der derzeit vorhandenen Verkehrsbelastung als auch bei der für das Prognosejahr 2020 ermittelten Prognoseverkehrsbelastung die derzeit vorhandene Verkehrsqualität an der Zettersfeldkreuzung für alle Fahrrelationen erhalten.“

MPreis als Antragsteller rechnet mit 600 Kunden an starken Tagen und einem Verkehrsaufkommen von 188 Fahrzeugen im Schnitt, dazu kommen sechs bis acht Lkw, die die Waren bringen und ebenfalls über die Zettersfeldstraße zu- und abfahren. Schräg gegenüber der künftigen Ein- und Ausfahrt zum MPreis liegt die Ausfahrt des Hofer-Marktes, dem ebenfalls Um- und Ausbaupläne nachgesagt werden. Staus zu Stoßzeiten und an starken Schitagen im Winter sind wohl vorprogrammiert, zumal laut Verkehrsplanung die Linksabbiegespur bei der Einmündung der Zettersfeldstraße in die B100-Kreuzung von derzeit 18 auf 50 Meter verlängert werden soll.

Ein Posting verfassen

Sie müssen angemeldet sein, um ein Posting zu verfassen.
Anmelden oder Registrieren

19 Postings bisher
Weltreise

Auch ich bin total dagegen das M Preis hier einen weiteren, Markt baut. Es gibt genügend M Preis in Lienz, ich würde hier keine Baugenehmigung, erteilen wenn ich es als Bürgermeister verhindern könnte Gesetzlich. Das geht scheinbar hier nicht. Ich würde der Firma ganz deutlich, sagen das ihre Aktion hier, ihre bestehenden Filialen stark gefährdet damit. Ich glaube das dieser Wahnsinn aufhören, muss so viele Flialen, in einer Stadt zu haben. Der Shop am Bahnhof ist eine sehr Gute Idee, aber nicht bei der Zetterfeldstraße das, muss ich einfach sagen. Nun würde von mir alkes gesagt was ich zu sagen habe

wolf_c

nachdem wir unsere umweltgestaltung den bedingungen des auto- flug-schiff-eisenbahnverkehrs untergeordnet haben, sollte man, wenn man wollte, dies als erstes ändern; sonst läuft das vernichtungsprogramm gegen die natur und damit gegen uns selber weiter und weiter ...

steuerzahler

Ich habe erst unlängst in den alten Unterlagen meines Großvaters eine Baugenehmigung gefunden, in der ein Vermerk war, daß die Baugenehmigung erlischt, wenn nicht innerhalb von zwei Jahren mit dem Bau begonnen wird. Er hat damals, warum auch immer, nicht gebaut und pünktlich nach zwei Jahren ein Schreiben bekommen, daß die Genehmigung erloschen ist.

Nach zehn Jahren sollte sowieso alles neu bewertet werden. Vor allem die Situation an dieser Kreuzung!

    bergfex

    Vielleicht noch nicht bemerkt, das die Bauverhandlung noch nicht war und somit auch keine Baugenehmigung vorliegen dürfte..

Ceterum censeo

Die "Bierschwemme" ist gewaltig, bei uns in Osttirol. Dafür haben unsere Bauern Probleme mit dem Milchabsatz und den Preisen. Butter von "auswärts" wird um 1.- Euro je Viertel- Kilo verschleudert, wenn man 4 davon nimmt. Nur weiter so! In nicht so ferner Zukunft werden die Gemeinden Umweltbetreuer - von auswärts?, weil unseren Leuten die Arbeit zu beschwerlich ist, (siehe Erntehelfer), anstellen müssen, um unsere Wiesen und Almen, zumindest neben Straßen und Wegen, damit es schöner ausschaut, zu bewirtschaften. Wir Konsumenten haben es in der Hand, für eine intakte Umwelt zu sorgen. Ein abschreckendes Beispiel sind die FS-Übertragungen von der Tour de France, wo man nichts als garstige Gstättn neben den Straßen beobachte kann. Eine Häufung von Lebensmittel-Groß-märkten auf so engem Raum (Zettersfeld-Kreuzung) darf nicht genehmigt werden. Wo bleibt der Aufschrei von den Grünen (Frau Kiberl) vom/im Lienzer Gemeinderat? Schweigen im Walde!

le corbusier

ach, wär das einmal super, wenn sich alle mündigen bürger zusammentun und ein ganzes Geschäft boykottieren um einen Standpunkt zu vertreten. Wär aber wieder schnell vorbei wenns aufs Bier 20% gibt.

Franz Brugger

Die gewerberechtliche Verhandlung wird ja von der Bezirkshauptmannschaft geführt.

Ist es da üblich, rechtens oder bequem, dass man mit einem 10 Jahre alten Verkehrsgutachten amtiert?

Lz

Plötzlich bedenken! Am Bahnhof einen MPreis mit Sonntagsöffnung! Wieder ein dauernder Querverkehr mehr! Keine Fussgängerunterführung beim MPreis! Intelligente Ampeln! Geisterbusse auch in der Coronazeit und jetzt Bedenken! Ist eh schon alles egal!

    bergfex

    ...........Wieder ein dauernder Querverkehr mehr! Keine Fussgängerunterführung beim MPreis!.............

    Erklären sie mir bitte beide Sätze , oder sind sie nicht von hier.

Spanidiga

die diversen Märkte regulieren sich von selbst...und wissen schon...warum sie dort bauen....der Verkehr wird von den Benutzern geregelt...schon gar nicht von einem Wolf...(ob einheimisch-oder zugewandert)

    Gertrude

    Was reguliert sich von selbst? Die Einwohnerzahl in Osttirol bleibt immer gleich, seit Jahrzehnten entstehen aber neue Großmärkte. Wie lange schaut die Politik da noch zu? Freier Markt gut und schön, nur woher sollen wir aber auf Dauer das Geld für den Konsum nehmen? Brauchen wir das überhaupt noch alles? Es ist an der Zeit umzudenken!

      Biker

      @Gertrude, Nur weil mehr Geschäfte gebaut werden müssen wir uns nicht Gedanken machen wo wir das Geld herbekommen in so vielen Geschäften einzukaufen. Wenn in Osttirol 10000 Lebensmittelgeschäfte stehen würden würde ich auch nicht mehr kaufen als das was ich brauche. Wenns viele Geschäfte gibt wird der Kuchen für den Einzelnen halt kleiner und irgendwann werden dann die schwächsten Betriebe schließen und Industrieruinen das Landschaftsbild bestimmen wie z. b. die alten RGO Ruinen. Meiner Meinung nach sollte die Politik in die Verteilung der Märkte nicht eingreifen da dann wieder nur die Parteigünstlinge u. Spender als Platzhirsche an vorderster Stelle gereiht werden.

      r.ingruber

      Liebe Gertrude, schade, dass sie das so sehen. Ich hätte den weiten Weg gerne auf mich genommen, um Sie beim Einkaufen in der Mie(!)nekugel einmal kennenzulernen.

wolf_c

bei unserem lebensstil gibt es keine hoffnung auf modernen verkehr, und im talboden der parkplatzsüchtigen sowieso nit

    senf

    wolfi, sei doch froh, dass es viele parkplätze gibt, dann brauchst mit deiner karosse nicht hundert mal suchend im kreis zu fahren. das ist doch sehr modern und umweltschonender, denk mal nach!

bb

Ich habe den Eindruck, dass es jetzt schon zu viele Lebensmittelmärkte in Lienz gibt...

    bergfex

    Ich denke das da irgendwo ein Hintergedanke ist.

    bb

    Je mehr Märkte den ganzen Tag frische Ware anbieten wollen, desto mehr unverkaufte Lebensmittel werden wohl entsorgt werden müssen... Das geht genau in die falsche Richtung, finde ich.

bergfex

Würde die Frau BMin, gerne einen Wohnblock hinein bauen lassen, wo die Verkersbelastung gleich groß ist?