Großglockner: Duo nach 13-Stunden-Tour in Bergnot

Ein 35-jähriger Deutscher und seine 26-jährige Begleiterin stiegen am 31. August um 6.00 Uhr Früh von der Stüdlhütte über den Stüdlgrat auf den Großglockner. Das gut ausgerüstete Paar hatte Klettererfahrung, die Verhältnisse waren aber schwierig, der Stüdlgrat vereist und das Wetter schlecht. Erst gegen 19.00 Uhr erreichten die beiden den Gipfel und fürchteten, dass sie den Abstieg nicht mehr schaffen würden. Sie verständigten einen Freund, der die Bergrettung Kals alarmierte. Kurze Zeit später stiegen der Hüttenwirt der Adlersruhe sowie eine Bergführerin zum Gipfel auf. Im Bereich des Eisleitls (ca. 3.675 Meter) trafen sie auf die erschöpften aber unverletzten Alpinisten und begleiteten sie zur Adlersruhe.

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10 Postings bisher
alpenelvis76

Das ist wie mit dem Autofahren. Sollten einige auch nicht machen. Weil die es nicht können und Unfälle bauen. Aber da dankt den Rettern dann niemand. So ist es auch am Berg. Und die Bergretter sind auch freiwillige Helfer, die damit rechnen das sie jemand retten müssen. Halt eben am Berg, und nicht auf der Straße.

Kapatieme

Ich gaube nicht das die Bergrettung Rekordleistungen generell ablehnt. Eher sich selbst gewaltig überschätzende Seilschaften ! Der Messner und der Habeler wurde 1978 am Everest auch als Idioten abgetan. Heutzutage weiß man es besser. Wer nicht wagt der nicht gewinnt. Im TV sieht man unter anderem auch Tiefschneefahrer die über lawinenschwangere Hänge surfen, Downhiller, die sich über Klippen stürzen, ect. Was machen wir damit ? Verbieten ?

Kapatieme

Genau diese Vorfälle machen das Gewade um Tobi Geislers Glocknerlauf lächerlich ! Er hat seine Leistung richtig eingeschätzt und ebenso die Verhältnisse. Andere haben da ein nicht so gutes Händchen, wie man sieht. Wieder tolle Leistung vom Rettungsteam!

    senf

    kapitime, die leistung ist ok, hast schon recht - da tut ihm ja niemand was weg, aber warum bitte ist das für die öffentlichkeit über die medien so wichtig? frag doch einmal ein bergrettungsmitglied, was davon zu halten ist. ok?

isnitwahr

das mit der Klettererfahrung ist so eine Sache - Kletterfahrung im Sportklettern in der Halle oder im Klettergarten hat halt nichts mit Klettern im Hochalpinen zu tun. Einstieg bei äußerst schlechtem Wetter, nach 13 Std. einen Freund anrufen anstatt die SOS EU ALP Nummer, da haperts für mein Verständnis sehr an Erfahrung. Ich hoffe, die Beiden haben so viel Anstand und haben für die Retter mehr als ein Danke übrig.

Spanidiga

Waren sicher sehr erfahren....deshalb sind sie ja auch bei schlechten Verhälnissen aufgestigen......

gemeiner Waldkauz

es ärgert mich jedesmal wenn ich sehe, dass sich andere menschen wegen solchen kasperln in gefahr bringen "müssen", weil es ja so menschlich ist..

    Heinrich_077

    Wer darf denn Ihrer Meinung nach überhaupt noch auf Berge steigen, wenn nicht einmal Bergsteiger mit Klettererfahrung in Not geraten dürfen?

    Mit Dank an die Bergretter für ihren Einsatz!

    senf

    vielleicht solltest du vorher nach den ursachen suchen - diese liefern uns "spitzensportler" mit ihrer eitelkeit zur genüge, wie dolomitenstadt ja berichtet hat. siehe https://www.dolomitenstadt.at/2020/08/27/berglaeufer-tobi-geiser-und-sein-traum-vom-glockner

    ich habe kein problem, dass jemand nach höchstleistung strebt. er soll das aber für sich ohne breitenwirkung über die medien tun, denn damit macht man die berge lächerlich, die gefahren aber werden nicht weniger.

    der glockner wird für einige leute zum tummelplatz. begonnen hat damit vor jahren ein bekannter bergsteiger aus nordtirol, der vor etwa drei jahrzehnten gemeint hat, er muss publikumswirksam zeigen, in welcher rekordzeit er den glocknergipfel ab hannover und retour bezwingen kann. an der spitze angelangt, hat er im übermut noch das gipfelkreuz auf dem querbalken beturnt und zugleich einen zweiten rekord erreicht. nicht auf 3,798 m sondern auf 3.800 m hoch gings hinauf, waren die schlagzeilen, die um die ganze welt gingen.

    ein bekannter osttiroler alpinist bemühte sich um eine filmreife szene, er bezwang den glockner trotz "patschen" mit seinem, auf den rücken geschnürten fahrrad. sein partner machte am gipfel platz, bekraxelte das gipfelkreuz und grüsste die welt. auch der schnappschuss dafür gelang. von dort oben. um ihrem berg die ehre zu geben, stachen empörte kalser bergfürer (?) zuvor dem radtouristen bei der adlersruhe einen platten, munkelt man. vielleicht war es aber die gepresste luft im reifen, die in dieser höhenlage auch nach freiheit suchte.

    "Im überschwang des Triumphes über den Gegner vergessen manche Gipfelsieger einfache Anstandsregeln" schrieb ein journalist der tt am 31.08.1988. leider bedenken sie nicht, was sie damit auslösen und er meinte weiter "... der Berg werde sich für diese Frozelei rächen".

    je öfter man den grossglockner als höchsten und beliebten berg österreichs für die rekordsucht einzelner ins lächerliche führt, umso öfter werden rettungseinsätze erforderlich. das sollte man im größten eifer nicht übersehen.

    Cha447

    bei Schlechtwetter und dann noch über den Stüdlgrat um 1900 Uhr erst am Gipfel ...... mein Mitleid hat gerade Pause!