Eine Haselmaus in einer "Niströhre" im Park von Schloss Bruck. In Österreich ein seltener Gast. Alle Fotos: Simon Legniti

Eine Haselmaus in einer "Niströhre" im Park von Schloss Bruck. In Österreich ein seltener Gast. Alle Fotos: Simon Legniti

Bunte Tierwelt rund um Schloss Bruck

Vielleicht lassen sich beim nächsten Spaziergang die seltene Haselmaus oder ein Rehkitz blicken!

Dieses Naturdenkmal ist vielen Lienzerinnen und Lienzern wohlbekannt: Der Park bei Schloss Bruck lädt nicht nur zu gemütlichen Spazierrunden ein, sondern ist seit 1935 auch als Denkmal ausgewiesen.

Das Schloss selbst wird zwar schon lange Zeit nicht mehr von Menschen bewohnt, in den alten Gemäuern und im Grünland rundherum haben jedoch etliche Lebewesen ein Zuhause gefunden. Viele Altbäume und Feldgehölze im Park, der angrenzende Wald und die zahlreichen Gewässer bieten diversen Tieren einen Lebensraum. Turmfalken, Fledermäuse oder die Gemeine Dohle nutzen das historische Bauwerk.

Auf einem Streifzug mit der Kamera braucht man viel Geduld, um die „Bewohner“ des Schlossbergs in ihren Verstecken ausfindig zu machen, doch als Belohnung kann man einige seltene Spezies entdecken: Beispielsweise lässt sich die Haselmaus im Park rund um Schloss Bruck nachweisen. In der EU ist das Säugetier, das eigentlich enger mit dem Siebenschläfer als mit einer Maus verwandt ist, streng geschützt, da durch den Verlust an geeigneten Lebensräumen in den letzten Jahren ein starker Rückgang verzeichnet wurde. Das nachtaktive Tier bewohnt strukturreiche Laub-Mischwälder. Wichtig ist eine dichte Strauchschicht, in der die klassischen Kugelnester gebaut werden können. Um die seltene Art leichter nachweisen zu können, wurden im Park von Schloss Bruck spezielle „Niströhren“ installiert, wo die Tiere bevorzugt ihre Nester bauen.

Im Frühjahr kann man die Gemeine Dohle beim Sammeln von Nistmaterial beobachten.

Ein weiterer eher seltener Gast lässt sich im Turm von Schloss Bruck finden. Die Gemeine Dohle hat es sich dort gemütlich gemacht. Im Unterschied zu der bei uns weit verbreiteten Alpendohle fehlen der gelbe Schnabel und die roten Beine. Charakteristisch für die Gemeine Dohle ist ihr einprägsamer Ruf und die hellblauen Augen. Als Höhlenbrüter ist die Dohle auf Altbäume oder Nischen in Gebäuden angewiesen, der Park und das Schloss bietet beides.

Weniger erfreulich ist das Vorkommen von nicht einheimischen Arten im Park rund um den ehemaligen Wohnsitz der Görzer Grafen. Bekannte invasive Arten wie das Drüsige Springkraut oder der Japanische Staudenknöterich haben bereits einige Flächen in Besitz genommen. Auch im Schlossteich schwimmt eine nicht einheimische Fischart – die Regenbogenforelle. Diese Art wirkt sich negativ auf heimische Fische wie die Bachforelle oder Äsche aus und steht deshalb auf der schwarzen Liste der invasiven Fische in Österreich.

Eine Regenbogenforelle im Schlossteich. Die aus Nordamerika stammende Fischart steht auf der Schwarzen Liste invasiver Fischarten Österreichs.

Abgesehen davon ist das Naturdenkmal bei Schloss Bruck keiner akuten Gefahr ausgesetzt und wird wohl noch längere Zeit vielen verschiedenen Tierarten ein Zuhause bieten. Vielleicht lässt sich ja beim nächsten Spaziergang der ein oder andere Parkbewohner blicken.

Sehr vorbildhaft ist die künstliche Bepflanzung am kleinen Tümpel. Hier hat man schon damals auf seltene und heimische Pflanzen geachtet.
Der Fieberklee wächst am künstlich angelegten Tümpel. Früher wurde die Heilpflanze für diverse Krankheiten genutzt.
Am kleinen Tümpel sind besonders viele Libellen aktiv, sehr häufig sieht man den Vierfleck.
Die Gebirgsstelze freut sich über die Gewässer im Park.
Zahlreiche Ringelnattern wärmen sich auf den Schwimmblättern der Seerose auf. Die Tiere sind leicht an den zwei halbmondförmigen Flecken am Kopf zu erkennen.
Eine junge Stockente am Schlossteich.
Auch die Große Hornisse lebt im Park, sie ist beim Bau der Nester auf große Baumhöhlen angewiesen.
Ein Rehkitz kurz nach der Geburt. Zum Glück wurde das Kleine an einer ruhigeren Stelle im Park zur Welt gebracht.
Die Große Höhlenspinne kann man in einem Keller im Park entdecken.
Die weißen Kokons der Großen Höhlenspinnen hängen an der Decke.
Im Park finden sich nicht nur heimische Pflanzen. Die Gelbrote Taglilie, eine aus Asien stammende Art, ist nur eine von vielen Zierpflanzen.
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