Vertreter mehrerer Initiativen trafen am Freitag an der B100 in Lienz zusammen, um Verkehrsbeschränkungen einzumahnen. Fotos: Dolomitenstadt/Wagner

Vertreter mehrerer Initiativen trafen am Freitag an der B100 in Lienz zusammen, um Verkehrsbeschränkungen einzumahnen. Fotos: Dolomitenstadt/Wagner

Kundgebung für weniger Transit an der B100

Schulterschluss von 13 Initiativen, um Verkehrsbeschränkungen einzumahnen.

Über den Sommer war es etwas ruhig um die Osttiroler Fridays for Future-Fraktion. Öffentliche Kundgebungen gab es während dieser Zeit keine, doch einer der Klimafreunde, Helmut Beham, versichert: „Wir waren nicht auf der Bildfläche, weil wir die Zeit genutzt haben, um uns mit verschiedenen Bürgerinitiativen zu treffen.“

Resultat aus den Gesprächen mit zwölf anderen Gruppierungen war eine gemeinsame Aktion am vergangenen Freitag, 30. Oktober, um beim Thema Verkehr aktiv zu werden. Eine kleine Gruppe aus Vertretern von FFF, dem Verein „Erholungslandschaft Osttirol“ und der Initiative „Stop Transit“ trafen sich an der B100 beim Kreisverkehr vor dem Baubezirksamt in Lienz zur gemeinsamen Kundgebung. Auch der Grüne Bezirkssprecher Thomas Haidenberger war dabei.

Auch Grünen-Bezirkssprecher Thomas Haidenberger kam zur Kundgebung.
Frau Krasnik-Schwarz (Mitte) empfindet das Leben an der B100 mittlerweile als „unerträglich“.

„Unser Ziel ist es, auf die Belastungen durch den Verkehr für Bevölkerung, Klima und Umwelt hinzuweisen. Ein Teil davon, der LKW-Transit, steigt spürbar. Ein erstes Ziel ist daher, ein Transit-Verbot für LKW über 7,5 Tonnen an der B100 zu forcieren. Dadurch sollen Lärm, weitere Emissionen und auch der Druck zum weiteren Ausbau von Straßen verringert werden“, betonten die Beteiligten unisono.

Die Osttiroler FFF-Ortsgruppe verweist auf die Frequenzen an der Zählstelle in Sillian: „Dort nahm der schwere Güterverkehr von 1995 bis 2019 um das zweieinhalbfache und gegenüber dem Vorjahr 2018 um 4,5 Prozent zu. Von den durchschnittlich 512 Lkw pro Tag waren es im Jahr 2019 fast 400 Sattelzüge, was einer Steigerung zum Vorjahr von 11,5 Prozent entspricht.“ Die Zahl der Sattelschlepper mit ausländischen Kennzeichen nehme an der Drautalbundesstraße stark zu, was wiederum auf einen zunehmenden Maut-Ausweichverkehr hindeute.

Auch betroffene Bürger kamen am Freitag zum „Mitteregger-Kreuz“. Frau Krasnik-Schwarz empfindet das Leben an der B100 mittlerweile als „unerträglich“:

Die Gemeinden Berg und Dellach im Drautal haben sich bereits mit einstimmigen Gemeinderatsbeschlüssen für ein Fahrverbot für Transit-Lkws ausgesprochen. Die 13 Initiativen, die sich an der Aktion am Freitag beteiligten, schließen sich dieser Forderung an und wünschen sich auch von den Osttiroler Gemeinden, aktiv zu werden.

Das Positionspapier von FFF beinhaltet zwei Forderungen an die regionale Politik (Klimaschonendes Verkehrskonzept und Fahrverbot für Transit-Lkw über 7,5 Tonnen). Es wurde allen Osttiroler Gemeinden entlang der B100 zugestellt. Auf Einladung der Bewegung sollte Verkehrsexperte Günter Emberger von der TU Wien am 20. November in Lienz über die Thematik referieren. Der Vortrag dürfte aber dem zweiten „Corona-Lockdown“ zum Opfer fallen.

Die Arbeit von
dolomitenstadt.at unterstützen

Liebe Leserinnen und Leser,

gerade in Krisenzeiten ist faktenorientierte und schnelle Information wichtig.
Wir arbeiten trotz Rückgang bei den Werbeeinnahmen mit großem Einsatz, um Sie bestmöglich – und kostenlos! – zu informieren.

Wenn Sie unsere journalistische Arbeit mit einem einmaligen Beitrag unterstützen möchten, haben Sie jetzt Gelegenheit dazu. Wir würden uns freuen!

Sie möchten dolomitenstadt.at unterstützen?

Ein Posting verfassen

Sie müssen angemeldet sein, um ein Posting zu verfassen.
Anmelden oder Registrieren

7 Postings bisher
Anna Maria Kerber

Gut, dass die Bürgerinitiativen auf das Verkehrsproblem aufmerksam machen. Denn der Druck für einen vermehrten Transitverkehr durch Osttirol wird steigen, auch wenn eine neue Route nicht Alemagna heißen muss. Die Fertigstellung des BBT ist wieder einmal in weiter Ferne gerückt und besonders die großen Unternehmen aus dem Belluno lobbyieren kräftig für eine kürzere Route abseits des Brenners Richtung Norden.

Deswegen wäre eine klare und vor allem eindeutige Positionierung von Osttirol äußerst wichtig, denn unsere politischen Mandatare wissen, welche Probleme etwa alle Transitgemeinden in Nordtirol haben. Wer will das für Osttirol? Wo sind die lauten Stimmen der Landtagsabgeordneten, der Bürgermeister (die sich nicht gegen die Alemagnapläne ausgesprochen haben ), allen voran auch jene von E. Blanik, des Tourismusverbandes, des Nationalparks oder des Regionsmanagements?

gemeiner Waldkauz

gut, dann fahren anstatt dem über 7t-LKW eben 4-5 Lieferwagen mit je 3,5t. Ist das die Lösung?

wolf_c

ganz klar und richtig haben einige bürgermeister und tiroler landesräte das alemagna manifest unterschrieben, andere wichtige glauben leider weiter an verkehrstechnische retro systeme, erblicken darin goldenes glück und unterschreiben nicht

unholdenbank

Jo mei, wenn halt die Wirrrrtschaftskammer unter Frau Hysek-Unterweger so vehement für eine uneingeschränktes Fahrerlaubnis für alle Schwerfahrzeuge eintritt, tun sich solche Initiativen schwer. Ich versteh das sowieso nicht, warum die Wirrrrtschaftsvertreter so gegen eine Verbesserung der Lebensqualität sind. Haben die keine Kinder, die diese Drecksluft einatmen und den Lärm ertragen müssen? Sie leben wahrscheinlich weit oben am Berg, wo man das nicht riecht/einatmet. Eine Beschränkung auf 7,5 t mit Ausnahme von Ziel- und Quellverkehr kann doch wirklich kein Problem sein, ausser man ist irgendwelchen Lobby's verpflichtet und kommt den Mautflüchtlingen entgegen.

    Nickname

    länger warten, ihre Bestellung war nicht geladen, nächste Woche erst, oder Übernächste.. ist ja kein Problem! 😉

      unholdenbank

      Das haben Sie nicht verstanden: Es geht um den Transit. Lastwagen aus Bulgarien, Lettland, Slowenien, Weissrussland etc., bringen KEINE Bestellung für mich oder für Sie! Sie fahren wegen der Mautersparnis durch und verstinken unser schönes Osttirol. Und Ziel- und Quellverkehr, also Belieferung der Fa. Theurl, Uwe, Liebherr, Durst etc. ist damit ohne Problem weiterhin möglich! Also keine Angst, dass Ihre Bestellung halt erst in 2 Wochen kommt (Wäre aber auch nicht so schlimm - slow down ist eh gefragt). Und @gemeiner Waldkauz: auch für Sie gilt das Gesagte. Schon heute werden die 7,5 t - Waren von Kleinlastern ausreichend geliefert (DPD, UPS usw.) Schon mal richtig beobachtet?? Warum werden immer wieder diese doofen, schwarzmalerischen, unwahren Behauptungen verbreitet? Seid Ihr etwa Lobbyisten des LKW-Gewerbes?

      senf

      welche ideotische arroganz sich da auftut. im bezirk lienz sollen keine schwerlaster verkehren, dafür darf man samstags und sonntag mit 35 tonnen ladung per traktor & Sattel frisch un munter durch die stadt kutschieren oder zigmal am tag lediglich mit einem einzigen versandhauspackerl in die täler gratteln.

      allen anderen regionen und gegenden sind die schwertransporte im warenaustausch zumutbar, nur in osttirol nicht. eigenartige einstellung, die warscheinlich daher kommt, die probleme nur in ihren wirkungsbereichen lösen zu wollen, anstatt in ihren wurzeln. verrückte welt!