Wie kann man in Osttirol mit Wölfen leben?

Wolfsexperte Kurt Kotrschal macht im Interview konkrete Lösungsvorschläge.

Immer wenn in Tirol ein gerissenes Schaf gefunden wird, folgen eine Presseaussendung des Landes und eine mediale Diskussion über Wölfe als tierische Zuwanderer in der Alpenregion. Geprägt wird diese Diskussion von massiver Öffentlichkeitsarbeit der Gegner wie Befürworter der Wiederansiedlung dieser streng geschützten „großen Beutegreifer“. Dabei macht sich vor allem der WWF zum Anwalt der Wölfe, während praktisch alle politischen Vertreter der Bauernschaft, viele Lokalpolitiker und Touristiker lieber heute als morgen das Gewehr auspacken und den „Eindringling“ von den heimischen Almen vertreiben würden. Dolomitenstadt.at hat bereits vor einem Jahr ein ausführliches Audiointerview mit der Wolfsexpertin Gudrun Pflüger geführt, die sehr konkret auf das Naturell der Tiere und mögliche Formen von Koexistenz eingeht.

Vor dem Hintergrund der neuerlich aufflammenden Diskussion – angeheizt durch selbsternannte lokale Experten – haben wir den Verhaltensforscher Kurt Kotrschal um ein Gespräch gebeten. Kotrschal ist Professor an der Universität Wien, engagiert sich in der Arbeitsgruppe Wildtiere des renommierten Forums Wissenschaft & Umwelt, ist erfolgreicher Buchautor und hat 2008 das Wolf Science Center mitbegründet. Der Wissenschaftler macht im Interview mit dolomitenstadt.at konkrete Lösungsvorschläge für ein künftiges Zusammenleben mit dem Wolf und räumt dabei auch mit einigen Mythen auf.

Der Verhaltensforscher und Wolfsexperte Kurt Kotrschal mit dem Wolfsrüden Amarok im WolfScienceCenter im Weinviertler Ernstbrunn. Foto: Walter Vorbeck.

Herr Professor Kotrschal, beginnen wir mit trockenen Zahlen. Wie ist denn der nüchterne statistische Befund zur Rückkehr des Wolfes in die alpinen Regionen Österreichs? Wie viele Tiere sind nach Ihrer Einschätzung als Experte schon da, mit wie vielen muss man rechnen, wenn der Artenschutz ernst genommen und kein Wolf erschossen wird?

Österreich hatte 2018/2019 drei Rudel im nördlichen Wein- und Waldviertel, 2020 konnte aber wiederum nur ein Rudel bestätigt werden. Dazu kommen zuwandernde Jungwölfe, die teils weite Distanzen überwinden um Partner für eine Rudelgründung zu finden. Vor allem sie machen übrigens auch die Schäden bei den Nutztieren. Aufgrund von Sichtungen, Rissen und DNA-Nachweisen kann man im Moment von etwa 20 bis maximal 30 Wölfen in Österreich ausgehen.

Die Wolfsgegner fordern „wolfsfreie“ Zonen im gesamten landwirtschaftlich und touristisch erschlossenen Alpengebiet, eingeschlossen die Nationalparkregionen in Tirol und Salzburg. Wie das Covid-19-Virus hält sich auch der Wolf nicht an Grenzverordnungen. Wie realistisch ist denn überhaupt eine totale Ausgrenzung ohne kompromisslose Bejagung?

„Wolfsfreie Zonen“ sind weder gesetzlich möglich, noch sachlich zielführend. Sie stehen nicht im Einklang mit den nationalen und internationalen Schutzbestimmungen, wie Landwirtschaftsministerin Köstinger und auch die EU-Kommission mehrfach klarmachten; das unterstreichen auch die Urteile des EuGh. „Wolfsfreie Zonen“ suggerieren trügerisch Sicherheit: Denn selbst wenn in einem Gebiet jeder Wolf abgeschossen wird, müsste auch in solchen Zonen auf Herdenschutz gesetzt werden, weil anders Verluste an Weidetieren nicht zu verhindern sind. Viel vernünftiger ist es, realistisch, pragmatisch und vorausschauend auf Herdenschutz und auf Rudelbildung zu setzen, dann stabilisieren sich nämlich die Verhältnisse, zumal ansässige Wölfe lernen können, Weidetiere zu meiden und gebietsfremde Wölfe abhalten.

Einen Wolf zu erschießen ist illegal, es sei denn, man hat einen individuell von den Behörden genehmigten Abschussbescheid für ein ganz konkretes Tier in der Tasche. Dieser Bescheid wird nur bei Gefährdung, nach fachlicher Überprüfung und nach Ausschöpfung aller „gelinderen Mittel“ erteilt. In anderen Worten: Bis die Lizenz zum Töten da ist, ist das Tier weg. Sehen Sie als Verhaltensforscher irgendeine andere, vielleicht sanftere Möglichkeit, Wölfe aus unseren Bergen zu vertreiben?

Das ist Wunschdenken. Schießen löst das Problem nicht und Untersuchungen in anderen Ländern haben gezeigt, dass eine Bejagung ansässiger Wölfe (so es mal solche geben wird) die Verluste an Nutztieren eher verstärkt. Die einzige Möglichkeit besteht darin, sich auf ein Wirtschaften (Almwirtschaft, Jagd) mit den Beutegreifern einzustellen. Es ist heute und in absehbarer Zukunft nicht zu verhindern, dass Wölfe aus den Populationen in Deutschland, Italien, der Schweiz und aus den östlichen Nachbarländern einwandern.

Wolfsgegner führen fast immer ins Treffen, dass nicht unbedingt durchreisende Einzeltiere ein Problem darstellen, sondern die „Rudelbildung“. Wie verhalten sich denn Wölfe im Rudel? Und wie viele Wolfsrudel würden sich bei ungestörter Vermehrung denn zum Beispiel in einem Bezirk wie Osttirol ansiedeln?

Das Gegenteil ist der Fall, Rudelbildung kann sich positiv auswirken. Durchwandernde Einzeltiere halten sich an leichte Beute; auf ihr Konto geht der Gutteil der Verluste an Weidetieren. Ein etabliertes Rudel, das durch fachgerechten Herdenschutz gelernt hat, dass Schafe & Co. schwierige/unangenehme Beute sind, hält sich an die in Österreich ohnehin maßlos überhegten Wildtiere und lebt im Wesentlichen von Schalenwild. Das wird dann auch als soziale Tradition an die Nachkommen weitergegeben. Zudem hält ein ansässiges Rudel Neuzuwanderer fern und verhindert so einen Anstieg der Wolfsdichte. In der Schweiz etwa leben im Moment acht Wolfsrudel, Tendenz steigend. Man setzt auf Herdenschutz. Als Ergebnis nimmt die Zahl der pro Wolf gerissenen Weidetiere seit Jahren kontinuierlich ab, wie neueste Daten zeigen. Ein Rudel beansprucht mindestens etwa 250 Quadratkilometer. Osttirol bietet damit Platz für einige Rudel, aber für eine fachgerechte Einschätzung sollte man dazu die kompetenten Wildbiologen fragen.

Womit wir beim Thema Angst bzw. Furcht wären. Mich interessiert weniger die diffuse, oft auf Mythen gegründete Angst, mit der die Politik auch bei anderen Themen wie Asyl oder jüngst Corona gerne spielt, sondern ganz konkret: Wenn mir bei einer Wanderung in Osttirol ein Wolf begegnet – muss ich um mein Leben fürchten?

Nein. Wölfe sind gefährlich für ungeschützte Weidetiere, stellen aber für Wanderer, Schwammerlsucher, etc. so gut wie keine Gefahr dar, auch nicht für deren Hunde, solange sie sich nicht allzu weit von ihren Menschen entfernen. Tatsächlich zeigen Umfragen unter Touristen, dass für die meisten von ihnen Wölfe in Wandergebieten kein Problem darstellen, im Gegenteil; so ist in Teilen Deutschlands, in Rumänien, etc. ein teils erheblicher „Wolfstourismus“ entstanden. Gerade von Nationalparks, wie etwa dem Nationalpark Hohe Tauern, erwartet man sich ja nicht nur Schafe und Kühe, sondern vor allem, dass dort auch die großen Beutegreifer leben.

Was hat es denn mit dem oft zitierten „Blutrausch“ auf sich? Warum richten Wölfe manchmal ein Blutbad unter Schafen an?

Aus demselben Grund, warum Füchse und Marder gelegentlich Massaker in Hühnerställen anrichten. Wölfe sind triebstarke Jäger. Beute, die nicht davonläuft, wenn ein Tier der Gruppe gerissen wurde, sondern wie die Schafe blökend und dicht gedrängt in der Nähe bleiben, gab es in der Evolution der Beutegreifer nicht. Das kann dazu führen, dass manchmal deutlich mehr Tiere getötet werden, als gefressen werden können. Unter normalen Umständen – Rudelbildung und wenig Störung – nutzen Wölfe ihre Beute sehr vollständig, es bleiben allenfalls ein paar grobe Knochen und Hautreste zurück.

Wölfe ernähren sich offenbar nicht von Menschen, wohl aber von Wild und auch von Schafen, wie zahlreiche Risse in der letzten Zeit zeigen. Damit wären wir beim Thema Almwirtschaft. Allein in Osttirol werden im Sommer 16.000 Schafe in hochalpines Gelände getrieben. Kein Elektrozaun der Welt kann diese Tiere vor einem Rudel hungriger Raubtiere schützen. Ist „Herdenschutz“ vor diesem Hintergrund nicht eine leere Floskel?

Die Verluste an unbeaufsichtigt gealpten Schafen betragen um die zwei Prozent pro Jahr; davon geht nur ein winziger Bruchteil an die Wölfe, man sollte also die Kirche im Dorf lassen. Herdenschutz ist die einzige Möglichkeit für eine konfliktarme Koexistenz von extensiver Almwirtschaft und Beutegreifern. Allerdings liegt die Lösung angesichts der Osttiroler Bedingungen nur ausnahmsweise in Elektrozäunen. Man wird, wie es ja auch in anderen Gebieten Österreichs geschieht, die Herausforderung annehmen müssen, indem man große Herden bildet und auf Behirtung mit Hunden setzt. Diese alte Kulturtechnik wieder bei uns einzuführen ist komplex und teuer, aber nötig. Nach gültigen EU Regeln ist der Aufwand dafür den Tierhaltern übrigens zu hundert Prozent zu ersetzen! Das geschieht seit einigen Monaten in Bayern.

Neben Zäunen kommen also immer wieder auch Hirten und Hunde ins Spiel. Angesichts zigtausender Schafe ein enormer Aufwand, den die Bauern weder zahlen wollen noch können. Abgesehen davon geben vor allem Touristiker zu bedenken, dass furchtlose Hirtenhunde nicht zimperlich sind. Sie könnten als „Beschützer der Herde“ auch harmlose Wanderer attackieren. Wie sehen Sie dieses Problem?

Will man weiterhin Almen mit Weidevieh bewirtschaften, ist eine Umstellung auf größere Herden und Behirtung mit Hunden unvermeidlich. Das ist weder billig, noch einfach, weil es einiges an Know how erfordert, das verloren ging und erst wieder erworben werden muss. Der Aufwand besteht auch in der Menschensozialisierung und im guten Training geeigneter Hunde. Das geht nicht von heute auf morgen. Auch Wanderer müssen sich an die neuen Gegebenheiten anpassen und Rücksicht nehmen. Der Vorteil großer, behirteter Herden ist ja auch, dass man nicht überall beim Wandern auf Weidevieh und Zäune trifft, man kann den Herden und Hunden also leicht ausweichen; und dass zudem behirtete Herden Almen ökologisch wesentlich schonender bewirtschaften, als unbeaufsichtigtes Weidevieh. Das können die Almbauern aber nicht alleine stemmen, das braucht Unterstützung durch Gesellschaft und Staat – wovor sich die Politik in Österreich bislang gedrückt hat. Man ließ die Weidetierhalter im Regen stehen. Das ändert sich nun hoffentlich mit der Genehmigung eines großen EU-LIFE Projekts Herdenschutz, mit Beteiligung von Österreich, Bayern und Südtirol, das von der Bio Austria Niederösterreich getragen wird.

Meine vorletzte Frage möchte ich bewusst auf Osttirol als Bezirk mit sehr vielen Schafen, vielen hoch gelegenen Almen und rund 1500 kleinen, vorwiegend bergbäuerlichen Betrieben eingrenzen. Ist in dieser ganz konkreten Region aus Ihrer Sicht ein gedeihliches Nebeneinander von Almwirtschaft, Tourismus und Wolf in irgendeiner Form denkbar und wenn ja, welche Kompromisse müsste man eingehen?

Es geht nicht um Kompromisse, sondern um ein Umstellen der Bewirtschaftung auf konsequenten Herdenschutz mit finanzieller und logistischer Hilfe durch Gesellschaft, Staat und EU. Das bedeutet nur zum geringen Teil eine Haltung hinter Elektrozäunen, zum Großteil Behirtung mit Hunden und Nachtpferche, wie es ja auch anderswo erfolgreich praktiziert wird. Denn auf ein Verschwinden der Wölfe zu setzen, ist Illusion. Das kann auch zu einer Verbesserung der alpinen Ökologie und des Wohls der Weidetiere führen. Denn die Verluste durch Krankheit, Absturz etc. von behirteten Schafen sind viel geringer, als in der üblichen Almhaltung. Ein angepasstes Leben mit Wolf muss daher für Weidetiere und ihre Halter nicht negativ sein. Zudem sind die Osttiroler Almen aufgrund ihrer Topographie für Behirtung durchwegs viel besser geeignet als etwa die viel kleinräumigeren Kalkalpen.

Haben Sie abschließend eine Botschaft an die Politik? Auf die „Resolution“ des Matreier Bürgermeisters haben Sie ja sogar in einer Glosse in „Die Presse“ reagiert. Bundespolitiker halten sich auffallend zurück, während politische Bauernvertreter und Gemeindepolitiker teilweise unverhohlen die neuerliche – eher unrealistische – Ausrottung der Wölfe im Alpenraum fordern. Was ist aus Ihrer Sicht das politische Motiv dafür? Diese Leute wissen ja durchwegs, was ein EU-Gesetz ist.

Meine Botschaft: Nicht fürchten, sondern entspannen und das Problem endlich positiv, rational-wissensbasiert in Kooperation mit den lokalen Bewirtschaftern und den relevanten Experten angehen. Man muss sich schlicht auf die Anwesenheit der großen Beutegreifer – einschließlich Wolf – einstellen, dazu gibt es eigentlich keine Alternative. Die Demagogie der Stammtische dagegen – auch wenn sie von Bürgermeistern kommt – bringt keine Lösungen, sondern verschärft die Probleme und lässt die Leute weiter im Regen stehen. Im Moment erhofft sich eine populistische Politik offenbar Vorteile durch das Abschussgerede. Mittelfristig wird sich die Verweigerung einer rationalen Problemlösung gegen diese Politiker wenden. Denn langfristig ist ein Leben mit Wolf nicht zu vermeiden. Es wird nicht zum Schaden von Natur, Wirtschaft und den Gemeinden vor Ort sein.


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34 Postings bisher
Manfred Huber

Einfache Frage: Woher nimmt der Mensch das Recht ein Tier auszurotten oder zu vertreiben?

    Johann51

    Stellt sich weiters die Frage, woher nimmt sich der Mensch das Recht eine Kuh zu domestizieren, ein Kamel dazu zu bringen den Menschen durch die Wüste zu tragen, dem Huhn das Ei wegzunehmen um es selber zu essen... ect... Woher nimmt sich der Mensch das Recht einen Apfelbaum zu pflanzen um aus dessen Äpfel einen Apfelstrudel zu machen oder den Apfel pur zu essen... Warum nimmt sich der Mensch das Recht einen Zaun zu bauen um möglichst unliebsame Artgenossen menschlicher oder tierischer Natur abzuhalten in sein Reich einzudringen.. Warum nimmt sich der Mensch das Recht sich vor wilden Raubtieren zu wehren damit sie ihn nicht beißen oder sein Haustier töten... Außerdem ist der Wolf ganz und gar nicht vom Aussterben bedroht. Ea gibt nur Gegenden wo er besser hinpasst, als nach Österreich.

nikolaus

Frage an alle Wolf- und/oder Schaf-Experten: Was passiert mit den gerissenen Tieren? Werden die liegen gelassen und somit einer natürlichen Verwertung zugeführt (Wolf, Fuchs, Rabe, Bartgeier ...)? Oder muss man sie in die Tierkadaververwertung überführen? In letzterem Fall würde es mich nicht wundern, wenn Wolf immer neues Schaf reißt, weil altes totes Schaf verschwunden ...

    senf

    die kadaver (gerissene haustiere, kranke oder verunfallte) werden entsorgt und somit den wildtieren als nahrungsquelle weggenommen (Hygieneverordnung). genauere info erteilt der amtstierarzt in der BH

    BerglerAT

    Die gerissenen Tiere im Herst in Matrei wurden liegen gelassen. Der Wolf hatte aber kein großes Interesse in den Folgetagen vermutlich weil die Verwesung rasch einsetzt und er auch sonst genug Nahrung fand.

      nikolaus

      Oder er hat seine Jäger gewittert, die vermutlich in der Nähe der Kadaver auf der Lauer lagen?

pierina

wünschen tua mas uns ja nit, aber wenn so a Wolf halt einmal an so an Befürworter gscheid in Wadl beißen tat...... i glab nochand werd der Professor langsam munter.

    ganga0815

    ...würde ein schoßhündchen o.ä. kuscheltier eines wolfbefürworters (an)gefressen, käme sicher schnell ein umdenken zutage.

miraculix

Einem recht großen Prozentsatz der "Wolfsgegner" reicht offenbar die Überschrift eines Artikels, in dem das Wort WOLF steckt, schon völlig, um in der eigenen Meinung bestärkt bemerkenswerte Statements von sich zu geben ...

Nicht zu vergessen den Druck auf die Tränendrüsen!

16.000 gealpte Schafe in Osttirol, 2% Verluste bei "üblicher" Haltung

-> also über 300 Opfer - abgestürtzt, vom Blitz erschlagen, verletzt, in Zäunen hängen geblieben, an Krankheiten verendet, ... also auch nicht gerade "sanft entschlafen"!

Wie viele Schafe wurden vom Wolf gerissen? Nachdenken erlaubt!

    baur.peter

    bei dir, werter druide, hat sich ein denkfehler eingeschlichen, wie bei den meisten wolfsfreunden. wwf "wolfsexperte" pichler argumentiert auch immer mit diesem blödsinn. erstens, nachgewiesene wolfsrisse müßen nicht zwangsläufig die absoluten verlustzahlen duch das raubtier wiedergeben. speziel in der wärmeren jahreszeit wird ein tierkadaver schnell wieder lebendig, und wolfs dna nicht mehr nachweisbar, bzw die tiere sind unauffindbar. zweitens, ein gewisses gefahrenpotentional ist von haus aus gegeben, manches kann man managen, manches nicht, einfach hinnehmen müß man aber gar nichts. schuster bleib bei deinem leisten, wir bauern erklären einem arzt auch nicht wie er operieren soll!

      nikolaus

      Wieder mal der alte Schmäh " ... wir bauern erklären einem arzt auch nicht ..."

      Ja, der bau(e)r ist ein schlau(e)r!

      Na dann, lieber baur, setz doch bitte deine Schlauheit auch einmal dafür ein, deinen Berufskollegen beizubringen, wie man Jauche/Gülle so aufbereitet, dass sie nicht mehr sooo stinkt! Es gibt nämlich einige wenige Landwirte, die das können und auch tun. Das würde nicht nur uns Menschen wohl tun, sondern auch dem Ökosystem Wiese, welches das kostbare regionale gentechnikfreie Tierfutter namens Gras bzw. Heu liefert!

      Ups, ich bin ja kein Bauer, also darf ich mich dazu wohl nicht äußern, oder?

    BerglerAT

    Vielleicht sollten Sie nicht nur die lokalen Medien lesen. Bsp. Serfaus wo in 3 Wochen 22 tote Schafe (ca. 150 Schafe bis dahin aufgetrieben) auf der Komperdellalm aufgefunden wurden und Tiere von der Alm getrieben werden mussten. @Dreieck google weiss alles....siehe KORA - Wolf Übergriffe auf Nutztiere - in der Schweiz.

    pierina

    zur information: 23 Risse innerhalb weniger Tage in Serfaus Anfang Juni von 150 aufgetriebenen Tieren.

r.ingruber

Wissenschaftliche Theorien zu bilden, ist nicht so einfach. Man geht von einer Annahme aus, überprüft sie anhand von empirischen Fakten, bildet Hypothesen. Diese stellt man der Fachwelt zur Verfügung, lässt sie kritisieren, korrigieren, falsifizieren, bildet ein neues, genaueres Urteil, das dann eventuell veröffentlicht wird. Das kostet Zeit und Geld. 11.000 € für die Ergreifung von Wilderern sind nichts dagegen. Es geht aber auch einfacher: Man taucht seine Theorie für kurze Zeit in das Forum von dolomitentstadt.at, und wenn man sie wieder herauszieht, ist nichts von ihr übrig. Von den Theorien der Gebrüder Grimm allerdings auch nicht. Die waren nämlich Germanisten.

beobachter52

Jede(r) dieser Wolfschützer (Naturschützer oder gar Tierschützer wäre der falsche Ausdruck) soll einmal eine Woche auf einer Alm eine Schafherde weiden müssen! Danach würden sie anders denken! Anmerkung: Das möchte ich als Tierfreund den Schafen nicht antun ....

pierina

sss je mehr solcher "Experten" den Osttiroler Schafhaltern erklären wie sie mit dem Wolf umzugehen haben und was sie alles tun müssen kann ich deren Meinung (hinter vorgehaltener Hand) über den Wolf nur zu gut verstehen: sss - suchen,schießen,schweigen. Frei nach dem Motto: Hilf dir selbst - dann hilft dir Gott.

einervoneuch

wiedermal ein Experte der weiß wir wir zu leben haben. "wilde Wölfe" umerziehen, damit sie leichte Beute wie unsere Schafe, Rinder, Pferde usw... meiden, wie naiv und realitätsfern. Werter Herr Kotrschal, sie leben nicht in Osttirol, was bei uns passieren soll, darüber hat kein anderer von auswärts das Recht zu entscheiden. Und ihre Einschätzungen und gut gemeinten Ratschläge behalten sie mal ganz schnell für sich. Wir schreiben ihnen auch nicht vor, wie sie ihr Leben und ihr exestenzielles Fortkommen zu organisieren haben. Der Tierschutzverein hat kürzlich den Artikel 19 des österreichischen Tierschutzgesetzes zitiert, darin ist der Fall von Weidetieren als mögliche Opfer von einwandernden Wölfen klar geregelt: " Der verpflichtende Schutz von Haustieren vor Raubtieren und sonstigen Gefahren treffe klar den Tierhalter. der Tierhalter müsse "alles tun" was verhältnissmäßig und zumutbar sei, um seine Tiere zu schützen. Noch Fragen? Heimat ist Erbe und Auftrag - das bedeutet dass wir unsere Heimat wie sie unser Väter uns gepflegt überlassen haben - pflegen und an unseren Kindern weitergeben. In Osttirol leben zu dürfen heißt, an wirtschaftlichen und materiellen Werten Abstriche machen zu müssen, dafür ist es aber an Lebensqualität nicht zu toppen. Und da die Politik und die Behörden nicht in der Lage sind, dieses für uns massive Problem Wolf (der schon lange nicht mehr, wenn überhaupt einmal vom Aussterben bedroht ist oder war) zu lösen, werden wir unsere eigene Lösung suchen und finden. Und das ist keine Drohung sondern inzwischen harte Realität und egal ob man weiter versucht Wölfe auszusetzen oder sie auf natürlichen Weg zuziehen, so werden wir diese mit allen uns zu Verfügung stehenden Mitteln bekämfen. Mein Zugang ist in Zukunft: "Schweigen und Handeln"

    Heinrich_077

    Machen Sie mal, wir behalten Sie im Auge ;-)

Dreieck

Ich würde sicher nicht behaupten, dass alles was in dem Artikel argumentiert wird umsetzbar ist und gar so konkret wie im Einleitungstext versprochen ist das Erzählte auch nicht. Allerdings ordne ich manche Wortmeldungen hier schon einer gewissen Dickköpfigkeit zu. Wenn es z.B. wie vom Herrn Kotrschal gesagt auch in der Schweiz Wolfsrudel gibt und dort keine Steigerung an gerissenen Nutztieren messbar ist, warum sich nicht dort Anregungen holen statt alles gleich als Unsinn abzutun? @Johann51 Wie und warum sich Wölfe in Rudeln anders verhalten wird im Interview doch genau erklärt? Gesehen hat der interviewte Herr in seinem Leben jedenfalls mehr Wölfe als alle Osttiroler zusammen, so viel steht einmal fest. Das macht ihn nicht zum Experten für eh alles, aber das behauptet er auch nicht zu sein.

    BerglerAT

    Zur Info steigt die Kurve der gerissen Nutztiere in der Schweiz seit Jahren konstant an. Dass ab und zu ein Jahr mit weniger getötet Nutztieren dabei ist wird gleich hervorgehoben. Außerdem werden die Bestände reguliert (Abschuss der Jungwölfe in Graubünden) damit die Schäden in grenzen gehalten werden. Also bitte bei den Fakten bleiben!

      Dreieck

      Aha. Im Interview steht das genaue Gegenteil. Wem soll ich jetzt glauben?

norbert.e

Diese Diskussionen rund um "gefährliche" Lebewesen, die die osttiroler bzw. österreichische Bevölkerung bedrohen sind, wenn es nicht so ernst wäre, der Komödie zugeordnet. Ersetzen sie hier den Wolf durch Asylanten, Flüchtlinge, "italienische Touristen",.... und sie haben eine regionale "KronenZeitung" der letzten 20 Jahre beisammen. Gerade im tiefreligiösen Osttirol sollte mehr Demut vor der Schöpfung, und damit meine ich aller Lebenwesen, existieren. Wer glaubt ein oder mehrere getötete Tiere lösen das Problem der "zivilisierten" Gesellschaft, der irrt. Es ist ein weiterer Hinweis, unsere dominante Lebensart zu hinterfragen, und wenn schon nicht zum Wohl der Umwelt, so zumindest für unsere Kinder und Kindeskinder.

    beobachter52

    "Demut vor der Schöpfung" - ja! Aber sind Schafe zB. nicht auch "Schöpfung"? Warum "Tierschützern" anscheinend egal ist, wenn Schafe zu Tode gehetzt, verletzt werden, elendig zugrunde gehen, werde ich wohl nie verstehen! Ach ja, Herdenschutz, Wolf vergrämen (etwa: "Du darfst diese Tierchen nicht fressen, sonst kommst du in die Zeitung"), Nachtpferche .... Wer die Almwirtschaft nur ein wenig kennt, weiß, dass das in der Praxis nicht möglich ist!

      Dreieck

      Zu Tode gehetzt und gequält? Macht die Katze mit der Maus, macht der Gepard mit der Antilope, macht der Wolf bei entsprechender Gelelgenheit auch mit dem Schaf. Und ja, manchmal wohl auch nur aus Jagdlust, nicht aus Hunger. Dieses Privileg haben Tiere weiter oben in der Nahrungskette nun einmal. Was ist daran unnatürlich und was hat das mit Tierschutz zu tun? Tierschutz ist doch nicht dazu da, die Nahrungskette umzudrehen oder alle fleischfressenden Wildtiere zu Veganern zu machen.

Oschtadio

Das Bild sagt alles.Ein Wolfsexperte mit einem Handzahmen Wolf . Und solche Wölfe sind das die hier in den Umgebungen ausgesetzt wurden. Es brauch mir keiner erzählen das in dem letzten Jahr/ oder besser gesagt seit März diesen Jahres aufeinmal ein Wolfsaufkommen hier im Nationalpark und Umgebung natürlich zustande gekommen ist. Das sind alles Hybriden oder in Gefangenschaft gezüchtete Wölfe dadurch sind die auch so den Menschen gewöhnt.(Ziegen/Schafe zum füttern gewohnt) der wird sicherlich kein Reh Rotwild oder sonst was schlagen . Kennt der ja nicht. Und der WWF hat ja Fördergelder gezahlt oder?

    spitzeFeder

    Das ist ein interessantes Statement. Sie behaupten hier also öffentlich, dass die Wölfe aktiv von wem auch immer ausgesetzt wurden. Nicht nur das, auch noch extra gezüchtete und auf Osttirol losgelassene Wölfe? Oschtadio ... 🤔

Johann51

Könnte mir der Experte bitte erklären warum und wie der ansässige Wolf lernen soll, dass z.Bsp. Schafe "unangenehme" Beutetiere sind? Gibt es da den gemeinen Wolffflüsterer der zum Wolf sagt: "Du,du,du, Schafe dürft ihr nicht reissen, ihr Wölfe, die gehören nähmlich dem Menschen. Der brauchst sie wegen der Wolle, auch zum Verzehr und zur Erhaltung der Bergwiesen." Es werden hier von dem Herrn so viele Dinge behauptet, die mit normalem Hausverstand nicht verreinbar sind. Leider.. Es können noch so viele Artikel "pro Wolf" geschrieben werden. Damit wird er nicht zahmer und "braver" werden. Der Wolf passt nach Sibirien und in Gegenden mit riesigen Wäldern ohne dichte Besiedelung. Außerdem hat er bei uns keinen natürlichen Feind. Und wenn es die Gesetze nicht zulassen, dass man ihn abschießen darf, dann gehören sie geändert.

Rudi

In Osttirol kann man mit den Wölfe leben ,wenn diese Wölfe Geschichte sind.

BerglerAT

Wenn man sich ansieht wie die Landschaft z.B. in den Wolfsgebieten Italiens durch Aufgabe der kleinstrukturierten Landwirtschaft verwildert ist, sollte man diese Raubtiere bei uns nicht dulden und entnehmen. Dass die Wolfskuschler die negativen Folgen durch den Wolf nie ansprechen ist nicht verwunderlich....

Johann51

So ein schöner Wolf... Wo sind die anderen 10 Tiere, die zu einem durchschnittlichen Wolfsrudel gehören? Und vielleicht wollen "wir" gar nicht mit Wölfen in unserem Osttirol leben? Aber was der Großteil der Bevölkerung denkt und will, spielt heutzutage keine Rolle mehr. Da wackelt schon lange überall "der Schwanz mit dem Hund" .

baur.peter

wow, es gibt sie doch, die experten für eh alles. auf der einen seite wolfsexperte (möglicher weise ein lediger sohn kevin kostners), gleichzeitig eine koryphäe in sachen almbewirtschaftung, herdenschutz, haltung von schafen und deren tiergesundheit. weiters fachmann in bereichen natur- bzw. wandertourismus, etc.. herdenschutz, herdenschutz,bla bla bla, ich kanns schon nimmer hören. derjenige der letze woche den tirolheute bericht zum verhalten der wanderer mit den weidetieren auf der vilsalpe im auserfern gesehen hat, wird verstehen das almbewirtschaftung diesen lernprozess, den auch der herr kotrschal hier im artikel anspricht, nicht überleben wird. aber was solls, der wolf wird den schwammerlsucher nichts anhaben, das schlageisen um seinen knöchel primär eher mehr. ps. herdenschutz = massentierhaltung= 1000de tiere im nachtpferch=riesiger misthaufen=tiergesundheit?=grausige alternative. fazit: der wolf wird sich ansiedeln, 90 % der schafhalter wird aufhören, 3-5 große schafherden werden im bezirk überbleiben. 1000ha almflächen werden nicht mehr beweidet werden mit allen daraus endstehenden begleiterscheinungen( verlust der biodiversität, stabilität der grasnarbe, lawinen und murenschutz,...)

    nikolaus

    Die Untergangspropheten haben Hochsaison ...

    ... und wieder einmal stellt sich die Frage: "Auf welchen Experten höre ich?"

    ... und wieder einmal darf jeder frei seine Meinung äußern.

    Nur: Geschützten Tieren (ich hoffe, du denkst NICHT an die SCHWAMMERLSUCHER, denn die könnte es auch erwischen) mit Schlageisen zu drohen, ist tiefer als erlaubt. Dahinter verbirgt sich absolut verwerfliches, weil kriminelles Denken! Bleibt nur zu hoffen, dass aus den Worten nicht Taten werden, denn sollte so etwas tatsächlich (dem WOLF oder dem MENSCHEN) passieren, bist du, baur.peter, der erste Anwärter auf "Gitterpommes" ...

    bergfex

    Es gibt bei uns auch Politiker , die alles verstehen , aber nix wissen.